Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler. Ingeborg Bachmann

Wie Marktmanipulationen, neue Technologien und politische Krisen das Vermögen beeinflussen

In seinem Buch „Kampf ums Geld“ betrachtet der Wirtschaftsprofessor und ehemalige Investmentbanker Serge Ragotzky vordergründig nur die zahlreichen Herausforderungen, denen sich Investoren beim Aufbau und Erhalt ihres Vermögens ausgesetzt sehen.

Dabei untersucht der Autor einerseits, weshalb es auf festverzinsliche Anlagen keine realen Zinsen mehr gibt und ob die verbreiteten Zweifel an der Stabilität des Bankensystems zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise noch berechtigt sind. Wertvolle Erkenntnisse für seine kritische Beurteilung der heutigen Situation unseres Finanzsystems gewinnt der Autor dabei aus seiner fundierten geldgeschichtlichen Analyse, welche die Entwicklung von der Antike bis zur Eurokrise anhand wichtiger historischer Meilensteine nachzeichnet. Im aktuellen Kontext hinterfragt Serge Ragotzky andererseits auch die Relevanz von technologischen Durchbrüchen sowie von demographischen Umbrüchen, politischen Krisen und Handelskriegen für die Vermögensanlage.

Das Buch zeichnet sich durch einen angenehm sachlichen Schreibstil aus. Die Analyse ist zwar an manchen Stellen durchaus hart, aber stets sachlich fundiert und im Gegensatz zu einigen anderen Anlageschriften auch nicht polemisch. Der Autor lässt durchblicken, dass er im Bereich der ökonomischen Theorie eine gewisse Sympathie für die Vertreter der österreichischen Schule hegt, ohne dabei aber dogmatisch zu sein.

Das Buch „Kampf ums Geld“ macht auch für ökonomisch wenig vorgebildete Leser verständlich, weshalb festverzinsliche Anlagen auch auf Sicht allenfalls homöopathische Renditen abwerfen werden, warum viele Sachwerte in den letzten Jahren große Wertsteigerungen erfahren haben und welche Risiken bestehen. Der Autor erklärt zudem, warum neue Technologien die Wirtschaft und Gesellschaft gegenwärtig komplett verändern. Diese beschriebenen Veränderungen erscheinen für gewisse Bereichen des menschlichen Lebens durchaus bedrohlich, eröffnen dabei aber auch einem breiten Anlegerpublikum interessante Anlagechancen, wenn gewisse Anlageprinzipien beherzigt werden. Jenseits der konkreten Anlegerfragen lädt das Buch vor allem aber auch zum Nachdenken über die Zukunft unserer Wirtschaft und Gesellschaft ein.

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Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Matthias Weik, Matthias Weik, Clemens Schneider.

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