Es gibt keinen Grund, zu denken, dass wir Menschen besonders gut darin sind, Moralvorstellungen umzusetzen. Ronald C. Arkin

Im Kreuzgang - Markus Söder und der grüne Shitstorm

Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat mit seinem Kruzifix-Vorstoß eine Debatte angestoßen, die viel über die Deutsche Nation aussagt. Aus dem grünen Lager hagelt es Kritik. Die Religion werde instrumentalisiert, die weltanschauliche Neutralität stehe auf dem Spiel. Doch Söder weiß genau, was er tut.

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Seit Tagen wird der Bayerische Ministerpräsident Markus mit seinem Kruzifix-Vorstoß mit Hohn und Spott überzogen. Heftige Kritik kam dabei aus der grünen Multikulti-Ecke. So kritisierte Katrin Göring-Eckardt Söders Kruzifix-Pflicht als beschämend für Christen. „Das Kreuz ist keine heimelige Wand-Deko“, sondern wird für plumpes Wahlkampfgetöse missbraucht. Auch der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof kritisierte Söder und die Kreuzespflicht in allen staatlichen Behörden. Das Kreuz sei kein Symbol für Bayern „und erst recht kein Wahlkampflogo.“ „Wer im Geist des Kreuzes handeln will, der muss die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellen, und zwar besonders die Menschen in Not.“ Nun ist beim Vorwurf des Bischofs kein Kausalzusammenhang zu erkennen denn Bayern ist sowohl in Sachen Flüchtlingskrise als auch bei der Integration Vorreiter.

Kirche kritisiert Kreuz-Vorstoß

Das ausgerechnet Kritik von Seiten der Kirche kommt, ist nicht nur befremdlich, aber vielleicht verständlich, wenn man sich an den Besuch von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm am Tempelberg erinnert, wo die Kreuze einfach in der Tasche verschwanden, um religiöse Gefühle nicht zu verletzten. Der allgemein hervorgebrachte Vorwurf, Söder instrumentalisiere die Religion samt Kreuz und verletzte damit die Neutralität des Staates in Sachen Religionsfreiheit, bleibt absurd, denn Artikel 4 des Grundgesetzes, der die Religionsfreiheit garantiert und dazu verpflichtet, weltanschaulich und religiös neutral zu sein, wird durch das Aufhängen von Kreuzen nicht tangiert. Weder wird dadurch das Kreuz auf ein kulturelles Symbol reduziert noch zum Symbol des Staates verklärt. Auch der Vorwurf einer „populistischen Symbol-Wahlkampfaktion“, wie sie der sonst umsichtige FDP-Chef Christian Lindner in den aufgewühlten Diskurs wirft, mag nicht tragen, sondern eher befremden. Wie groß muss die Illusion denn sein, um mit dem Kreuz eine Landtagswahl zu gewinnen?

Der neue Ministerpräsident selbst lässt sich durch den anschwellenden Gesang der Kritiker nicht aus dem Schritt bringen. In Sachen Kruzifix bleibt er unnachgiebig. Er weiß eben um die Kraft des Symbolischen – anders als seine Gegner, die ihn hier deutlich unterschätzen. Traurig nur, dass Söders Kreuzesvorstoß zum leidigen Kreuzweg des Ministerpräsidenten selbst wird, der im aufbrechenden Kulturkreuzkampf zum letzten Verteidiger des Christentums avanciert.

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