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von Stefano Casertano28.03.2012Außenpolitik, Wirtschaft

Europa guckt gebannt auf Berlin und den wirtschaftlichen Erfolg der Deutschen. Der Wunsch nach Wachstum ist groß, das teutonische Modell lässt sich aber nicht ohne Weiteres kopieren.

Europas wirtschaftspolitische Diskussion wird von einem paranoiden Mantra dominiert: Lässt sich das „deutsche Modell“ auf andere Ländern übertragen, um dieselben beneidenswerten wirtschaftlichen Resultate zu erreichen? Deutschland weist beeindruckende Wachstumsraten vor – 3,7 Prozent 2010 bzw. 3 Prozent 2011. Und es wird erwartet, dass dieses Wirtschaftswachstum auch 2012 anhält – dem vermeintlichen Jahr der Maya-Apokalypse. Die Arbeitslosigkeit pendelt zwischen sechs und sieben Prozent und regt somit das Konsumverhalten der Verbraucher an. Außerdem war Deutschland das erste Land in Europa, das sich in seiner Wirtschaftsstrategie stark auf Asien konzentrierte, und somit unternehmerische Präsenz und Wissen bereits Jahre vor allen anderen aufgebaut hat.

Der Protest hat eine Kant’sche Wende genommen

Das ist nur eine kurze Liste der jüngsten Wirtschaftsleistungen Deutschlands. Jede Erfolgsperiode bringt natürlich auch Missstände mit sich; und wir sollten die negativen Seiteneffekte der aktuellen deutschen Wirtschaftsreformen nicht herunterspielen: Die Einkommensunterschiede sind gestiegen. Die Lebenshaltungskosten in Deutschland gehen nach oben, und die Invasion von Touristen hat in einigen Städten zu heftigen „Anti Tourismus“-Demonstrationen der Bewohner geführt. Der Protest hat eine Kant’sche Wende genommen, als 2011 in Berlin-Kreuzberg Anwohner und Touristen gemeinsam

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