Die CDU hat sich längst in die rot-grüne Strategie einbinden lassen

Vera Lengsfeld26.11.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Wer geglaubt hat, peinlicher als der letzte CDU-Parteitag geht es kaum noch, der wurde von der sachsen-anhaltinischen CDU eines Besseren belehrt.

Vergangene Woche hatte Innenminister Stahlknecht die Öffentlichkeit mit der Ankündigung überrascht, den Chef der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt zu seinem Staatssekretär zu machen. Alle, die hofften, dass dies ein starkes Signal dafür sei, dass die Partei zu Rechtsstaatlichkeit zurückkehren und öffentliche Sicherheit als Priorität auf ihre Agenda setzen will, wurden bald darauf bitter enttäuscht.
Stahlknecht und sein Chef Rainer Haseloff müssen gewusst haben, dass sie mit dieser Personalie nicht auf Gegenliebe bei ihren Koalitionspartnern stoßen. Es sieht ganz so aus, als hätten sie es unterlassen, mit der SPD und den Grünen vorbereitende Gespräche zu führen. Damit haben sie Rainer Wendt ins Feuer geschickt und ihn dann, ohne einen Finger zu rühren, verbrennen lassen.

Es ist nicht das ersten Mal, dass die CDU bei der Postenbesetzung einknickt. Dieter Althaus, als er noch Ministerpräsident von Thüringen war, wollte Peter Krause zu seinem Kultusminister machen. Umgehend starteten die SPD und die Grünen eine Kampagne gegen Krause. Aufhänger war, dass Krause als Student ein Vierteljahr bei der Jungen Freiheit gearbeitete hatte. Damit war er in den Augen von Rot-Grün angeblich nicht geeignet. Anstatt seine Entscheidung durchzusetzen, ließ Althaus Krause fallen. Profitiert davon hat das Schloß Ettersburg, wo Krause seit Jahren ausgezeichnete Kulturprogramme organisiert, die auch von Roten und Grünen gern besucht werden.

Zurück zu Stahlknecht. Der Innenminister hat Wendt nicht nur fallen gelassen, sondern auch noch die Öffentlichkeit getäuscht. Um seine Feigheit zu kaschieren hat er behauptet, Rainer Wendt hätte nach Erörterung der Lage selbst auf seine Ernennung verzichtet. Wörtlich:
„Nach Erörterung der politischen Lage hat Herr Wendt mir gegenüber erklärt, dass er auf seine Berufung verzichtet.“

Rainer Wendt stellt das glaubhaft anders dar:

„Die CDU ist vor Linken, Grünen und Sozialdemokraten eingeknickt und hat kapituliert. Das Kommando dazu kam aus dem Kanzleramt.“

Tatsächlich soll sich das Kanzleramt am Sonntag Nachmittag nach Informationen von BILD eingemischt haben.
Wendt ist bekannt als Kritiker der „Flüchtlingspolitik“ von Merkel, hat immer wieder eine Korrektur dieser fatalen Fehlentscheidung gefordert und auf die verheerenden Folgen für die öffentliche Sicherheit und die Aushöhlung des Rechtsstaates aufmerksam gemacht. Wer Merkel nur ein bisschen kennt weiß, dass sie keinerlei Kritik duldet. Außerdem hofft sie auf eine schwarz-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl und vermeidet deshalb alles, was die Grünen erzürnen könnte.

Der Umgang mit Rainer Wendt zeigt, dass sich die CDU im Zangengriff befindet. Einerseits des Kanzleramts, das keine Abweichung von der Merkel-Doktrin zulässt und andererseits von SPD, Grünen und Linken, die eifrig und mit allen, wirklich allen Mitteln, die linke Diskurshoheit verteidigen. Die CDU hat, wie man wieder einmal vorgeführt bekommen hat, keine Männer mehr, die willens und in der Lage wären, Beschlüsse, die sie für richtig halten, zu verteidigen und durchzusetzen.

Was am Rande des Skandals außerdem sichtbar wurde, ist ein verstörendes Detail. Der SPD-Landesvorsitzende Burkhard Lischka sagte tatsächlich zur beabsichtigten Ernennung von Wendt:

„Das passt nicht zu einer Koalition der Vernunft und der Bollwerkfunktion, für die wir die Kenia-Koalition gebildet haben.“
Die Kenia-Koalition hat also eine „Bollwerkfunktion“. Man wüsste gern, wogegen. Leider muss man annehmen, dass es sich um ein Bollwerk zur Machtsicherung um jeden Preis, gegen den Wählerwillen, handelt. Die CDU hat sich längst in die rot-grüne Strategie einbinden lassen und anscheinend die Rolle des Mehrheitsbeschaffers für eine bunte Front übernommen.

Demokratie, basiert darauf, dass es den Wählern möglich ist, eine Regierung abzuwählen, die ihren Interessen zuwider handelt. Das Bollwerk der bunten Front ist dabei, diese Möglichkeit zu eliminieren. Indem sie Bestandteil dieses Bollwerks ist, hilft die CDU dabei, die Demokratie auszuhöhlen.

Quelle: Vera Lengsfeld

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