27. September:

18:02: Grüne wollen Habeck als Vizekanzler

“Nach dem enttäuschenden Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen den Parteivorsitzenden von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zugunsten von Robert Habeck“. Der soll, so die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” nun Vizekanzler in einem neuen Regierungsbündnis werden. Die Grünen könnten sowohl in einer Ampel-Koalition als auch bei einem Jamaika-Bündnis mitregieren.

16:00: Jeder Zweite will sie: Die Ampel ist die Wunsch-Koalition der Deutschen

FDP und Grüne suchen sich ihren Kanzler aus. Wird es die Ampel mit der Scholz-SPD? Oder Jamaika mit der Laschet-Union? Dazu schreibt der “Focus”:

“In einer Civey-Umfrage exklusiv für FOCUS Online stimmten 53 Prozent der Befragten für eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Vor allem Anhänger von SPD und Grünen bevorzugen diese Links-Mitte-Koalition. Immerhin 32 Prozent der FDP-Sympathisanten könnten sich aber für die Ampel-Koalition erwärmen. Für die Fortsetzung der Großen Koalition sind nur noch fünf Prozent.”

12:00: FDP beginnt Vorsondierungen mit den Grünen

FDP-Chef Christian Lindner hat Vorsondierungen mit den Grünen angekündigt. „Wir haben beschlossen, dass wir Vorsondierungen mit den Grünen aufnehmen“, sagte er am Montag in Berlin. Zwischen den Liberalen und den Grünen gebe es die größten inhaltlichen Unterschiede unter jenen Parteien, die für eine Regierungskoalition infrage kommen. Zugleich seien sie aber auch diejenigen Parteien, die sich am stärksten gegen den Status Quo gewendet hatten. Dagegen stehen Union und SPD nicht für einen neuen Aufbruch.

11:00: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer spricht von Wechselstimmung gegen die CDU

Kretschmer teilt den Optimismus aus dem Adenauer-Haus – der CDU-Zentrale in Berlin – nicht. Es kann doch bei diesem Ergebis nicht wirklich von einem Regierungsauftrag gesprochen werden.

10:00: SPD vor Union

Nach dem vorläufigen Endergebnis liegt die SPD bei 25,7 (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,1 Prozent (32,9). Die Grünen fahren mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin 14,8 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,3 Prozent (12,6). Die Linke rutscht auf 4,9 ab (9,2), bleibt aber wegen drei gewonnener Direktmandate im Bundestag.

26. September 2021

SPD gewinnt Abgeordnetenhauswahl in Berlin

Die SPD hat die Abgeordnetenhauswahl in der Bundeshauptstadt gewonnen. Die Partei mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey erreichte 21,4 Prozent und landete vor den Grünen, die auf 18,9 Prozent kamen. Die CDU erreichte laut Landeswahlleitung 18,1 Prozent, die LINKE 14,0 Prozent, die AfD kam auf 8,0 Prozent, die FPD erzielte 7,1 Prozent. Wie bisher wird Berlin damit künftig nur von einem Dreierbündnis regiert.

Quelle ARD

22:18: SPD holt Merkels alten Wahlkreis

Die SPD kann die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern klar für sich entscheiden. Auch bei der Bundestagswahl gelingen ihr Erfolge. Im alten Wahlkreis von Kanzlerin Angela Merkel (Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I) holt Anna Kassautzki von der SPD nach Auszählung fast aller Wahlbezirke die meisten Stimmen und das Direktmandat.

22:15: Kanzlerkandidat Armin Laschet will CDU-Parteichef bleiben

Hinsichtlich des Vorsitzes der Unions-Bundestagsfraktion legte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sich in der “Berliner Runde” von ARD und ZDF aber nicht fest. “Ich habe die Absicht, die Gespräche der Sondierung zu führen aus dem Amt des Parteivorsitzenden. Und wie wir die Fraktion aufstellen, das entscheiden wir dann.”

22:10: Friedrich Merz für Verhandlungen mit FDP und Grünen

Der ehemalige CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz hat sich gegenüber der “Westfalenpost” für Koalitionsverhandlungen der Union mit der FDP und den Grünen ausgesprochen. “Wir liegen Kopf an Kopf mit der SPD. Das heißt, wir können eine Regierung mit der FDP und den Grünen bilden. Das ist unser Auftrag, und ich befürworte das.”

