Der blutige Schnitt

von Stefan Gärtner29.06.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Beschneidung ist jetzt illegal: Warum das richtig ist und auch wieder nicht.

Für Karl Marx war die Kritik der Religion die Voraussetzung aller Kritik, und Religionen überflüssig zu machen, indem man die Verhältnisse auf Erden für alle so angenehm machte, dass es des spekulativ-religiösen Trostes nicht mehr bedürfte, wäre nicht die kleinste Menschheitsaufgabe. Vor diesem Hintergrund wäre das Urteil des Landgerichts Köln, wonach die Beschneidung auch von Jungen, wie sie bei Juden und Muslimen üblich ist, als Körperverletzung und also Straftat gewertet werden muss, ein Akt der Aufklärung. „Mit anderen Worten: Das Kindeswohl kann nicht ausschließlich von Gepflogenheiten einer Religionsgemeinschaft abhängig gemacht werden. Bräuche, die in die körperliche Unversehrtheit eingreifen, sind abzuschaffen. Wer Richtern, die dem folgen, den Vorwurf macht, sie machten den Rechtspositivismus zu einer Ersatzreligion, macht ihnen in Wahrheit das größte Kompliment.“ (

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