Spiegel Online, übernehmen Sie!

von Thomas Jarzombek22.06.2013Medien, Wissenschaft

Dass der Steuerzahler den Glasfaserausbau in Metropolen bezahlen soll ist ein Skandal. Noch schlimmer ist aber, dass die Telekom-Lobby auf Deutschlands bekanntester Nachrichtenseite dafür argumentieren darf.

Hat da wohl die Lobby der Telekom bei „Spiegel Online“ geschrieben? Der Artikel zur #Schmalband-Republik in Deutschland könnte vor allem den Interessensvertretern aus Bonn gefallen. Grundtenor: Der Steuerzahler soll das ganze Land mit schicken Glasfasern bis an den Vorgarten beglücken. Kosten: 70 bis 80 Mrd. Euro.

Dabei wird ganz bewusst verschwiegen, dass die letzte Meile aus Glas noch lange nicht nötig ist. Denn es gibt zwei Infrastrukturen in diesem Land: Telefonleitungen mit DSL (Klingeldraht) und Kabelfernsehen (Coax). Der Spiegel sitzt dem Irrtum auf, Breitband mit eben jenem Klingeldraht gleichzusetzen. Dort ist tatsächlich selbst mit Vectoring und Bonding bei 200 MBit/s Schluss und das auch nur in idealtypischen Bedingungen.

Produkt statt Science-Fiction

Doch in 61 Prozent der deutschen Haushalte liegt ein Koaxialkabel, ehemals für den Empfang von Kabelfernsehen verlegt. Hier wurde in den vergangenen Jahren viel investiert und 58 Prozent der Haushalte können heute über diese Leitung ins Internet gehen mit Geschwindigkeiten von 100 MBit/s und mehr. DOCSIS 3.0 und HFC sind hier die Stichworte. Ähnlich wie bei DSL haben auch die Kabelnetzbetreiber ihr Netz mit Glasfaser aufgerüstet. Die letzte Meile bleibt dann dem Koaxialkabel, das aber wohl noch Reserven hat.

Wie viele Reserven, das zeigt der deutsche Mittelständler AVM aus Berlin. Auf der CeBIT angekündigt wurde eine neue Fritzbox Cable: „Damit lässt sich am Kabelanschluss eine technologisch maximal mögliche Download-Geschwindigkeit von 880 bis 1.320 MBit/s erreichen. Die Upload-Geschwindigkeit beträgt dabei maximal 440 MBit/s“, heißt es im Pressetext

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