„Deutschland, ein Sommer-Märchen“

Thore Barfuss6.07.2015Gesellschaft & Kultur

Alle Jahre wieder gibt es ihn, den Streit um den ausbleibenden Sommer. Eine Glosse.

Es war einmal der Barbier Kennet im siebten Monat des Jahres 2015. Er war ein fleißiger und guter Barbier. Alt und Jung, Männlein und Weiblein, sie alle kamen von weit her, um sich von ihm Haare und Bart schneiden zu lassen. Denn Kennet war bekannt, auch weit über die Grenzen seines Dorfes hinaus, welches auf den wunderschönen Namen Prenzelau hörte und an einem Berg lag mit der stattlichen Höhe von 136 preußischen Ellen.

Eigentlich hatte Kennet keinen Grund zur Klage, denn die Einnahmen in seinem Geschäft „Barbier & Ken“ sprudelten. Nur eines plagte ihn, und das schon seit Ende des Frühlings. Tagein, tagaus beklagte sich ein jeder seiner Kunden bei ihm über den erbärmlichen Zustand des frühen Sommers. Den gesamten sechsten Monat hinweg ereignete sich jeden Tag das gleiche Schauspiel. Jemand, dem er gerade die Haare schnitt, sagte: „Ach, der Sommer …“, und noch bevor der Satz zu Ende war, erwiderte der Barbier: „… lässt auf sich warten, dieses Jahr, ja.“ Und er seufzte.

Aber dann, zum Ende des sechsten Monats ereignete sich etwas, das Kennet in Ekstase versetzte. In seinem Lokalblatt wurde ein Umschwung des Wetters angekündigt. Endlich, dachte sich der Barbier, hätten diese Gespräche ein Ende. Leider hatte der Barbier eine Schwäche, er dachte nie sehr weit in die Zukunft voraus. Schon wenige Wochen später sagten seine Kunden „ach, der Sommer…“, und noch bevor der Satz zu Ende ging, erwiderte der Barbier: „… ist so heiß, dieses Jahr, ja.“ Und seufzte.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die AfD ist der Komplize für rechten Terror

Was in Hanau passiert ist, ist mehr als Totschlag. Wir müssen es aussprechen: Es ist Massenmord. Es ist ein gezielter Angriff gegen Ausländer, Fremde, Nichtdeutsche. Egal wie man es nennt: Es war rassistischer und rechter Terror. Vielleicht war es ein Einzeltäter, aber er wurde getragen von eine

Eine Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent ist erschreckend hoch

Die WHO errechnet bei Coronavirus-Erkrankten eine hohe Mortalitätsrate von 3,4 Prozent. Italien meldet sogar fast 5 Prozent. Rechnerisch würden damit Millionen Todesfälle drohen. Doch Experten warnen vor falschen Hochrechnungen. Die Daten erzählen nur die halbe Wahrheit.

Neue Migrationskrise geht auf Kosten der Gesundheit der Bundesbürger

Jens Spahn hat Angst. Man musste nur die Körpersprache des Gesundheitsministers beobachten, wie er bei Maischberger am Tresen saß, um zu wissen: dieser Mann, der sich bis vor kurzem noch für Kanzlermaterial hielt, ist hilflos angesichts der Krise, der er sich gegenüber sieht. Hilflos, und heillo

Jetzt kommt Merkels große Wirtschaftskrise

In der deutschen Wirtschaft geht mittlerweile die Angst um - die Angst vor einer großen Wirtschaftskrise. Diese Krise wird kommen, und es wird zu erheblichen Teilen Merkels Wirtschaftskrise sein. Alle Schuld daran auf den drohenden Ausbruch einer Corona-Epidemie zu schieben – wie man es im Berlin

Die Ramelow-Partei will die Reichen erschießen

An diesem Wochenende trafen sich die Funktionäre der LINKEN in Kassel zu einem Strategieseminar. Auf dem Programm stand der „sozial-ökologische Systemwechsel“. Wie dieser von statten gehen soll, führte eine Funktionärin aus, nachdem sie ihre Ausführungen mit dem Satz: „Nach einer Revoluti

Merkels Rede wurde dem Ernst der Lage nicht gerecht

Leider wurde diese Rede dem von ihr selbst beschworenen Ernst der Lage nicht gerecht. Sie sagte doch tatsächlich: „Deutschland hat ein exzellentes Gesundheitssystem.“ War sie in den letzten Wochen in Urlaub?

Mobile Sliding Menu