Umweltschutz ist für Fürst Albert II. von Monaco ein kategorischer Imperativ

Stefan Groß-Lobkowicz19.12.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Wissenschaft

Albert II. ist kein Fürst spektakulärer Auftritte. Doch eine Ausnahme macht er beim Klimaschutz.

Der 61-jährige Regent des Fürstentums Monaco, Ehrendoktor und Honorarprofessor für International Studies am Tarrant County College, hat eine Passion: Er will das Bewusstsein der Menschen für die Umwelt schärfen. Ob bei seinen Reisen zum Nord- oder Südpol – sein Credo lautet immer: „Erhaltung der Schöpfung“. Wie ernst es der Regent damit meint und wie sehr er selbst Klimavisionär und Klimapragmatiker zeigt sich nicht nur an einer unüberschaubaren Fülle von Projekten, sondern an seiner Entschlossenheit, dem menschengemachten Klimawandel entschieden den Kampf anzusagen. Diese Vision ist Albert II. zur Lebensmaxime geworden, denn „Monaco ist sicherlich nicht das größte Land der Erde, doch ich bin entschlossen den Beweis anzutreten, dass es in Umweltangelegenheiten durchaus mit zu den erneuerungsfreudigsten zählt“. Wie entschlossen er ist, zeigt, dass das kleine Fürstentum bereits 2006 das Kyoto-Protokoll ratifizierte, sich seit über 15 Jahren für die Reduzierung von CO2-Emissionen einsetzt und sich das Thema der Erneuerbaren Energien als Primärziel auf die Agenda geschrieben hat. Mit seiner „Fondation Prince Albert II de Monaco“, einem internationalen Netzwerk, dem renommierte Wissenschaftler, Adlige und Entrepreneurs gleichermaßen angehören, unterstützt er den Bau nachhaltiger Entsalzungsanlagen, fördert die Erforschung neuer Pflanzen zur Gewinnung von Biogas sowie den Erhalt der Artenvielfalt im Bereich der europäischen Vogelwelt. Als Schirmherr der „Billion Tree Campaign” der UNEP setzt sich Fürst Albert II. für die Wiederaufforstung ein und engagiert sich für das energieeffiziente Bauen.

Verantwortung verpflichtet, das weiß keiner besser als der Sohn von Hollywoodlegende und Grace Kelly und von Fürst Rainier III. Schon der Vater galt als Klimaaktivist und Vorreiter in Sachen Umweltschutz, gründete zum Schutz der französisch-italienischen Mittelmeerküste eine Umweltzone und war einer der ersten, der sich für eine Regelung des Walfangs aussprach. Fürst Albert II. ist in diese Fußstapfen getreten, führt das große Erbe fort und setzt eigene, neue Akzente. Sei es beim Ausbau der E-Mobilität und anderer alternativer Antriebsmethoden im Fürstentum oder dem Bio-Monitoring-Programm, das die Qualität des Meereswassers und die Auswirkung auf die Organismen untersucht. Schon 2009 plädierte Fürst Albert für ein Handelsverbot des vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisches. Nachhaltige Fischerei einerseits sowie der Kampf gegen die Versteppung und die Aufforstung andererseits stehen ebenfalls im Fokus des Umweltaktivisten Albert II. In der neuen Klimabewegung „Fridays of Future“ sowie beim Klimaplädoyer der Schwedin Greta Thunberg sieht er daher eine Sternstunde eines neues Umweltbewusstsein, das auch seine Ideen einem breiten Publikum vermittelt und das er mit daher mit Nachdruck unterstützt. Der Monegasse weiß, und darauf hat er jüngst hingewiesen. Der Klimawandel lässt sich nur gemeinsam verwirklichen und bedarf eines globalen Engagements aller: „Überall sehen wir Bürger und Jugendliche, die sich für den Kampf gegen den Klimawandel zusammenschließen“, sagte der Fürst im Dezember in Potsdam. Und „niemand kann behaupten, dass er nur für sich handelt.“ So fordert Albert II. von Monaco auch ein Umdenken hin zur „Clean Mobility“. Denn „die Klimasituation verlangt jetzt von uns, dass wir die Art und Weise, wie wir reisen, arbeiten, konsumieren und uns ernähren, ändern. Wir wissen mit Sicherheit, dass sich unser Klima in einer sehr beschleunigten Weise ändert“.

Der Mahner aus dem Fürstentum Monaco weiß, was auf dem Spiel steht. Es geht um nichts Geringeres als um die Bewahrung unserer Erde. Das Prinzip Verantwortung, wie es der große Philosoph Hans Jonas einst einforderte, ist auch dem Fürsten eine Pflicht zum Dienst an der Natur und an den künftigen Generationen. Es geht um nichts weniger, als die Erde zu retten, damit sie in ihrer Schönheit, Artenvielfalt und Einmaligkeit bewahrt bleibe. Dafür steht der Name Albert II. von Monaco, dafür steht seine Stiftung mit ihren Forschungsstipendien und Millionen von Forschungsgeldern –  dafür steht letztlich heute das Haus Grimaldi und an seiner Spitze ein Fürst, der an die Welt appelliert: „Ich zähle auf uns alle, um das zu verwirklichen.“

Für sein Engagement erhält Fürst Albert II. von Monaco am 17. Januar 2020 den Freiheitspreis der Medien”, dazu heisst es:

“Der „Freiheitspreis der Medien“ geht 2020 an Fürst Albert II. von Monaco. Der Fürst erhält den renommierten Preis, der in den vergangenen Jahren an Michael Gorbatschow, Reinhard Kardinal Marx, Christian Lindner, Jens Weidmann und an Jean-Claude Juncker verliehen wurde, für ein couragiertes Engagement für den Naturschutz. In der Begründung der Jury heißt es: „Wie kaum ein anderer Staatsmann hat sich der Politiker in den vergangenen Jahren für die Bewahrung der Schöpfung eingesetzt. Bereits seit der Jahrtausendwende weist der studierte Politikwissenschaftler auf die Gefahren des Klimawandels hin und ist aktiv für den Naturschutz tätig. Fürst Albert II. von Monaco kämpft nicht nur gegen die weltweite Verschmutzung der Meere, gegen die Klimaerwärmung durch industrielle Schadstoffemissionen und das globale Abschmelzen der Pole, sondern lenkt den Fokus immer wieder auf den Schutz der Artenvielfalt, fördert Erneuerbare Energien und plädiert für eine globale Wasserversorgung. Die von ihm im Jahr 2006 gegründete Stiftung „Fondation Prince Albert II de Monaco” gilt weltweit als Leuchtturmprojekt für den Umweltschutz. Prinz Albert II. von Monaco erhält den „Freiheitspreis der Medien“ für seinen unermüdlichen Dienst zum Schutz der Umwelt, für seinen Kampf um eine saubere Umwelt und für sein engagiertes Eintreten als Umweltbotschafter, der unermüdlich vor dem Klimakollaps warnt. Er steht für einen nachhaltigen Freiheitsbegriff des 21. Jahrhunderts, er kämpft für das Ziel der qualitativen Freiheit. Ihm gilt nicht „je mehr, desto besser“, sondern umgekehrt „je besser, desto mehr“.”

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