Spekulation mit der Angst

von Stefano Casertano11.04.2012Außenpolitik, Wirtschaft

Der Preis für Öl und damit Benzin wird wieder sinken – für diese Vorhersage braucht es keine Glaskugel, sondern nur einen rationalen Blick auf den Markt.

Die Ölpreise werden sinken. Das ist keine schwarze Magie, sondern das Ergebnis geopolitischer und industrieller Tatsachen. Die amerikanische „WTI“-Rohöl-Mischung kostet heute etwa 105 Dollar pro Barrel, während die europäische „Brent“-Mischung mit 125 Dollar deutlich teurer zu Buche schlägt. Die Konflikte im Nahen Osten haben ihre Spur hinterlassen: Immerhin kommt etwa ein Drittel des weltweit geförderten Öls aus der Konfliktregion. Die Kosten der aktuellen Spannungen zwischen Iran und Israel haben sich direkt im Preis niedergeschlagen: Die Differenz zwischen heutigen Preisen für WTI-Öl und den Preisen am Terminmarkt (bei dem man beispielsweise heute schon für ein Barrel Öl bezahlt, das erst 2018 geliefert wird) liegt bei atemberaubenden 30 Dollar. Je länger man zu warten bereit ist, desto billiger wird das Öl. Wenn wir Inflation und den Schluckauf der Finanzmärkte grob herausrechnen, können wir sagen, dass die Kosten der aktuellen Spannungen also mit etwa 30 Dollar pro Barrel beziffert werden können. Oder, anders ausgedrückt: Mit Angst lässt sich gut spekulieren. Investoren kaufen Öl-Optionen nicht nur auf, um ordentlich Kasse zu machen (das auch), sondern um sich gegen den Ausbruch eines neuen Konfliktes zu wappnen.

Irak und Libyen fördern mehr

Andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle und lassen uns auf sinkende Preise hoffen. Einige ölproduzierende Länder sind entweder wieder am Fördern oder schlagen sich unerwartet gut. In Libyen hat die Fördermenge einiger Unternehmen schon wieder den

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