Ehre sei uns in der Tiefe

von Stefan Gärtner31.12.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Der Bürger hat’s nicht leicht: Erst gehen ihm die Prolos ans Portemonnaie und wollen aufs Gymnasium, jetzt pfeifen die Barbaren auch noch auf seinen lieben Gott. Ob beides vielleicht miteinander zu tun hat?

So geht Science-Fiction: Abends geht man ins Bett wie immer, und kaum ist morgens der Rechner an, steht die Welt (sofern wir sie durch den European wahrnehmen) auf dem Kopf: Aus der weltumspannenden Aberglaubensholding “Christliche Kirchen“ ist plötzlich eine “allseits verfolgte Sekte(Link)”:http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/5281-blut-und-glaube geworden, die sich seit Jahr und Tag den Gewalttaten glaubensloser (vorzugsweise muslimischer) Horden ausgesetzt sieht, aus dem CEO ihrer römisch-katholischen Abteilung, der durch hundertprozentig jesusfernen, kriminellen Nonsens wie das Kondomverbot wer weiß wie viele Menschen in Tod, Armut und Abhängigkeit treibt, ein “geistreicher und glaubenstiefer Gelehrter“.

Die schaurigen Verbrechen der eigenen Firma

Es ist ja recht, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auch abseitige Meinungen aushalten muss (wie die, das Christentum habe die Blüte des arabischen Mittelalters katalysiert, was dann wohl die Kreuzfahrer waren, die der rückständigen Levante Kulturtechniken wie Intoleranz und Brandstiftung lehrten), und an die kurrente “neue Bürgerlichkeit“ gewöhnen wir uns langsam auch (so wie man sich an die Tatsache, dass man viermal im Jahr Schnupfen hat, eben auch gewöhnt); und dass zwischen den Jahren der Bock auf Transzendenz traditionsgemäß steigt: geschenkt. Aber dass sich der deutsche Bürger jetzt nicht nur in seinem sozialen, sondern auch seinem weltanschaulichen Status durchs depravierte Barbarentum bedroht sieht, mag als Hinweis darauf gelten, dass der liebe Christengott, um den es hier geht, längst nicht mehr der der Prostituierten und Aussätzigen ist; falls er es je war: “Wem soll dieser Gott nützen, / was ist das für ein Gott? / Und wen soll er beschützen / vor welcher argen Not? / Das solltest du fragen, / du glaubensfroher Christ. / Die Antwort wird dir sagen, / wes lieber Gott das ist“, befahl der ewig himmlische Franz Josef Degenhardt bereits 1968, “als es noch um die Pille ging(Link)”:http://www.theeuropean.de/paul-badde/4975-der-papst-und-die-kondome, die der Vatikan ja auch schon nicht haben wollte: „Wem nützt, wenn zu viel Söhne, / die hungern und nichts wissen, / für ganz geringe Löhne sich verdingen müssen? … Wem nützt es, wenn Proleten / in Dublin, Peru, Kapstadt / nicht kämpfen, sondern beten, / dass ihre Not ein End’ hat? // Das ist der Gott der Reichen, / die fressen, ficken, saufen / und den Gewinn einstreichen / und sich die Pille kaufen“ und heute über die gewalttätige Intoleranz der Abgehängten lamentieren und dabei, wie ein Leser bereits angemerkt hat, nicht nur über die schaurigen Verbrechen der eigenen Firma und ihr ewiges Gekungel mit faschistischen oder sonstigen Staatsverbrechern schweigen, sondern die (Mit-)Schuld des christlichen Abendlands an den “Verhältnissen in der Dritten Welt(Link)”:http://www.theeuropean.de/debatte/1012-entwicklungshilfe-dilemma, die Brutalitäten aller Art begünstigen, weinerlich unterschlagen. Dass die Taliban ihre militärische Grundausrüstung aus God’s Own Country haben, ist ja vielleicht bekannt.

Jesus war Sozialist

Bevor ich mein geneigtes Publikum mit dem Wunsch nach weniger Glaubensunfug und mehr Aufklärung ins neue Jahr entlasse, noch zwei Dinge fürs Stammbuch: 1. Jesus war vieles nicht (z. B. Gottes Sohn, also bitte), aber Sozialist war er, denn siehe: “Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als das ein Reicher in das Himmelreich kommt“ (Markus 10,25). 2. “Ein Mann war so neugierig und wollte so gerne wissen, ob es wirklich ein ‘Drüben’ habe und wie dieses aussehe, dass er sich den Freitod gab und mit dem Gewehr erschoss. Allein, da kam schon die Enttäuschung, da war natürlich nichts“ (Eckhard Henscheid). Also: Machen Sie hienieden, bitte, das Beste draus.

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