Kruzifix-Pflicht in Bayerns Behörden | The European

Wir sind Pluralisten, aber keine Multikultis wie Rotgrün

Thomas Goppel2.06.2018Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Zum Inkrafttreten der Anordnung, dass bayerische Staatsbehörden künftig ein Kreuz in Ihrem Geschäftsbereich als zusätzliches Identifikationsmerkmal anbringen sollen, stellt Dr. Thomas Goppel, MdL, der Sprecher des Forums der ChristSozialen Katholiken (CSK) in der CSU, fest:

ccdbc11ca2.jpeg

Fotolia

„Das Thema ist in den vergangenen Wochen übergenug strapaziert worden. Kreuze in Bayern sind Nachweise für unsere Identität und unser Selbstverständnis. Bayerns Wurzeln in ihrer Kernsubstanz fußen auf den Kernaussagen des jüdisch- christlichen Abendlandes, des Humanismus und der Aufklärung. Aus der Zusammenschau der Einsichten, kombiniert mit den schlimmen Erfahrungen aus allerlei Ideologien ist im Nachkriegsgrundgesetz und der Bayerischen Verfassung der Artikel eins unseres Selbstverständnisses für Deutschland und seine Länder geworden: die Würde des Menschen ist unantastbar und ihre Wahrung Staatsaufgabe eins.

Das Kreuz ist das Wahrzeichen der daraus abgeleiteten Grundsätze unseres Zusammenlebens. Alle gesellschaftlichen Kräfte haben dieses Signet über Jahrzehnte unwidersprochen anerkannt. Dass es in unseren Tagen in Frage gestellt wird, gar „abgehängt“ werden soll, lässt eine zweite und noch viel einschneidendere Säkularisierung als die erste erwarten. Aus unserer Grundüberzeugung wehren wir uns dagegen, dass über Nacht aus einem bewährten Bekenntnis zum „Signet der uneingeschränkten Menschenwürde“ ein Ausgrenzungssymbol kreiert werden soll, das nur Unwissende so bezeichnen können. Wer selbst im genannten Sinne glaubt, weiß allerdings auch, dass wir keine Multikultis sind, sondern überzeugte Pluralisten, die bei aller Offenheit anderem gegenüber die eigene Anschauung von niemandem in Frage stellen lassen. Das mag rotgrüner Regionalprophetie passen, aber wir bleiben dabei: jede(r) hat einen Anspruch darauf, den Begriff der „Menschenwürde“ eindeutig definiert zu bekommen und ohne Fragezeichen. Da wissen wir um die religiöse, geschichtliche und kulturelle Bedeutung des Kreuzes und stehen dazu. Die Mehrheit der Bayern auch. Das macht Söders Entscheid nun auch sichtbar. Um das, wie Wowereit in anderem Zusammenhang, zu besiegeln: das ist wirklich gut so!“

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Deutschland verspielt außenpolitisches Vertrauen

Der anhaltende Krieg in der Ukraine verändert die gesamte Sicherheitsarchitektur Europas. Der russische Angriffskrieg zwingt die NATO und die EU dazu, die Bewahrung von Frieden und Freiheit in dem Teil Europas, in dem wir das große Glück haben zu leben, wieder zur vorrangigen politischen Priorit

Das Maggie Thatcher-Double dürfte Boris Johnson beerben

Im Machtkampf um Johnsons Nachfolge hat Liz Truss beste Siegchancen. Die Parteibasis der Torys liebt sie, weil sie allerlei Erinnerungen an Margaret Thatcher weckt. Doch diese Rolle spielt sie recht dreist. Von Wolfram Weimer

Theater des Schreckens

Die Geschichte der Todesstrafe und ihrer Vollstreckung zeigt: Menschen drängten zu allen Zeiten danach, Augenzeuge einer Hinrichtung zu sein, möglichst nah dabei zu sein, um das blutige Ritual zu verfolgen. Entsetzen und Schaudern, Entzücken und Empörung, Emotion und Aktion – die Symbolik de

Deutschland braucht eine neue Standortagenda

Deutschland steht am Rande einer Rezession. Die Kaufkraft der Konsumenten leidet unter dem Inflationsschub, der durch die Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln angestoßen wurde und inzwischen viele andere Gütergruppen erfasst hat. Solange der Ukraine Krieg und die Sanktionen gegenüber Russl

Wir wären vollkommen verrückt, wenn wir die Kernkraftwerke vom Netz nehmen

Es gibt keinen Grund zur Panik. Aber es gibt angesichts möglicher Energieversorgungsengpässe im Herbst dringenden Handlungsbedarf – im Sommer trotz der Parlamentsferien. Von Friedrich Merz

Merkel vor Kohl: So werden die Kanzler seit der Wiedervereinigung bewertet

Von 1998 bis 2005 war Gerhard Schröder Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er führte eine rot-grüne Koalition. Wenn man heute fragt, welcher Bundeskanzler seit der Wiedervereinigung die Interessen Deutschlands am besten vertritt oder dies getan hat, belegt Alt-Kanzlerin Angela Merkel (38 Proz

Mobile Sliding Menu