Blutiger Stellungskrieg im Donbass | The European

1000 gefallene Soldaten pro Kilometer Land-Eroberung

The European13.05.2022Medien, Politik

Die russische Offensive im Donbas kommt nur langsam voran. Die Verluste sind gewaltig. Rund um Charkiw gelingt den Ukrainern die Rückeroberung von einzelnen Dörfern. Russische Truppen werden jenseits der Artilleriereichweite zurückgedrängt.

Quelle: understandingwar.org

Die russischen Streitkräfte kommen im Donbas trotz gewaltiger Artilleriefeuer nur sehr langsam voran. „Es handelt sich derzeit um einen blutigen Stellungskrieg“, berichten ukrainische Offiziere. Die  russischen Bodenoffensiven werden mit erheblichen eigenen Verlusten in den Gebieten Donezk und Luhansk in Richtung Westen fortgesetzt.

Militärbeobachter beziffern die Verluste auf russischer Seite auf etwa 1000 gefallener Soldaten pro Kilometer eroberten Landes.

Die russischen Truppen versuchten insbesondere, das Gebiet Rubischne-Sewerodonezk-Lysytschansk einzukesseln, und ukrainische Quellen berichteten von heftigen Kämpfen in Sewerodonezk, Lyssytschansk, Rubischne, Bilohoriwka, Wojewodiwka, Nyshnie, Toschkiwka und Orichow. Die russischen Streitkräfte bereiten sich auch auf einen neuen Vorstoß in Richtung Bakhmut vor, etwa 50 Kilometer südöstlich von Slowjansk, entlang der Autobahn M03. Der Leiter der staatlichen Regionalverwaltung von Luhansk, Serhiy Haidai, erklärte, dass die russischen Streitkräfte die Straße zwischen Lyssytschansk und Bakhmut beschießen, um die ukrainischen Truppen aufzuhalten, was mit den Behauptungen eines russischen Kriegsberichterstatters übereinstimmt, wonach die russischen Streitkräfte eine Offensive auf Bakhmut vorbereiten. Bakhmut liegt unmittelbar westlich von Popasna und der Grenze zwischen dem Gebiet Donezk und Luhansk, die die russischen Streitkräfte Berichten zufolge am 10. Mai überschritten haben. Der Vorstoß auf Bakhmut zielt wahrscheinlich darauf ab, Zugang zur Autobahn M03 zu erhalten und den Vorstoß nach Nordwesten in Richtung Slowjansk fortzusetzen.

Die russischen Streitkräfte setzten zugleich ihre erfolglosen Bodenangriffe um die Stadt Donezk fort, wie schon in den letzten Tagen.

Die ukrainischen Streitkräfte haben unterdessen nordöstlich von Charkiw weiteren Boden gewonnen. Die ukrainische Gegenoffensive nördlich der Stadt Charkiw hat die russischen Truppen in die Defensive gedrängt und Verstärkungs- und Nachschubmaßnahmen erforderlich gemacht, die ein weiteres Vorrücken der ukrainischen Truppen in Richtung der russischen Grenze verhindern sollen. Die russischen Bemühungen entlang der Südachse und in den Gebieten Donezk und Luhansk sind ebenfalls ins Stocken geraten, und die russischen Streitkräfte haben angesichts der weiterhin erfolgreichen ukrainischen Verteidigung keine nennenswerten Fortschritte erzielt.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Lagarde ist die Mutter der Inflation

Die Europäische Zentralbank hat sich verspekuliert. Anstatt die galoppierende Inflation frühzeitig zu bekämpfen, flutet die EZB die Märkte auch nach dem Kriegsausbruch immer weiter mit neuem Geld. In dieser Woche erreicht die Bilanzsumme einen neuen Rekord. Die EZB-Präsidentin zögert Zinserhö

Die Selbstverzwergung der FDP

Die Liberalen haben in der Ampelkoalition ihren Markenkern verraten. Wie konnte das passieren?

Die fünf Lehren der Wahlbeben

Drei überraschende Landtagswahlen haben die Berliner Republik verändert. Die Ampelregierung hat große Akzeptanzprobleme, der Kanzler wirkt angeschlagen und die Parteien sortieren sich neu. Von Wolfram Weimer

Dieser Mann muss den Krieg verhindern

Die Nato bekommt einen neuen Oberbefehlshaber: Christopher Cavoli hat die gefährlichste Aufgabe der Welt: Der US-General muss die Ostflanke der Nato sichern und die Waffen und Munition für die Ukraine organisieren. Dabei darf er die Nato nicht in einen Krieg führen. Der in Deutschland geborene Of

Krieg sorgt pro deutschem Haushalt für 242 Euro Mehrkosten im Monat

Der Ukraine-Krieg führt zu steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen und heizt die ohnehin hohe Inflation weiter an. Die Preissteigerungen belasten insbesondere Menschen mit geringem Einkommen. Bei Fleisch und Süßigkeiten wird jetzt gespart. Eine Marktanalyse von PWC liefert verblüffende Einbl

Wie die Titanic: Nord Stream verrottet auf dem Meeresgrund

Die Betreiber-Gesellschaft: pleite. Die Investoren: weg. Die Politik: voller Furcht um den eigenen Ruf. Niemand kümmert sich um Nord Stream 2. Die Pipeline ist bis zum Anschlag mit Gas gefüllt und schlummert auf dem Ostseegrund. Ist sie eine tickende Zeitbombe?

Mobile Sliding Menu