Warum die Grünen das Denunzieren nicht lassen können

Vera Lengsfeld13.03.2018Politik

Erinnert sich noch jemand an „Agent*in“? Das war ein denunziatorisches so genanntes „kritisches Online-Lexikon zu Antifeminismus“, veröffentlicht von der „Heinrich-Böll-Stiftung“ der Grünen. Es hatte die Aufgabe, Menschen mit von den grünen Vorgaben abweichenden Meinungen im Netz an den Pranger zu stellen, in der Hoffnung, sie so zu „entlarven“.

In der Ankündigung der Böll-Stiftung las es sich wie eine Aufforderung zur Hetzjagd:

„Wer mehr über Gruppierungen und Akteur*innen erfahren will, die hinter antifeministischen Angriffen und Parolen stecken und wie diese vernetzt sind, findet umfassende Informationen in dem ebenfalls neu erstellten Online-Lexikon Agent*In (Information on Anti-Gender-Networks). Die Agent*In ist ein sogenanntes Wiki. In ihm werden Wissen, Daten, Fakten und Zusammenhänge über die Einflussnahme von antifeministischen Akteur*innen auf Politik und Öffentlichkeit gesammelt und organisiert. Alle Informationen sind aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen. Neu ist die Verknüpfung und Zusammenstellung der Daten sowie die Einordnung der Akteur*innen.“

Das war sogar der Grünen-freundlichen TAZ zu viel, die über einem Foto eines „Offline-Prangers“ titelte: „Aber doch nicht so!“. Die Böll-Stiftung nahm die „Agent*in“ vom Netz, weil sich die für Andere geplante Rufschädigung gegen sie selbst zu richten drohte.

Wer gedacht hatte, die Denunziationskampagne wäre ein einmaliger Ausrutscher gewesen, lag falsch. Das Denunzieren ist bei den Grünen anscheinend zum Parteisport geworden.

Der Blogger Hadmut Danish hat im Falle des von der FAZ geschassten Don Alphonso entlarvende Tweets des Grünen Mathias Oomen gefunden. Der war anscheinend Teil einer Denunziationskampagne gegen den konservativen Blogger. Der erste Tweet lautet:
„Hej, @faz_donalphonso!

Dieses Pack, das sich da gerade unter #AusFAZwirdTAZ sammelt, ist die von Dir mühsam aufgebaute Fanblase. Ihr habt euch gegenseitig voll verdient!“

Während hier vor allem interessant ist, dass „Pack“ ein gern gebrauchter Hate-Speech-Bergriff der Links-Grünen ist, der von den Exekutoren des Maas-Gesetztes gegen Hass in den sozialen Medien unbeanstandet bleibt, ist der zweite Tweet pures Dynamit:

„Uuund, #DonAlphonso zeigt noch was: Es lohnt sich, bei Herausgebern auf allen Wegen Druck zu machen, wenn in ihren Medien rechte Hetze verbreitet wird. Danke an alle, die sich in den letzten Monaten daran beteiligt haben: In den anderen Sachen am Ball bleiben!“

Da verrät uns Denunziant Oomen, dass es eine konzertierte Aktion gab, mit der auf die FAZ-Herausgeber Druck ausgeübt wurde. Außerdem teilt er uns unverfroren mit, dass die Denunzianten-Truppe, mit der er arbeitet, noch „andere Sachen“ im Köcher hat.

Als 1992 die Akten der Staatssicherheit geöffnet wurden und die Welt mit Entsetzen auf das organisierte Denunziantentum der DDR blickte, äußerten viele Westdeutsche ein gewisses Verständnis für die Spitzel. Sie wüssten ja nicht, wie sie sich selbst verhalten hätten. Schon damals war mir dieses Gerede unheimlich, ich dachte aber nicht im Traum daran, dass sich etwas Ähnliches im vereinten Deutschland wiederholen könnte. Schließlich war die Staatssicherheit ja aufgelöst worden.

Nun stellt sich heraus, dass heute gar keine Stasi mehr gebraucht wird. Es tummeln sich jede Menge freiwillige Denunzianten im Land. Während jeder Führungsoffizier seine IM mühsam rekrutieren, mit einer Verpflichtungserklärung binden und mit kleinen Geschenken bei Laune halten musste, arbeiten Leute wie Oomen im eigenen Auftrag mit offensichtlicher Freude an der Zerstörung des Rufs und der Existenz von Menschen, deren Meinung ihnen nicht passt. Die Staatssicherheit nannte das Zersetzung.

Nein, Geschichte wiederholt sich nicht. Die Stasi ist perdu, aber ihre Klone sind unter uns.

Quelle: “Vera Lengsfeld”:http://vera-lengsfeld.de/2018/03/09/die-gruenen-koennen-das-denunzieren-nicht-lassen/#more-2485

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