Schlecht geschmiert

von Stefano Casertano29.02.2012Außenpolitik, Wirtschaft

Europa lässt die Chinesen russisches Öl anzapfen – damit Peking nicht bei den Iranern kauft. Doch der so entstehende wirtschaftliche Druck auf Teheran ist teuer erkauft; auch wenn Moskau sich als Freund des Westens präsentiert.

In der Ölindustrie wird selten über Preise geredet, sondern primär über das, was man aus dem Boden fördert. Es gibt gutes Öl, das leichter in Raffinerien zu verarbeiten ist und aus dem sich hochwertige Treibstoffe wie Kerosin herstellen lassen. Und es gibt Öl, das viele Verschmutzungen beinhaltet und teuer in der Verfeinerung ist. Die sogenannte „Brent“-Ölmischung, die normalerweise in Europa und im Nahen Osten gefördert wird, gehört meist zur ersten Kategorie. Die „Ural“-Mischung gehört zur zweiten. Man kann also davon ausgehen, dass Brent-Öl meistens teurer ist als Ural-Öl; das ist bisher auch immer so gewesen. In letzter Zeit hat sich das Preisverhältnis jedoch umgekehrt: Ural-Öl war zum ersten Mal teurer als andere Mischungen aus dem europäischen Raum und dem Nahen Osten. Warum? Nehmen wir einmal an, dass man Öl als Thermometer für internationale Politik benutzen kann. China kauft mehr Öl aus Russland und verringert seine Abhängigkeit vom Iran. Das ist die Konsequenz einer Geopolitik, die ich bereits vor zwei Wochen an dieser Stelle diskutiert habe

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