Haa-haaaa!

von Stefan Gärtner3.12.2010Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Schadenfreude ist die schönste Freude, aber wenn Hackerstreiche nur dazu dienen, in den Spiegel zu kommen, werden Kreise nicht gestört, dann schließen sie sich.

Das Ärgerliche und geradezu Lästige an der (im Übrigen lobenswerten und grosso modo nützlichen) Einrichtung Internet ist, dass man – anders als bei Alltagsnützlichkeiten wie Strom oder fließend Wasser – ständig gezwungen wird, eine Meinung dazu zu haben. In einer wunderbaren Frankfurter Fußball- und Nachbarschaftskneipe, deren Namen ich hier aus Angst vor Paparazzi tunlich verschweigen will, freut sich der geschätzte und mit allen kritischen Wassern gewaschene Kollege R. über die Indiskretionen von Wikileaks im Sinne der Transparenzwerdung von Politik im Allgemeinen wie der erfreulichen Tatsache im Besonderen, dass sich die arabische Welt in ihrer Ablehnung des Irren von Teheran“ (Frank Schirrmacher) M. Ahmadinedschad weder hinter Israel noch den USA zu verstecken braucht, was nicht nur Riesenspaß, Bestätigung und gerechte Genugtuung für Israel ist, sondern die Gewichte in der Region, wer weiß, sogar verschieben mag. Ich muss dem Kollegen zwar recht geben, gleichzeitig aber darauf bestehen, dass es sich bei den sog. Indiskretionen in der Mehrheit um schlichtesten Tratschkram handelt, der Leute, die erst einmal nicht mehr verbrochen haben, als ihre (völlig zutreffende) Meinung über deutsche Außenminister und Bundeskanzlerinnen zu äußern, ohne Not brüskiert und der allgemeinmenschlichen Verabredung, wonach man hinter jedes Rücken reden darf, solange es der Betreffende nicht erfährt, Hohn spricht; etwas, das sich nur rechtfertigen ließe unter Verweis auf den per se inhumanen Charakter von zeitgenössischer Politik unterm Joche rasend rücksichtsloser Kapitalverwertung, eine Politik, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen oder wenigstens bloßzustellen sei,

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