5 Millionen Euro Steuergelder für „grüne Moscheen“

Valentin Weimer16.06.2017Außenpolitik

Die deutsche Entwicklungshilfe steht zusehends in der Kritik. Nun sorgt ein merkwürdiger Fall für Aufsehen: Mit deutschen Millionen sollen nordafrikanische Moscheen modernisiert werden. Dabei kooperiert man sogar mit dem Religionsministerium Marokkos.

Christen haben in Marokko kein leichtes Leben. Ein von 7.000 Religionsführern des Landes unterzeichnetes Dokument bezeichnet die Aktivitäten von Christen als „moralische Vergewaltigung“ und „religiösen Terrorismus“. Der Minister für religiöse Stiftungen in Marokko hält auch das Ausüben der jüdischen Religion für ein Untergraben der öffentlichen Ordnung. Im Nordafrikanischen Staat Christ zu werden ist schlicht verboten. Sollte der Verdacht auf missionarisches Handeln (was genau das bedeutet, ist nicht geregelt) bestehen, müssen die nicht-muslimischen Marokkaner binnen weniger Stunden das Land verlassen. Viele Übergriffe marokkanischer Behördenvertreter gegenüber Christen, die verprügelt und wiederholt traumatisierend Verhören unterzogen wurden, sind bekannt. Marokko hat mit ihrem Religionsministerium gar ein eigenes Ministerium, dass sich um diese Fragen kümmert.

Religionsministerium Marokkos als Partner des Entwicklungshilfeministeriums

Genau jenes Ministerium ist derzeit strategischer Partner und Profiteur in einem Projekt des deutschen Entwicklungshilfeministeriums. So investiert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fünf Millionen Euro für „Grüne Moscheen“ in Marokko. Deutsche Steuerzahler finanzieren damit eine energetische Modernisierung von Islamischen Gebetshäusern in Nordafrika – in einer Kooperation mit dem marokkanischen Religionsministerium.
 
Zum Einsatz kommen LED´s zur Beleuchtung, Photovoltaiksysteme und Solarthermie-Anlagen für die Warmwassererzeugung. So wird aus einer Moschee eine „Grüne Moschee“.
 
Bis Ende des Projektes (März 2019) sollen 600 Moscheen energetisch modernisiert werden. Im Projektplan wird ein besonders „innovatives Konzept“ gelobt, denn die durchführenden marokkanischen Unternehmen erhalten ihre Entlohnung auf Grundlage sogenannter Energiesparverträge. Je mehr Energie die Moschee rechnerisch einspart, desto mehr Geld gibt es aus Deutschland.

Die 5 Millionen Steuergelder sind letztlich ein reines Geschenk in den Bilanzen der marokkanischen Moscheen und des marokkanischen Religionsministeriums. Das Projekt ruft nun Kritiker auf den Plan. Zum einen finanziere Deutschland damit Moscheen, ohne zu prüfen welche weltanschaulichen, möglicherweise radikalislamische Inhalte dort propagiert werden. Zum anderen ärgert es erfahrene Entwicklungshelfer, dass man diesem Budget des Entwicklungsministeriums wesentlich sinnvolleres machen könnte als mittelbar die islamistische Kultur zu stärken. Man könnte beispielsweise 11.000 Menschen ein Jahr lang von der Armut befreien oder 666 Brunnen in Afrika bauen. Oder verfolgte Christen unterstützen.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Boyan Slat ist die bessere Greta Thunberg

Die Schwedin Greta Thunberg gilt als Klimaikone. Aber bei genauer Betrachtung ist die Klimakaiserin nackt! Der smarte Niederländer Boyan Slat hingegen ist weniger bekannt, aber Greta gegenüber mit seinem Klimapragmatismus weit voraus. Aber wer ist der junge Mann aus Delft? Und viel wichtiger: Waru

Kevin Kühnert wird der (über)nächste SPD-Vorsitzende

Ich wette, Kevin Kühnert wird den (noch nicht gewählten) SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und seine Partnerin Saskia Esken ablösen. Sie glauben das nicht? Immerhin hatte ich schon öffentlich eine Wette angeboten, dass die beiden bei der Stichwahl zum SPD-Vorsitz als Sieger hervorgehen,

Was bedeutet der Sieg von Walter-Borjans und Esken?

Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sind von der SPD-Basis zum neuen Duo an der Parteispitze gewählt worden. In der Stichwahl setzten sich die beiden Kandidaten klar mit 53,06 Prozent gegen den Vizekanzler Olaf Scholz

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener, wie eine aktuelle Studie belegt

Winfried Kretschmann - Wir müssen die Disruption des öffentlichen Raums verhindern

Wie kann es uns gelingen, die fragmentierte Öffentlichkeit wieder zusammen zu führen? Wie können wir Brücken zwischen der ganzen Fülle unterschiedlichster Gruppen bauen? Müssen wir vielleicht den Ort erst schaffen, an dem ein gemeinsamer Diskurs wieder möglich wird?

Rentner zahlen sechsmal so viel Steuern wie Erben

Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Rente gehen, zahlen bis zu fünfmal mehr Steuern, als Rentnerinnen und Rentner, die 2010 in Rente gegangen sind. Und das bei gleicher Rentenhöhe, die seitdem real an Kaufkraft verloren hat. Dass die Finanzämter selbst bei einer Bruttorente von 1200 E

Mobile Sliding Menu