Unsere fremde Legion

von Sascha Stoltenow20.05.2011Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Fast 50 Jahre lang galt die Bundeswehr den Deutschen als Friedensbewegung. Jetzt müssen deutsche Soldaten wieder kämpfen, und viele bringen den Krieg im Kopf mit nach Hause. Der Krieg entfremdet die Staatsbürger in Uniform. Wer das ändern will, muss den Einsatz in Afghanistan konsequent medialisieren. Wir brauchen Bilder dieses Krieges.

Welches Bild hat die deutsche Gesellschaft vom Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan? Welches Bild hat sie von ihren Soldaten? Dem ein oder anderen mögen noch die so genannten Schädelfotos in Erinnerung sein. In den Jahren 2003 und 2004 posierten deutsche Soldaten in Afghanistan mit menschlichen Überresten; die Bild-Zeitung hob die Fotografien 2006 auf die Titelseite. Positive Bilder aber fehlen. Diese Bilder braucht es jedoch – in einer Freiwilligenarmee umso mehr -, denn sie sind eine Grundlage, um den Dienst anzuerkennen. Genau darum geht es, wenn Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagt „Unsere Soldaten sollen es als eine Auszeichnung begreifen und erleben, dass sie Deutschland dienen.“

Soldaten und Gesellschaft sind sich fremd

Soldaten, die im Gefecht stehen, fühlen, riechen und schmecken den Kampf. Sie erleben existenzielle Momente. Die Bilder und Erinnerungen brennen sich fest ins Gedächtnis ein.

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