22:00: Winfried Kretschmann: “Wir müssen gut verhandeln”

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, setzt auf Verhandlungsgeschick in den Koalitionsverhandlungen. “Wir müssen uns nicht ins Schwert stürzen, sondern wir müssen gut verhandeln”, sagt der Grünen-Politiker im ZDF.

21:40: Bei Erstwählenden schneidet FDP am besten ab

Laut Infratest dimap ist die FDP bei den Erstwählenden die erfolgreichste Partei und schneidet mit 23 Prozent in dieser Gruppe am besten ab. Knapp dahinter liegen die Grünen mit 22 Prozent. Darauf folgen laut Infratest dimap die SPD mit 15 Prozent und die Union aus CDU und CSU mit 10 Prozent. Die Linke kommt demnach auf 8 Prozent, die AfD auf 7 Prozent.

Quelle: ARD

21:12: Wirtschaftsverbände warnen vor Hängepartie bei Regierungsbildung

Angesichts des engen Ausgangs bei der Bundestagswahl haben die Wirtschaftsverbände vor einer langen Regierungsbildung gewarnt. “Es darf jetzt keine monatelange Hängepartie geben”, so die Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae. Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, erklärte: “Nach der Bundestagswahl vor vier Jahren haben wir eine beispiellose Hängepartie erlebt, die sich nicht wiederholen darf. Die taktischen Spiele von damals haben wertvolle Zeit gekostet, doch die Digitalisierung duldet keinen Aufschub”. Der Präsident des Verbands Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, betonte, es komme nun auf die Grünen und FDP an. “Rot-Rot-Grün wäre ein Worst-Case-Szenario für die Zukunft des Industriestandortes Deutschland gewesen.”

21:08: Maaßen zieht nicht in Bundestag ein

“Es ist eine schwere Niederlage”, wird Hans-Georg Maaßen zitiert. Der CDU-Kandidat im Wahlkreis 196 in Thüringen unterliegt seinem Konkurrenten von der SPD, Frank Ullrich.

21:00: Höhere Wahlbeteiligung in Bayern

Laut erster Prognosen liegt die Wahlbeteiligung in Bayern bei 79 Prozent. Bei der vergangenen Bundestagswahl waren es 78,1 Prozent Wahlbeteiligung. Vor allem in vielen bayerischen Städten lag die Beteiligung am Nachmittag höher als vor vier Jahren.

20:55: Warum wurde eigentlich am 26. September 2021 gewählt?

Der Wahltermin muss auf einen Sonn- oder Feiertag fallen. Den genauen zeitlichen Rahmen legt Artikel 39 des Grundgesetzes fest: Demzufolge muss es frühestens 46 und spätestens 48 Monate nach Beginn der aktuellen Legislaturperiode zur einer Neuwahl kommen. Da die Wahlperiode des 19. Deutschen Bundestages mit der konstituierenden Sitzung am 24. Oktober 2017 begann, lag der Termin 2021 zwischen dem 25. August und dem 24. Oktober.

20:45: Die skurristen WahlloklaeSchwimmbad, Friedhofskapelle – Die kuriosesten Wahllokale in Köln und der Region

Die Zirkushalle des Kinder-und Jugendcircus Linoluckynelli in Köln wurde zum Wahllokal umgebaut. Aber auch im Gartencenter Mohr im Hahnwald oder  auch in der Oberfinanzdirektion NRW in Köln kann man wählen. Das Freizeitbad Oktopus in Siegburg, der Sielsdorfer Gänsehof und die Friedhofskapelle in Lobscheid wurden zu Orten, wo man sein Kreuz abgeben konnte.

20:42: Kleinster Ort Bayerns hat fertig ausgezählt

In Chiemsee, der Ort kleinste Ort mit der kleinsten Einwohnerzahl in Bayern, sind die Stimmen ausgezählt. Der Schnellmeldung zufolge wählen 57 von 137 Wählern mit der Zweitstimme die CSU, das sind rund 41,6 Prozent. Die Grünen erzielen 26 Stimmen. SPD und FDP liegen mit je 15 Wählerstimmen gleichauf. 13 Stimmen gibt es für die Freien Wähler. Drei Kreuzchen erhält die AfD und eines die Linke. Die Briefwahlstimmen wurden im Ergebnis aufgenommen.

