Der Klassenkampf hat gerade erst begonnen

von Vera Lengsfeld14.09.2019Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Es ist hohe Zeit zu begreifen, dass der linke Zeitgeist brandgefährlich ist. Jene, die das, was sie für das Gute halten, wie eine Monstranz vor sich her tragen und unermüdlich die Welt verbessern wollen, lassen alle Hemmungen fallen, wenn sie feststellen müssen, dass es Andersdenkende gibt.

Diese Andersdenkenden haben sich bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg per Stimmzettel artikuliert. Wenn man die Wählerstimmen zusammenzählt, die in beiden Bundesländern für die AfD abgegeben wurden, ist sie die stärkste Partei. Im Vergleich dazu die Stimmen für die Altparteien: Die Wahlbeteiligung betrug in Sachsen 66,6 %. Die SPD hat in Sachsen 5,13 % der Stimmen der Wahlberechtigten erhalten.Die Wahlbeteiligung betrug in Brandenburg 61,3 %. Die CDU hat dort 9,69 % der Stimmen der Wahlberechtigten erhalten. Die Linke hat in Brandenburg 6,56 % der Stimmen der Wahlberechtigten erhalten.Die FDP hat in Brandenburg 2,51 % der Stimmen der Wahlberechtigten erhalten.

Das ist um so bemerkenswerter, als die Propaganda die Hetze, die bis hin zu körperlicher Gewalt gegen AfD-Mitglieder ging, so intensiv war, wie der Klassenkampf, den die SED in den frühen DDR-Jahren gegen die „Bonner Ultras“ oder den „Frontstadt-Bürgermeister“ Willy Brandt geführt hat. Um die BRD als Naziland zu verunglimpfen, schreckte die Staatssicherheit der DDR nicht davor zurück, jüdische Friedhöfe zu schänden. Heute werden AfD-Wähler, sogar von ehemaligen Bürgerrechtlern wie Marianne Birthler als Nazis öffentlich zum Abschuss frei gegeben.

Weil das alles nicht den gewünschten abschreckenden Effekt hatte, brechen sich nun Vernichtungsphantasien Bahn.

„Das Einzige, was diese Bundesland noch retten kann, ist eine Mischung aus Roter Armeefraktion und Royal Airforce“, sagte das gar nicht witzige Böhmermännlein, das mit merkwürdigen Ziegen-Phantasien einn gewisse Berühmtheit erlangte, nach der Landtagswahl.

Wer denkt, das sei an Unappetitlichkeit nicht zu toppen, der irrt. Ein hübsches Exemplar unserer gehirngewaschenen Jugend, der im besten Deutschland, das wir je hatten, jedes Mitgefühl und selbstständige Denken abtrainiert wurde, wünscht sich Napalm auf Sachsen. Alle lachen, niemand widerspricht. Kaum zu glauben? Hier ist der Beweis! Bevor Sie sich das ansehen, fordere ich Sie auf, dieses Mädchen nicht zu beschimpfen. Wir dürfen uns niemals der Mittel dieser Leute bedienen, sonst sind wir nicht besser, als sie. Man kann nicht die Welt verbessern, aber daran arbeiten, ein besserer Mensch zu sein.

Ein Wort noch zu den etablierten Bürgerrechtlern. Die werden jetzt von allen möglichen Medien prominent befragt. Manche sind sich nicht zu schade, bei dieser Gelegenheit ihre ehemaligen Mitstreiter, die nicht auf der politisch-korrekten Einheitslinie liegen und unverbesserlich immer noch der Meinung sind, dass die Freiheit die Freiheit der Andersdenkenden ist, zu denunzieren.

So wurden Angelika Barbe und ich von Werner Schulz einem Interview der Welt am Sonntag zu „Irrlichtern“ erklärt. Das ist ein gradueller, kein prinzipieller Unterschied zu den Napalm-Phantasien eines unbedarften Mädchens. Eine Gesellschaft, die solche Bürgerrechtler hat, braucht keine Feinde mehr.

Quelle: Vera Lengsfeld

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