Stream dich glücklich

von Stefan Zilch20.08.2013Gesellschaft & Kultur, Medien

Natürlich stecken Spotify und andere Streaming-Dienste erst in ihren Kinderschuhen. Doch bereits jetzt zeigen sich die positiven Einflüsse auf den Musikmarkt: Die Piraterie-Quote sinkt, Fans können neue Musik entdecken und der Künstler geht auch nicht leer aus.

Für viele junge Menschen gehört es heute zum Lebensstil, ihre Musik schnell und unkompliziert über das Internet zu hören. Nach einer aktuellen Studie des BITKOM nutzen bereits sechs Millionen Deutsche Musikstreaming-Dienste wie Spotify. Das zeigt, dass sie durchaus bereit sind, legal in den Musikgenuss zu kommen und dafür zu zahlen. Es zeigt zudem, dass es ihnen Spaß macht, ihre Lieblingsalben rauf und runter zu hören und neue Bands und Künstler zu entdecken, von denen sie zuvor nie gehört haben.

Wir bedauern solche Entscheidungen wie die von Thom Yorke, seine und die Songs der Band Atoms for Peace von unserer Plattform zu nehmen, denn nun bleibt Millionen von zahlenden Spotify-Nutzern dieser Genuss vorerst leider verwehrt. Allerdings ist das nicht der erste Fall dieser Art. Schon andere prominente Musiker und Gruppen wie Adele, Coldplay oder die Red Hot Chili Peppers haben ihre Musik von Spotify heruntergenommen. Aber alle waren wenig später wieder da, denn sie haben erkannt, dass neben dem Geld auch das Thema Piraterie und Werbewirkung eine große Rolle bei Spotify spielt.

Ob Paul Kalkbrenner oder Metallica – sie sind überzeugt

Erfolgreiche Alben, die nicht über Spotify laufen, haben eine sehr hohe Piraterie-Quote. Das belegt die Studie “„Adventures in the Netherlands“”:http://de.scribd.com/doc/154450281/Adventures-in-the-Netherlands-Final, die Will Page, Director of Economics bei Spotify, kürzlich für den niederländischen Musikmarkt erstellt hat. Demnach weichen Musikfans häufig auf illegale Plattformen aus, wenn sie ihre Songs nicht über Dienste wie Spotify erhalten. Sie laden sich die Musik dort illegal herunter – die Künstler gehen leer aus. Ist die Musik dagegen bei Spotify verfügbar, sinkt die Piraterie-Quote, und die Künstler erhalten ihre Anteile pro Stream.

Hinzu kommt die virale Werbewirkung: Über Facebook und Twitter teilen Spotify-Nutzer ihre Playlists und machen so ihre Freunde auf neue und alte Songs aufmerksam. Allein in Deutschland werden pro Tag über 90.000 Playlists erstellt, das sind über 33 Millionen in 12 Monaten. Musiker und Bands, die uns zunächst skeptisch gegenüberstanden, sind heute davon überzeugt, ihre Songs über Spotify zu streamen, etwa Metallica, Pink Floyd, die Eagles oder Paul Kalkbrenner.

Dass Musikstreaming immer beliebter wird, zeigt sich auch in den Umsätzen: Der BVMI meldete kürzlich für das erste Halbjahr 2013 eine Steigerung der Einnahmen mit abo-basierten Streaming-Diensten um 137 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch eine aktuelle Studie von Price Waterhouse Coopers prognostiziert, dass Streaming bis 2017 weltweit 18 Prozent an den Umsätzen auf dem digitalen Musikmarkt ausmachen und für insgesamt 125 Millionen Euro Umsatz sorgen wird.

Auch Spotify ist ein Langzeit-Projekt, das noch in seinen Anfängen steckt. Dennoch haben wir seit Oktober 2008 bereits über 500 Millionen Dollar ausgeschüttet – an Rechteinhaber der einzelnen Titel sowie an Rechteverwerter wie die GEMA. Insgesamt fließen rund 70 Prozent unserer Gesamteinnahmen aus Werbung und Abonnements an die Musikindustrie zurück.

Spotify: Die zweitwichtigste Einnahmequelle für Musiker

Wie viel jeder Künstler davon erhält, hängt von seinem Anteil an der Summe der monatlichen Streams ab. Steht ein Künstler für ein Prozent des gesamten Streaming-Volumens in einem Markt, erhält er ein Prozent aus der gesamten Ausschüttung in diesem Markt. Deren Höhe variiert jeden Monat, je nachdem, wie schnell die Zahl unserer Abo-Kunden und unsere Werbeeinnahmen wachsen. Was unsere Vertragspartner mit ihrem Umsatzanteil anfangen, liegt nicht in unserer Hand. Wir können ihnen nicht vorschreiben, wie sie ihre Verträge mit den Künstlern gestalten. Wir wissen aber, dass viele Rechteinhaber und -verwerter einen Teil dieses Geldes in die Pflege und den Aufbau neuer Talente investieren.

Was wir und andere Streaming Services allerdings beeinflussen können, ist die positive Entwicklung des Musikmarkts. Und da zeigt sich: Wo Musikstreaming erfolgreich ist, da wachsen die Märkte. In Schweden, wo Spotify im Oktober 2008 gestartet ist, legte der gesamte Musikmarkt im ersten Halbjahr 2013 um zwölf Prozent zu, wobei Streaming-Umsätze 70 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachten, während Norwegen ein Umsatzplus von 17 Prozent verzeichnet bei 66-prozentigem Streaming-Anteil an den Umsätzen. In Skandinavien veröffentlichen Künstler ihre Musik sogar teilweise nur noch als Stream. Ein prominentes Beispiel hierfür ist das schwedische DJ-Duo Cazzette. Ihre Songs erreichten allein über Spotify weltweit zahlreiche Fans und stürmten sogar die “Billboard Dance Charts”:https://spotify.app.box.com/s/u7kp8e5lijbn74zm10pd.

Mit seinem umfangreichen Katalog und Empfehlungsmöglichkeiten bietet Spotify seinen Fans die Chance, problemlos neue Künstler und Musik zu entdecken. Viele Musiker generieren so zusätzliche Umsätze neben ihren CD-, Download- und Konzerteinnahmen. Mit 24 Millionen Menschen in 28 Ländern, die mindestens einmal pro Monat Musik über Spotify streamen, sind wir erst am Anfang. Aber bereits nach iTunes mit seinen über 500 Millionen zahlenden Nutzern schon heute die zweitwichtigste digitale Einnahmequelle für Musiker.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Fünf Gründe, die für die E-Mobilität sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet Durchbrüche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-Mobilität.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu