Arbeit bedeutet auch Selbstverwirklichung. Norbert Blüm

Dritter Akt Kohlekommissionsausstieg

Nach dem politischen Totalversagen spielt sich ein weiteres Drama in Deutschland ab – die mit einer ‚Kohlekommission‘ verbrämte Opferung einer weiteren deutschen Kerntechnologie auf dem Altar der links-grünen Dogmen – der sogenannte Kohleausstieg, kritisiert Vera Lengsfeld.

Im Schatten des Dramas um das Totalversagen der deutschen Fußballmannschaft unter Bundestrainer Joachim ‚Jogi‘ Löw und dem öffentlichkeitswirksamen Ringen der Kanzlerin darum, ihre Falschpolitik von 2015/16 nicht als solche bezeichnet sehen zu lassen, spielt sich von der Öffentlichkeit zunächst fast unbemerkt das nächste selbstgemachte deutsche Drama ab – die mit einer ‚Kohlekommission‘ verbrämte Opferung einer weiteren deutschen Kerntechnologie auf dem Altar der links-grünen Dogmen – der sogenannte Kohleausstieg. Wenn es Greenpeace nicht mit ihrer Farbschweinerei am Großen Stern diesmal so übertrieben hätte, wäre der Auftakt fast vollkommen der öffentlichen Aufmerksamkeit entgangen. Und dies obwohl mit Armin Laschet (NRW), Michael Kretschmer (Sachsen) und Dietmar Woidtke (Brandenburg) sich die drei direkt betroffenen Ministerpräsidenten, zwei CDU, einer SPD, sogar im Vorfeld vorsichtig kritisch geäußert haben.

Man kann es kaum fassen: Den Gesetzen der Trägheit folgend rollt der deutsche Zug immer mehr aufs Abstellgleis. Dabei ist der Lack von der Energiewende schon längst ab. Der unkontrollierte, exzessive Ausbau von Solar, Wind und Biomasse verschlingt jährlich immense Summen, verteuert den Strom für Industrie und Bevölkerung, destabilisiert unser Stromnetz, gefährdet massive den Industriestandort Deutschland und verschandelt immer stärker unsere Landschaft. Trotzdem kommen die deutsche Gesellschaft und die deutsche Elite aus ihrer selbstgebauten Denkfalle immer noch nicht raus. Wenn sich z.B. CO2-Ziele oder in einem ganz ähnlichen Mechanismus die NOX-Ziele (Dieselmotoren) als nicht erreichbar und in den gewählten Mittel zur Erreichung auch als absolut destruktiv erweisen, werden nicht etwa die Ziele verändert, sondern man quält sich selber lieber munter weiter. Und lässt sich dabei auch immer dreister belügen. Denn wie praktisch alle wichtigen politischen Vorhaben der letzten Zeit in Deutschland wird die Politik der Gesellschaft mittels massiver moralischer Erpressung aufgenötigt – dabei zeichnet sich schon längst ab, dass die Horrorszenarien des Weltklimarats und der mit ihm verbündeten Aktivisten/Interessengruppen und Industrien (neuerdings meint sogar die Firma Siemens da mitmachen zu müssen) mindestens massiv überzeichnet sind. Das bis dato als Lehrsatz gültige CO2-Budget für die Einhaltung des 1,5° Ziels gemäß der momentan vom Weltklimarat geadelten Klimamodelle ist in zwei Monaten aufgebraucht – flugs wurde neu gerechnet, damit auch dieses Ziel nicht etwa der Realität angepasst werden muss. Und es wird der bizarre Lehrsatz ausgegeben, dass CO2-Einsparung ein Wert an sich wäre – völlig falsch, insbesondere, wenn mit den verschwendeten Geldern echter Umweltschutz oder echte Verbesserung der Lebensumstände, sei es in Deutschland oder in anderen Ländern, möglich wäre.

Natürlich gibt es ernst zu nehmende Einwände gegen den Kohleabbau und die Kohleverstromung – aber Deutschlands Technologien für sauberere Kohle sind tatsächlich Weltspitze. Es gibt überhaupt keinen Grund jetzt noch ein weiteres politisches Dogma bis zum bitteren Ende durchzuexerzieren. Auf Kosten der betroffenen ländlichen Regionen, der Arbeitnehmer und Fachkräfte und letztlich der ganzen Republik, zum politischen und/oder finanziellen Wohle einer kleinen linksgrünen Elite.

Aber da sind wir als Land offenbar noch nicht wirklich weit genug entwickelt. Ein Bundestrainer übernimmt nicht unverzüglich die Verantwortung und tritt zurück, eine Bundeskanzlerin will ums Verrecken nicht zulassen, dass man ihr Handeln in der Asylkrise 15/16 nicht als alternativlos sieht und die deutschen Eliten sind offenbar bereit eher unseren Wohlstand zu opfern, als ein einmal aufgestelltes Dogma zu hinterfragen oder gar zu ändern.

Ein Trauerspiel.

Quelle: Vera Lengsfeld

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Catriona McLaughlin, Justin McCurry, Sylvestre Huet.

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