Ein Frühlingsfest der Volksidee

von Stefan Gärtner11.01.2013Gesellschaft & Kultur

Wer Israel kritisiert, ist kein Judenfeind, und wer Nicht-Arier halb totdrischt, kein Verbrecher: Wie schön, dass man es als Volksdeutscher gar nicht falsch machen kann.

Nachdem die Frage, ob der Kolumnist Augstein ein lupenreiner Judenfeind, kritischer Judenfreund oder bloß ein „streitbarer“ (M. Müller von Blumencron, „Spiegel online“), dem Aufklärungsethos des Spitzenjournalisten verpflichteter Beobachter der Politik des Staates Israel sei, zur allgemeinen Zufriedenheit beantwortet war: „Das Phänomen, um das es geht, das Phänomen, das bekämpft werden muss, wo immer es sich zeigt, ist der Hass auf Juden, es ist das Ressentiment gegen Juden, es sind die ganzen Vorurteile und Verschwörungstheorien, welche böse Rassisten zusammenbasteln, um sich selbst und die anderen glauben zu machen, dass sie nicht Täter, sondern Opfer seien. Genau das hat aber Jakob Augstein nie getan“ (Claudius Seidl, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“), und man also den Gaza-Streifen ruhig ein „Lager“ nennen darf, ohne dass eine böse Absicht vermutet werden müsste – nachdem das also geklärt war, ging alles wieder seinen regulären deutschen Gang.

Ende April des vergangenen Jahres, berichtete die Morgenzeitung vorgestern, spaziert eine deutsche Familie syrischer Abkunft im sachsen-anhaltinischen Eisleben über ein Frühlingsfest.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Dann mach doch die Bluse zu!

Frauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei.

Diktatur des Feminismus

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Rette sich, wer kann

Peter Singer glaubt, im Namen der Ethik die Grenzen des Menschseins neu definieren zu können. Er irrt gewaltig. Wer Grundrechte für Affen fordert und gleichzeitig die Tötung von Neugeborenen verteidigt, ist vor allem eins: verwirrt.

Männer, die auf Busen starren

Wer Sexismus noch nie erlebt hat, kann ihn auch nicht verstehen. Weiße Hetero-Kerle haben leicht reden.

Der Jude war’s

In Berlin wird ein Rabbiner brutal verprügelt, weil er Jude ist. Indes werfen Experten schon die Frage nach dem Warum? auf, die zielsicher zum Juden anstatt zum Antisemiten führt.

Amerika und die deutsche Seelenhygiene

Deutschland kämpft gerne für Toleranz und gegen Hass. Es sei denn, es geht um Amerika. Da macht jeder zweite Deutsche eine Ausnahme und suhlt sich in Amiphobie.

Mobile Sliding Menu