Im Umgang mit der Sprache steht der Schriftsteller vor der Aufgabe, eine allgemeine Dirne zu einer Jungfrau zu machen. Karl Kraus

Zehn verschenkte Jahre für den Meeresschutz

Deutschland hinkt beim Meeresschutz hinterher. Der Zustand der deutschen Nord- und Ostseegewässer ist schlecht. Der Meeresboden wird selbst in Schutzgebieten mehrmals im Jahr durch zerstörerische Schleppnetzfischerei umgepflügt.

Mit der Verabschiedung der meerespolitischen Leitplanken im Jahr 2008 durch die Europäische Union war die Hoffnung auf wirksamen Meeresschutz groß. Seitdem ist viel zu wenig passiert. Die europäischen Meere sind weiterhin verdreckt mit Umweltgiften und Müll, sie sind weiterhin überfischt und die Klimakrise droht ganze Ökosysteme unwiderruflich zu zerstören.

Deutschland hinkt beim Meeresschutz hinterher. Der Zustand der deutschen Nord- und Ostseegewässer ist schlecht. Der Meeresboden wird selbst in Schutzgebieten mehrmals im Jahr durch zerstörerische Schleppnetzfischerei umgepflügt. Schweinswale enden weiterhin als Beifang in Stellnetzen und die Plastikflut belastet Brutplätze von Küstenvögeln wie dem Basttölpel.
Wir fordern von der Bundesregierung ein Aktionsprogramm Meere. Am dringlichsten muss sie endlich Rückzugsräume für Schweinswale, Robben und andere Meereslebewesen schaffen und zerstörerische Fischfangtechniken in Schutzgebieten verhindern. Die Bundesregierung muss handeln im Kampf gegen die Plastikflut und die neuen Ideen der Europäischen Plastikstrategie aufgreifen. Nur so kann der Zustand unserer Meere bis 2020 so verbessert werden, wie es die Bundesregierung im Rahmen europäischer Beschlüsse versprochen hat.

Hintergrund:

Die Europäische Meeresstrategierahmenrichtlinie wurde 2008 verabschiedet und hat das Ziel bis spätestens zum Jahr 2020 in den Mitgliedsstaaten einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen. In diesem Jahr muss die Bundesregierung einen aktuellen Zustandsbericht über die deutschen Nord- und Ostseegewässer an die EU übersenden. Die aktuellen Entwürfe zeigen den weiterhin nicht verbesserten Zustand von Nord- und Ostsee.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Bündnis 90 Die Grünen, Felix Sühlmann-Faul , Ottmar Edenhofer.

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Natur, Naturschutz, Naturkatastrophe

Debatte

Romano-Guardini-Preis für Ottmar Edenhofer

Medium_6a1b4eea1e

Das Ende der Geschichte?

"Wer sich die Dynamik des Klimawandels der letzten 15.000 Jahre vor Augen führt, begreift schnell, dass wir die Betriebsweise unseres Erdsystems in einem Ausmaß und in einer Geschwindigkeit verände... weiterlesen

Medium_44adf0c585
von Ottmar Edenhofer
05.07.2018

Debatte

Grundlagen des Lebens nicht kommerzialisieren!

Medium_4f7a8d781e

Wie leben wir in einer Welt, die zwei Grad wärmer ist?

Bis 2030 müssen 140 Millionen Menschen fliehen, weil die Erderhitzung ihre Heimat unbewohnbar macht. Nehmen wir die Menschen bei uns auf? Wenn ja, wie viele? Und wie können wir alle Menschen ernähr... weiterlesen

Medium_f71edb476d
von Robert Habeck
28.06.2018

Debatte

Für eine zukunftsfähige Gesellschaftspolitik

Medium_ead1ed44bd

Umweltpolitik ist keine Randnotiz

Bei der Energiepolitik wird immer deutlicher, dass man sich im Koalitionsvertrag um die zentrale Frage des Kohleausstiegs herumgedrückt und den Klimaschutz stattdessen in die Kohlekommission verlag... weiterlesen

Medium_b19de13da2
von Annalena Baerbock
05.06.2018
meistgelesen / meistkommentiert