Die Kunst des Krieges

von Stefano Casertano30.01.2013Außenpolitik, Wirtschaft

Frankreich und Deutschland handeln den Frieden nach dem Ende des Euro-Kriegs aus. So kann die politische Struktur in Europa neu ausgerichtet werden. Das funktioniert aber nur, wenn auch andere Länder bei der Lösung der Krise mitmachen dürfen.

Nach der Geburt des modernen Frankreichs durch die Französische Revolution 1789 brauchte das Land bloß fünf Jahre, um die Besetzung des deutschsprachigen „Linken Rheinufers“ zu beschließen. Über eineinhalb Jahrhunderte lang folgten gelegentliche Scharmützel und Kriege – begleitet von einer Reihe ständiger Gebietsverhandlungen – die mit der selbstmörderischen Nazi-Erfahrung endeten. Dann folgten Frieden und Verständigung: Frankreich und Deutschland beschlossen, ihre lange und tragische Geschichte beiseitezulegen und die beiden Länder genossen Jahrzehnte der Zusammenarbeit. Doch wie ist diese Beziehung aufgestellt, wenn es darum geht, auf den kommenden europäischen Abschwung zu reagieren?

Mit französisch-deutscher Dampfkraft aus der Krise

Zu seinem 40. Geburtstag am 22. Januar 2003 wurde der Elysée-Vertrag von 1963 durch die Entscheidung, regelmäßige, halbjährliche Treffen auf höchster Regierungsebene abzuhalten, weiter verstärkt. Die letzten dieser Treffen beherrschten Diskussionen über Griechenland und über Wege, den Euro zu retten. Nun, da sich die Vertragsunterzeichnung zum 50. Mal jährt, scheint sich die Situation leicht zu ändern.

Deutschland scheint, was seinen industriellen Ansatz betrifft, „französischer“ geworden zu sein, wie die Geschichte der gescheiterten Fusion von EADS und BAE zeigt. Manche Kommentatoren (insbesondere Robert Peston von der BBC) merken an, dass die deutsch-französische Entscheidung, weiterhin auf ihre Kontrollmacht über den Großkonzern zu drängen, die wirtschaftliche Einstellung von EADS nachhaltig beeinflussen wird: Zwölf Prozent der Anteile sind für Berlin und Paris gesichert. Es ist zu erwarten, dass der größte EADS-Kunde, die USA, nicht so sehr daran interessiert sein wird, Produkte zu kaufen, die von ausländischen Regierungen geliefert werden. Die wirtschaftliche Perspektive von EADS wird also neu strukturiert werden müssen, wenn wir Pestons Gedankengang folgen. Daraus werden sich möglicherweise neue Gelegenheiten zu gemeinsamer Außenpolitik ergeben. Darüber hinaus signalisiert diese Erfahrung, wie das in Frankreich so beliebte Modell des „Staatsunternehmens“ sich gerade aufmacht, in Deutschland ein Comeback zu feiern.

Andere industrielle Partnerschaften entwickeln sich

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