Tatort Gewürzregal

von Uta Schwarz29.10.2009Gesellschaft & Kultur

Über 20 Chemikalien hat Greenpeace in den Gewürzregalen diverser deutscher Supermärkte entdeckt. Was landet in unseren Mägen?

Im Haushalt, so sagt man, lauern die größten Gefahren für Leib und Leben. Man kann in der Badewanne ausrutschen und so unglücklich aufkommen, dass man mit gebrochenem Genick liegen bleibt, bis die Nachbarn auf den komischen Geruch aufmerksam werden. Oder Stromschläge- auch sehr gefährlich. Da will man nur mal eben schnell das neue Regal an die Wand dübeln und- Bzzzz – schon ist man hinüber. Aber es muss natürlich nicht gleich so schlimm kommen. Man muss nicht gleich sterben. Viele kleine Beschwerden verstecken sich offenbar ganz unscheinbar im eigenen Gewürzregal. Für Zeugungsunfähigkeit reicht schon eine regelmäßige Prise Paprikapulver, für beeinträchtige Nervenfunktionen etwas Curry, gedankenlos über das sonst fade Hühnchengericht gestreut. Über 20 Chemikalien hat Greenpeace in den Gewürzregalen diverser deutscher Supermärkte entdeckt. Paprika, Curry und getrocknete Petersilie waren besonders betroffen. Selbst das schon seit Jahren verbotene DDT, ein hoch gefährliches Pestizid, landet so auf deutschen Gerichten und letztlich in deutschen Mägen. Greenpeace hat wegen der besonderen Schwere der Fälle sogar Strafanzeige gegen Metro erstattet. DDT im Essen, das fällt nicht mehr unter Unfall, sondern schon unter Körperverletzung.

Verbotene Pestizide

Die eigentliche Schweinerei liegt aber nicht bei Metro begraben. Schließlich beschäftigt Metro keine Extramitarbeiter, die in dunkler Nacht heimlich die Gewürzgläser mit Chemie versetzen. Es ist sicher richtig, dass Greenpeace zunächst Metro verantwortlich macht. Doch schlimmer wiegt, dass bestimmte Konzerne nach wie vor ein Riesengeschäft damit machen, in Europa verbotene Pestizide in Länder zu verschachern, in denen es mit der Gesundheitspolitik nicht so genau genommen wird. Wir mögen gefährdet sein, weil wir hin und wieder mal eine Currywurst essen, doch in den Ländern, in denen Pflanzen immer noch mit DDT besprüht werden, leben auch Menschen. Und die sind den Chemikalien weit intensiver ausgesetzt. Wie nicht anders zu erwarten, ist unsere Rettung leichter zu bewerkstelligen, als die der Menschen, die direkter als wir betroffen sind. Wir müssen nämlich lediglich frische Kräuter oder Bioware zum Würzen nutzen. Frische Gewürze sind laut Greenpeace nicht betroffen und die Kontrollen bei biologisch angebauten Kräutern gewährleisten Chemie freie Ware.

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