Zum Teufel mit der Kompetenz

von Stefan Gärtner10.08.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Bauklötze und Ballerina-Möpse statt Kleinkind-Pädagogik: Ein Plädoyer für die Zweckfreiheit.

Meine Nichte hat Geburtstag, sie wird zwei. Was sie gerne hätte, frage ich meinen Bruder. „Sie sagt: Buch“, schreibt er mir. Sie kommt halt ganz nach ihrem Onkel (und kann „Fernseher“ vielleicht auch noch nicht sagen). „Habt ihr den Räuber Hotzenplotz schon? Oder vielleicht sogar _noch_? Der hat doch jetzt Geburtstag.“ „Nein, haben wir nicht“, kommt die Antwort, „aber schenk ihr doch was über kleine Mädchen, die tanzen, da ist sie gerade ganz verrückt nach.“

Pädagogischer Mehrwert

Im Buchladen wäre das wahrscheinlich einfacher, aber da mir die Zeit fehlt, klicke ich mich durch den Online-Versandhändler, es ist kein Spaß. Der ganze Lillifee-Dreck scheidet nämlich aus, und das Gegenteil, Bücher aus dem Ökotopia-Verlag, auch – ich will ein Bilderbuch verschenken und kein Bekenntnis, man soll Kinder nicht fürs eigene Mitteilungsbedürfnis einspannen. Der eine Teil vom Rest ist dann für Kinder im Grundschulalter, aber diese Art Ehrgeiz ist ja wirklich die ekelhafteste, und den anderen Teil kann sich die Pädagogik nicht verkneifen. Früher hat sich kein Mensch für den pädagogischen Mehrwert vom Räuber Hotzenplotz interessiert, das war ein prima Buch, die Kinder hatten’s gern, und irgendwann kam die Literaturwissenschaft, aber das musste kein Kind interessieren. Heute sollen die Kinder nicht einfach blättern, gucken, zuhören und Spaß haben, nein,

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