Der Fall Sebastian Kurz: Der SPÖ geht es nur um sich

Vera Lengsfeld28.05.2019Europa, Politik

Am gestrigen Montag, dem 27.Mai kam es zu zwei gravierenden Folgen der von deutschen Zeitungen ausgelösten Regierungskrise in Österreich. Bundeskanzler Kurz und seine Expertenregierung wurden auf Antrag der SPÖ durch ein Misstrauensvotum gestürzt.

e357de214a.jpg

Damit haben die Sozialdemokraten bewiesen, dass es ihnen nicht um das Land, sondern um ihren eigenen Vorteil geht. Ob sie nicht einen Pyrrhussieg erzielten, wird sich spätestens nach den Neuwahlen im September herausstellen.

Die Österreicher sind für Überraschungen gut, das hat sich bei der Europawahl gezeigt. Trotz des medialen Trommelfeuers um ein Illegal aufgenommenes Video vom ehemaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, hat die FPÖ nur unwesentlich an Wählerzustimmung eingebüsst. Dafür haben aber mehr als 35 000 Wähler mit ihrer Vorzugsstimme dafür gesorgt, dass Strache, der auf dem letzten Listenplatz seiner Partei für die Europawahl stand, nach oben und damit ins Europäische Parlament befördert wurde.

Dem Volk, dem „großen Lümmel“, wie Heinrich Heine es nannte, ist eben nicht zu trauen. Es gibt immer wieder unabhängige Geister, die es mitten in einer Kampagne nicht lassen können, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Sei es nur, dass sie sich gefragt haben, wieso peinliches betrunkenes Gerede in einem privaten Raum mehr mediale Aufmerksamkeit erhält, als die wirklichen politischen Skandale. Martin Schulz, der den Gerüchten nach in der SPD Andrea Nahles als Bundestagsfraktionsvorsitzende ablösen will, soll als Präsident des Europaparlaments die Ermittlungen gegen einen korrupten rumänischen Europaabgeordneten verzögert haben. Die rumänischen Sozialdemokraten haben einen korrupten Genossen, der wegen seiner Verfehlungen nicht Staatspräsident werden konnte, ins Amt des Parlamentspräsidenten gehievt, was die deutschen Sozialdemokraten nicht dazu bringt, auf Abstand zu gehen. Das ist nur ein Beispiel aus einer langen Liste politischer Vorteilsnahme.

Die Ermittlungen wegen des illegal hergestellten Videos haben schon brisante Ergebnisse erbracht, die in den deutschen Medien aber höchstens am Rande thematisiert werden.

Die Kronen-Zeitung hat bereits vor zwei Tagen berichtet, dass ein deutscher Verein das Video für 600 000 Euro in Krügerrand-Goldmünzen gekauft und anschließend den Medien zugespielt hat. Diese Meldung wurde vom ORF und anderen österreichischen Medien übernommen. In diesem Zusammenhang wurde das ruchlose „Zentrum für politische Schönheit“genannt. Das Zentrum hat umgehend per Twitter dementiert, dass es das Video käuflich erworben und der Presse zugespielt hätte. „Statt wilder Gerüchte über den Ursprung des Videos zu verbreiten, könnten sich die investigativen Ressorts um die Finanzierungsquelle der #FPÖ kümmern“, teilte es mit.

Die Frage bleibt aber, warum der Name dieser Gruppe, von der man spätestens seit ihrer Aktion in Chemnitz weiß, dass sie auch vor kriminellen Methoden nicht zurückschreckt, in diesem Zusammenhang überhaupt auftaucht. Kein Rauch ohne Feuer, sagt der Volksmund und jeder Kriminalist weiß, dass in Gerüchten häufig ein wahrer Kern steckt.

Aber ob es nun das ruchlose Zentrum für politische Schandtaten oder der große Unbekannte war, die Geschichte bleibt hochkriminell. Dass für das Video, das in weiterer Folge vom Spiegel und der Süddeutschen Zeitung (SZ) veröffentlicht wurde, in Krügerrand-Goldmünzen bezahlt wurde, ist etwas, das die Öffentlichkeit wissen sollte. Beide Blätter haben ja am Anfang betont, dass sie für das Denunzianten-Material nicht bezahlt haben.

In einem funktionierenden Rechtsstaat müsste eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, wenn ein deutscher Verein mit kriminellen Methoden auf die österreichische Politik Einfluss nimmt. Das sollte für alle, die aus der unseligen deutschen Geschichte die richtigen Lehren gezogen haben, selbstverständlich sein.

Aber leider leben wir in Zeiten des moralischen Herrenmenschentums, das sich der Welt wieder überlegen fühlt und meint, jedes Mittel sei gerechtfertigt, um das politisch-korrekte Gute zu befördern.

Die Österreicher werden das nicht hinnehmen und deshalb werden wir über kurz oder lang erfahren, wer die Hintermänner waren, die Schicksal für Österreich gespielt haben.

Quelle: “Vera Lengsfeld”:

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Die Bundesregierung muss Donald Trump die Gefolgschaft verweigern

Dritter Tag im neuen Jahrzehnt und ein Krieg mit gigantischen Folgen droht. Die US-Morde an dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden Qassem Soleimani und dem Vizekommandeur der irakischen Volksmobilmachungskräfte (PMF) Abu Mahdi al-Muhandis sollen offenbar einen US-Krieg gegen den Iran vom Zaun

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Mobile Sliding Menu