Im Kreuzgang - Markus Söder und der grüne Shitstorm

Stefan Groß-Lobkowicz2.05.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat mit seinem Kruzifix-Vorstoß eine Debatte angestoßen, die viel über die Deutsche Nation aussagt. Aus dem grünen Lager hagelt es Kritik. Die Religion werde instrumentalisiert, die weltanschauliche Neutralität stehe auf dem Spiel. Doch Söder weiß genau, was er tut.

Seit Tagen wird der Bayerische Ministerpräsident Markus mit seinem Kruzifix-Vorstoß mit Hohn und Spott überzogen. Heftige Kritik kam dabei aus der grünen Multikulti-Ecke. So kritisierte Katrin Göring-Eckardt Söders Kruzifix-Pflicht als beschämend für Christen. „Das Kreuz ist keine heimelige Wand-Deko“, sondern wird für plumpes Wahlkampfgetöse missbraucht. Auch der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof kritisierte Söder und die Kreuzespflicht in allen staatlichen Behörden. Das Kreuz sei kein Symbol für Bayern „und erst recht kein Wahlkampflogo.“ „Wer im Geist des Kreuzes handeln will, der muss die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellen, und zwar besonders die Menschen in Not.“ Nun ist beim Vorwurf des Bischofs kein Kausalzusammenhang zu erkennen denn Bayern ist sowohl in Sachen Flüchtlingskrise als auch bei der Integration Vorreiter.

Kirche kritisiert Kreuz-Vorstoß

Das ausgerechnet Kritik von Seiten der Kirche kommt, ist nicht nur befremdlich, aber vielleicht verständlich, wenn man sich an den Besuch von Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm am Tempelberg erinnert, wo die Kreuze einfach in der Tasche verschwanden, um religiöse Gefühle nicht zu verletzten. Der allgemein hervorgebrachte Vorwurf, Söder instrumentalisiere die Religion samt Kreuz und verletzte damit die Neutralität des Staates in Sachen Religionsfreiheit, bleibt absurd, denn Artikel 4 des Grundgesetzes, der die Religionsfreiheit garantiert und dazu verpflichtet, weltanschaulich und religiös neutral zu sein, wird durch das Aufhängen von Kreuzen nicht tangiert. Weder wird dadurch das Kreuz auf ein kulturelles Symbol reduziert noch zum Symbol des Staates verklärt. Auch der Vorwurf einer „populistischen Symbol-Wahlkampfaktion“, wie sie der sonst umsichtige FDP-Chef Christian Lindner in den aufgewühlten Diskurs wirft, mag nicht tragen, sondern eher befremden. Wie groß muss die Illusion denn sein, um mit dem Kreuz eine Landtagswahl zu gewinnen?

Der neue Ministerpräsident selbst lässt sich durch den anschwellenden Gesang der Kritiker nicht aus dem Schritt bringen. In Sachen Kruzifix bleibt er unnachgiebig. Er weiß eben um die Kraft des Symbolischen – anders als seine Gegner, die ihn hier deutlich unterschätzen. Traurig nur, dass Söders Kreuzesvorstoß zum leidigen Kreuzweg des Ministerpräsidenten selbst wird, der im aufbrechenden Kulturkreuzkampf zum letzten Verteidiger des Christentums avanciert.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die AfD ist der Komplize für rechten Terror

Was in Hanau passiert ist, ist mehr als Totschlag. Wir müssen es aussprechen: Es ist Massenmord. Es ist ein gezielter Angriff gegen Ausländer, Fremde, Nichtdeutsche. Egal wie man es nennt: Es war rassistischer und rechter Terror. Vielleicht war es ein Einzeltäter, aber er wurde getragen von eine

Eine Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent ist erschreckend hoch

Die WHO errechnet bei Coronavirus-Erkrankten eine hohe Mortalitätsrate von 3,4 Prozent. Italien meldet sogar fast 5 Prozent. Rechnerisch würden damit Millionen Todesfälle drohen. Doch Experten warnen vor falschen Hochrechnungen. Die Daten erzählen nur die halbe Wahrheit.

Neue Migrationskrise geht auf Kosten der Gesundheit der Bundesbürger

Jens Spahn hat Angst. Man musste nur die Körpersprache des Gesundheitsministers beobachten, wie er bei Maischberger am Tresen saß, um zu wissen: dieser Mann, der sich bis vor kurzem noch für Kanzlermaterial hielt, ist hilflos angesichts der Krise, der er sich gegenüber sieht. Hilflos, und heillo

Jetzt kommt Merkels große Wirtschaftskrise

In der deutschen Wirtschaft geht mittlerweile die Angst um - die Angst vor einer großen Wirtschaftskrise. Diese Krise wird kommen, und es wird zu erheblichen Teilen Merkels Wirtschaftskrise sein. Alle Schuld daran auf den drohenden Ausbruch einer Corona-Epidemie zu schieben – wie man es im Berlin

Die Ramelow-Partei will die Reichen erschießen

An diesem Wochenende trafen sich die Funktionäre der LINKEN in Kassel zu einem Strategieseminar. Auf dem Programm stand der „sozial-ökologische Systemwechsel“. Wie dieser von statten gehen soll, führte eine Funktionärin aus, nachdem sie ihre Ausführungen mit dem Satz: „Nach einer Revoluti

Merkels Rede wurde dem Ernst der Lage nicht gerecht

Leider wurde diese Rede dem von ihr selbst beschworenen Ernst der Lage nicht gerecht. Sie sagte doch tatsächlich: „Deutschland hat ein exzellentes Gesundheitssystem.“ War sie in den letzten Wochen in Urlaub?

Mobile Sliding Menu