Koch und Bouffier wollen in Bayern CDU-Landesverband gründen

Stefan Groß-Lobkowicz22.09.2016Politik

Schon seit Monaten haben sich die Gewitterwolken bei der Union nicht verzogen, die Stimmung zwischen Seehofer und der Bundeskanzlerin ist auf tiefe Minusgrade abgekühlt. Bayern setzt Berlin immer wieder unter Druck. Nun erwägt die CDU, in Bayern anzutreten.

CDU erwägt bayerischen Landesverband zu gründen

Während die Seehofer-Partei zumindest in Erwägung zieht, ihre Regentschaft auf die ganze Bundesrepublik auszubreiten, zumal der CDU-Vorsitzende gerade in den ostdeutschen Ländern bei einer breiten Bevölkerungsschicht hoch im Kurs steht, denn dort würden immerhin 42 Prozent die CSU wählen, erwägt die CDU ihrerseits nun, im Stammland von Franz-Josef Strauß anzutreten. Grund für den Streit unter den Schwesterparteien ist nach wie vor die Flüchtlingspolitik. Seehoder will keine Grundsicherung de Luxe“ für Zuwanderer.

„Wenn beide Seiten nicht bald zu einer Abkühlung kommen, dann wird CDU-Generalsekretär Tauber irgendwann in München Räumlichkeiten anmieten müssen“, betonte der frühere Ministerpräsident Hessens Roland Koch. Flankendeckung erhielt Koch jetzt vom amtierenden Ministerpräsidenten Vollker Bouffier, der ebenfalls – so Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ – der CDU empfiehlt, in „München eine Immobilie zu kaufen“, um einen eigenen Landesverband aufzubauen. Auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer stellt sich die Frage, „ob die CDU die CDU bleibt oder so wird, wie die CSU es gerne hätte.“

Seehofer – die Lage ist ernst

Horst Seehofer bezeichnete bei seiner Rede vor den Landtagsabgeordneten in Kloster Banz die Lage als ernst und forderte eine Einigung bis „Mitte Oktober“. Für den CSU-Chef sei diese machbar, aber nicht unbedingt garantiert. „Misslingt das, dann gibt es – anders als 1976 – ernsten Entscheidungsbedarf.“ Für die CSU geht es um „Schadensminimierung“.

Aufgrund der schlechten Umfragewerte der CDU bundesweit hatte der CSU-Vorsitzende die Schwester aufgefordert, bei der Bundestagswahl 2017 in der Wählergunst zuzulegen. 30 Prozent sei einfach keine Perspektive.

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