Fickt uns!

von Stefan Gärtner25.02.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Den habt ihr euch verdient: Aufklärung kann einpacken, wo die Leute sich einfach alles gefallen lassen. Ein Bundeskanzler Guttenberg ist da nur die Konsequenz.

Mittwoch, 23. Februar, “Frühstück mit der „Süddeutschen Zeitung“(Link)”:http://www.scribd.com/doc/49339268/SZ-Der-Doktor-und-das-liebe-Volk, die unter der wunderbaren Überschrift „Der Doktor und das liebe Volk“ über Guttenbergs Reue-Show in Kelkheim berichtet. „Oben auf der Empore der Stadthalle, wo sich Guttenberg in einem Nebenraum in das Goldene Buch eintragen soll, betrachten ein paar Jugendliche die Menschenmenge unter ihnen. ,Cool‘ finden René Landau, 17, und Anna Besyedina, 18, den Freiherrn aus Kulmbach. ,Einfach nur cool. … Der sagt die Wahrheit, auch wenn sie unbequem ist. Der verbiegt sich nicht wie andere Politiker.‘“

Alles im Eimer

Kaum ist das erste Frühstücksbrötchen verschluckt und die zweite Tasse Tee getrunken, ist schon wieder alles im Eimer. „Wir sind von Grund auf, von alters her – ans Lügen gewöhnt“, wusste Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse, na eben), aber dass tatsächlich und sicht- und lesbar so alles ganz egal ist, dass die Leut’ nun aber wirklich völlig gedankenlos und reflexhaft das nachbeten, was ihnen „Bild“ und „Bunte“ absichtsvoll vorkauen, dass sie noch den schlimmsten Schleim schlucken, ohne sich im Allermindesten dafür zu interessieren, “ob die Rede vom nimmermüd’ aufrechten, sich nicht verbiegenden Baron auch nur entfernt stichhaltig ist(Link)”:http://www.theeuropean.de/martin-eiermann/5834-guttenberg-bleibt-kontrovers oder nur ein einziges Konstrukt, eine Halluzination, eine bloße Behauptung – es ist zum Sterben und zum Speien. Mundus vult decipi, man weiß es, und ob nun einer Minister bleiben kann, der seine Doktorarbeit abgeschrieben hat, ist vielleicht wirklich nicht so wichtig – aber diese urdeutsche Lust am hohen Herrn, an Autorität, Adel und dem, was für Anstand zu halten ihnen von allen propagandistischen Instanzen beigebogen wird, dieses absolute, niederschmetternde Desinteresse an allem auch nur entfernt Wahrheitsähnlichen, diese allerorts bis zum Anschlag gespreizten Schenkel, dass noch der schlimmste Arsch und Döskopp hineinfahren und hemmungslos -stoßen könne – “da kann Aufklärung, wenigstens bis zur endgültigen Entmachtung von Springer, Burda und Konsorten, praktisch einpacken. (Link)”:http://www.theeuropean.de/mark-t-fliegauf/5797-causa-guttenberg

Tiefer, härter!

Es ist fast deprimierend, jedenfalls für uns, die wir immer anschreiben gegen die, die das Volk ficken, und das Volk stellt sich hin und schreit: „Fickt uns! Tiefer, härter!“ „Die Ovationen für Guttenberg nehmen kein Ende … Denn da war plötzlich in Kelkheim von Sarrazin die Rede gewesen. Guttenberg lobte dessen Buch als ,gute Bestandsaufnahme‘, als ,gut und wichtig‘. Applaus. ,Haben wir uns nicht zu viel mit fremden Kulturen auseinandergesetzt und dabei den Blick für unsere eigenen Wurzeln verloren?‘ Applaus.“ Sie wollen den totalen Krieg, immer noch, sie wollen Herde sein und Masse, sie wollen ein Kind von jedem, der gut aussieht und viel Geld hat und der, wo’s ums eigene Lumpendasein geht, vom Ausländer spricht, weil er weiß, dass die Masse gerade auf die äußersten Skrupellosigkeiten nur gewartet hat. „Der Applaus will kein Ende nehmen, die Menschen stehen Spalier. ,So einer wie der … kann auch Kanzler werden.‘ Guttenberg sei eloquent, vertrete dezidiert seine Meinung und stehe für unbequeme Wahrheiten.“ „Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes – aber bei Gruppen, Völkern, Zeiten die Regel“ (Nietzsche, a.a.O.). Bzw. dies mittelfristig die Demokratie, die sich die Araber, wenn auch aus guten Gründen, gerade an den Hals holen; dass sie demokratiefähig sind, steht außer Frage: „Facebook, wenige Tage altes Baby, macht Ägypten glücklich. Wie die Zeitung „Al-Ahram“ berichtet, haben bisher mehr als 20 ägyptische Männer ihrer Tochter diesen Namen gegeben. Damit zollten sie der Rolle Tribut, die soziale Medien bei der Organisation der Proteste in Kairo spielen, heißt es.“ Ich heiße uns hoffen. Ab morgen kommt Rum in den Frühstückstee.

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