20:02: Vierte Hochrechnung der ARD

  • SPD: 25,5 Prozent (+4,4 Prozent)
  • Union: 24,5 Prozent (-8,3 Prozent)
  • Grüne: 13,8 Prozent (+5,7 Prozent)
  • AfD: 10,9 Prozent (-1,5 Prozent)
  • FDP: 11,7 Prozent (+1,0 Prozent)
  • Linke: 5,0 Prozent (-4,2 Prozent)
  • Sonstige: 8,6 Prozent (+3,0 Prozent)
  • SSW (Südschleswigscher Wählerverband): 1 Direktmandat

19:50: Dritte Hochrechnung der ARD

  • SPD: 25,2 Prozent (+4,4 Prozent)
  • Union: 24,6 Prozent (-8,3 Prozent)
  • Grüne: 14,3 Prozent (+5,7 Prozent)
  • AfD: 10,8 Prozent (-1,5 Prozent)
  • FPD: 11,6 Prozent (+1,0 Prozent)
  • Linke: 5,0 Prozent (-4,2 Prozent)
  • Sonstige: 8,5 Prozent (+3,0 Prozent)
  • SSW (Südschleswigscher Wählerverband): 1 Direktmandat

Demnach hätte die SPD derzeit 200 Sitze, die Union 198.

Christian Lindner auf Facebook: Die FDP hat eines der besten Wahlergebnisse ihrer Geschichte erzielt.

“Zudem sind wir zum ersten Mal bei zwei aufeinander folgenden Bundestagswahlen zweistellig. Das ist ein großer Vertrauensbeweis. 🤝
Von diesem Tag geht ein klares Signal aus: Die politische Mitte wurde gestärkt, die politischen Rändern wurden geschwächt. Der Auftrag an alle Parteien mit staatspolitischen Verantwortung ist: Die Bürgerinnen und Bürger wollen eine Regierungsbildung aus der Mitte heraus. Das ist eine gute Nachricht für unsere Demokratie.
Diese Bundestagswahl lässt der FDP eine besondere Verantwortung zuwachsen. Wir unterschätzen die Dimension der Herausforderungen nicht, vor denen unser Land steht. Ganz im Gegenteil. Aber wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.
Die FDP hat einen eigenständigen Wahlkampf geführt. Wir haben für den Wert der Freiheit geworben und für eine Politik der Mitte. Wir wollen Wohlstand erwirtschaften und nicht nur verteilen. Wir sehen in Bildung die wichtigste soziale Aufgabe. Wir haben mehr Freude am Erfinden von Technologie als an Verboten. Unsere Eigenständigkeit aus dem Wahlkampf werden wir auch in die Zeit nach der Wahl tragen.”

19:37 Viele Wähler der Union gehen zu SPD und Grüne

Fast 1,4 Millionen Stimmen von Wählerinnen und Wählern an die SPD. Zudem hat die Union 900.000 Stimmen an die Grünen und 340.000 Stimmen an die FDP verloren. Die Grünen gewinnen demnach neben den ehemaligen Unions-Wählern auch 470.000 Stimmen von der Linken und 320.000 Stimmen von der SPD dazu. Während der Stimmengewinn für die SPD hauptsächlich von ehemaligen Union-Wählern kommt, entscheiden sich den vorläufigen Zahlen zufolge auch 590.000 Links-Wähler für die Sozialdemokraten.

19:31: CDU schmiert bei Landtagswahlen historisch ab

Bei den beiden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fährt die CDU schlechte Ergebnisse ein.

Hochrechnung zur Bundestagswahl (19.20 Uhr)

CDU/CSU: 24,7 %
SPD: 24,9 %
Grüne: 14,6 %
FDP: 11,7 %
AfD: 11,1 %
Linke: 5 %

Daten: ARD/infratest dimap

19:17: AfD kann im Osten wieder punkten

Die CDU verliert im Osten und kommt nur auf 17 Prozent. Die AfD liegt derzeit bei 21 Prozent

Im Willy-Brandt-Haus sagte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz: “Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden, dass die Sozialdemokraten bei allen Balken nach oben gehen. Das ist ein großer Erfolg.”