Zu all unseren Rechten gehören auch gewisse Pflichten. Alec Ross

Mut zur Meinung

Die zweite Antwort auf die Frage: Was wird aus dem Journalismus? gibt Thomas Bigliel, Preisträger des Grimme Online Award. An dieser Stelle werden exklusiv vier Diskussionsbeiträge aus der Ausgabe des +3 Magazins am 8. Oktober in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.

Die Suche nach einem tragfähigen Finanzierungsmodell ist zum Sinnbild der Medienkrise geworden. Doch wer über die Wirtschaftlichkeit von Medien nachdenkt, muss auch über ihre öffentliche Bedeutung nachdenken. Die grundlegende Mechanik des Journalismus muss sich ändern, weil sich auch die Gesellschaft und deren Umgang mit Informationen geändert haben.

Medienschaffende müssen akzeptieren, dass sich ihre Leserschaft nicht mehr in der passiven Rolle des Rezipienten sieht, sondern selbstbestimmt am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt. Wer über die Wirtschaftlichkeit von Medien nachdenkt, muss auch über ihre öffentliche Bedeutung nachdenken.

Journalismus muss demokratisiert werden

Nachrichten sind zum Allgemeingut ohne Wert geworden. Dies widerspricht der basisdemokratischen Idee des Journalismus, wonach nur der Austausch von Meinungen einen öffentlichen Konsens zu schaffen vermag. Mit Politnetz betreiben wir eine Plattform, die diesen Grundsatz zu verinnerlichen versucht und den Bürger nicht ans Ende, sondern ins Zentrum der Informationskette stellt.

Wer mutige, selbstbestimmte Citoyens will, der muss auch einen mutigen und meinungsbildenden Journalismus wollen. Eine Demokratie funktioniert nur durch die Einbindung aller gesellschaftlichen Kräfte. Und so ist es auch mit dem Journalismus, welcher als vierte Gewalt demokratisiert werden muss. Die Treiber: Pluralität und Meinungswettbewerb.

Dieser Artikel erscheint am 8. Oktober im „+3 Magazin“, welches deutschlandweit der „Süddeutschen Zeitung“ beiliegt. Interessante Antworten bzw. Kommentare von Ihnen werden in Auszügen ebenso abgedruckt!

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