Bei Unzucht Todesstrafe – Mittelalter pur

Stefan Groß-Lobkowicz6.08.2016Außenpolitik, Europa, Gesellschaft & Kultur, Medien

„Die Angst vor Allah“, so proklamiert ein dänischer Imam, sei gut für Kinder. Gewalt als Erziehungsmittel legitim und diene der religiösen Läuterung. Unterfüttert werden diese satanischen Verse durch eine Praxis des Grauens.

Ihre Weltoffeneit ist ihr Credo, die Toleranz ihr Markenzeichen, ihr Liberalismus gelebte Realität. Das Kulturvolk der Dänen hat sie verwirklicht, die Ideale der Aufklärung. Politisch taktierten sie in der Vergangenheit oft geschickt; versuchten bei den großen Kriegen ihre Neutralität zu wahren, retteten dänische Juden vor dem „Holocaust“ und votierten schon 1989 für die Einführung von homosexuellen Partnerschaften. Die Zeiten, in denen die Dänen als Wikinger Kriege führten und ferne Länder eroberten, sind lange vorbei.

Eine Kultur des Unbehagens

80 Prozent der Bevölkerung sind evangelisch und gehören der Dänischen Landeskirche an, die Königin Margarethe II. mit weiser Hand dirigiert. Aber 2005 wurde das flache Land, in dem die parlamentarische Monarchie herrscht und das zu 90 Prozent aus einer homogenen Bevölkerung besteht, aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Die Mohammed-Karikaturen der Zeitung Jyllands Posten sorgten für politische Irritationen in globalem Ausmaß. Seitdem steht auch Dänemark auf der Schwarzen Liste des fundamentalistischen Islams. Eine Kultur des Unbehagens hat an den Küsten im Norden Einzug gehalten.

Die Angst vor dem radikalen Islam wächst

Ganz so weltoffen und liberal ist man nicht mehr. Denn auch im Land von deutscher Ferienspießeridylle samt Bungalow und Sauna geht die Angst vor dem radikalen Islam um. Peu à peu verschiebt sich das politische Klima nach rechts. So konnte sich bei den letzten EU-Wahlen die islamfeindliche Dänische Volkspartei durchsetzen und stärkste politische Kraft werden. Über 50 Prozent des Nord- und Ostseevolkes sind gegen Migration und muslimische Einwanderer und sehen in der Flüchtlingsbewegung eher eine Bedrohung.

Dazu gibt es auch gute Gründe. Laut einer Studie von 2016 sind viele junge muslimische Frauen und Männer im Land tiefreligiöser verwurzelt als noch in den 80ziger Jahren, Tendenz steigend, erhöhte Gewaltbereitschaft inklusive. Das politische Klima pendelt zwischen Liberalität einerseits und neuer religiös-fundamentalistischer Radikalität in den Banlieures andererseits. Auch die Zahl der Imame, die ihre skandallösen Gewaltbotschaften verbreiten wächst kontinuierlich.

Neue Rhetorik der Gewalt

Seit Monaten elektrisiert und schockiert eine vierteilige Dokumentation des Fernsehsenders TV2 die Dänen. Sie Dokuserie „Moscheen hinter dem Schleier“ sorgt für skandalträchtige Aufregung – quer durch die politischen Lager hinweg. Schauplatz der Erregung ist die Grimhøj Moschee in Aarhus, gedreht wurde mit versteckter Kamera. Was sich im Geheimen im Gotteshaus abspielt, offenbart mit erschreckender Dramatik eine Rhetorik der Gewalt. Imam Abu Bilal Ismail radikalisiert im neutralen Dänemark mit satanischen Anweisungen. Auch in Deutschland ist er kein Unbekannter. Vor Jahren betete Abu Bilal Ismail in einer Berliner Moschee für die Vernichtung aller Juden. Seine Sympathie für die Kampfverbände des Islamischen Staates (IS) ist nach wie vor ungebrochen und das Gotteshaus in Aarhus eine Art Aufzuchtbecken für islamische Fundamentalisten.

Bei Unzucht Todesstrafe – Mittelalter pur

Der geistige Führer Abu Bilal Ismail ruft zur offenen Gewalt gegen Kinder und Frauen auf, rät Vergewaltigungsopfern, die Straftaten zu verheimlichen und die Polizei nicht zu informieren; plädiert wie im Europa der Inquisition für die Todesstrafe bei Unzucht, fordert die sofortige Steinigung oder Auspeitschung bei Untreue und legitimiert diese Sanktionen im Sinne des Wahrhaftigkeitsanspruchs seiner Religion.

„Die Angst vor Allah“, so proklamiert er, sei gut für Kinder. Gewalt als Erziehungsmittel legitim und diene der religiösen Läuterung. Unterfüttert werden diese satanischen Verse durch eine Praxis des Grauens. Abu Bilal Ismails perfide propädeutische Ratschläge kulminieren als schwärzeste Pädagogik in der Forderung, 10-jährige Kinder zu schlagen, sollten sie nicht beten. Sie an die „Wand zu schmeißen“ oder „mit einem Messer zu schneiden“ sei zwar nicht erlaubt, schadet aber auch nicht. Kinderpsychologen im Land sind alarmiert. Aufklärung in den Schulen einerseits, ein Rollback der Aufklärung in die finsteren Zeiten des Mittelalters andererseits – insbesondere für Kinder ist diese erzieherische Ambivalenz schwer erträglich, verstörend und trägt nicht zur Identitätsbildung bei.

Die Scharia, das religiöse Gesetz des Islams, geriert in der Grimhøj Moschee zur Fratze blindwütiger Hasstiraden gegen Andersgläubige und Konvertiten. Das alte Prinzip der Vergeltung, das biblische „Aug um Auge, Zahn um Zahn“, erfährt eine neue Renaissance. „Ich habe die größte Lust, die Grimhøj-Moschee dem Erdboden gleichzumachen“, betonte die bürgerliche Integrationsministerin Inger Støjberg.

Einreiseverbot für Hassprediger

Die Doku-Serie hatte die Doppelmoral der Imame offengelegt. Einerseits verstehen sich diese als „Brückenbauer“, werben nach außen für eine Kultur der Toleranz und Integration von Muslimen, andererseits polemisieren sie im inneren Zirkel gegen die freiheitlichen Menschenrechte und stellen diese unter das Kuratel ihrer fundamentalen Ideologeme. Gegen diese heimliche Islamisierung, so ist man sich in Dänemark einig und gibt zugleich eine leuchtende Botschaft an das Rest-Europa, muss man ebenso radikal vorgehen. Hassprediger sollen künftig Einreiseverbot bekommen und auf eine Beobachtungsliste gestellt werden. Nicht nur in Dänemark weiß man mittlerweile, dass nicht nur die Grimhøj Moschee ein Ort des demokratischen Antiliberalismus ist, auch in anderen Ländern und Städten dieser Welt ist der Ungeist von Aarhus gelebter Alltag. Dies kann daher nur eines implizieren: Die aufgeklärte Gesellschaft muss auf die Saat des Terrors in den Moscheen reagieren und intervenieren.

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