Es gibt kein Recht auf staatliche bezahlte Faulheit. Guido Westerwelle

Spannender Start-up-Talk mit hochkarätigen Gästen

Gründungskultur in Deutschland vs. China – und woran liegt es, dass das Rennen um die Künstliche Intelligenz für Europa schon gelaufen ist? Gebannt verfolgte das Publikum den Premieren-Talk der neuen exklusiven Networking-Event-Reihe FaceClub im Hotel Regent Berlin.

Talk-Gast Peter Jungen (79, Gründer der Internetplattform Idealo) investiert als Angel Investor in Start-ups in China mit der These:

„Der Vorteil der Chinesen ist deren Handlungsgeschwindigkeit. Deutschland fehlt es nicht an Forschung und Ideen, es mangelt an der Umsetzung.“

Geist des FaceClub in der Hauptstadt ist ein regelmäßiger Austausch unter Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien zu aktuellen Themen und Herausforderungen mit anschließendem ausgiebigen Networking im edlen Ambiente des Hotel Regent Berlin.

Talk-Gast Peter Jungen beeindruckte die Zuhörer mit seiner ausführlichen Analyse der Wirtschaftssituation in China im Vergleich zu den USA und Europa. „China ist auf dem Weg, die größte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden“, so sein Fazit. Generell würden weltweit 70 Prozent der Start-Ups in den ersten 5 Jahren sterben. In China sei die Chance höher, dass sie bestehen blieben, weil die Chinesen bei der Umsetzung schneller, aber auch weniger risikoscheu agieren würden.

Unter den Gästen war auch Verleger Dr. Florian Langenscheidt, der ebenso wie viele andere aus dem Publikum eifrig mitdiskutierte beim von Dietmar Deffner (stellv. Ressortleiter Wirtschaft bei WELT) moderierten Talk. Langenscheidt wollte von Angel Investor Jungen wissen, wie er das Sozialkredit-System in China sieht. Eine Regime-Änderung sei kaum zu erreichen, so Jungen. „Aber der Bevölkerung geht es wirtschaftlich so gut wie noch nie.“
Die Chinesen hätten jahrzehntelang traumatische Erfahrungen machen müssen. „Sie kennen noch Armut und Hungersnöte“. Solange das Regime das Versprechen einhalte, für Wohlstand zu sorgen, würden die Chinesen „den Weg mitgehen“, sagte Peter Jungen.

Bis weit in den späten Abend waren die Thesen des Start-up-Experten Thema unter den Gästen, die die Spezialitäten der Tchibo Coffee Service Bar, kühle Getränke und das erstklassige Flying Buffet des Hotel Regent Berlin genossen. Unter ihnen auch Eduard Prinz von Anhalt, Autorin Ariane Sommer, Sabine Fischbach (Account Director of Advertising Sales CNN), und Ljubo Brekalo (Inhaber und Geschäftsführer Charter & Share GmbH)

Weiteres Fazit des Premieren-Talks: Im Zukunftsbereich Künstliche Intelligenz ist es laut Jungen für Deutschland und Europa wohl „over“. „Wir investieren zu wenig in die Technologie der künstlichen Intelligenz“. Die USA und China investierten jeweils mehr als doppelt so viel wie Europa, Afrika, Lateinamerika und Australien zusammen. Investor Peter Jungen: „Deutschland braucht einfach mehr Dynamik“.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Oliver Götz, Felix Maximilian Leidecker , Andreas T. Sturm.

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