Also sprach Zarathustra: es werde Licht! | The European

Auf der Suche nach der verlorenen Unschuld

Simone Belko8.04.2020Medien, Wissenschaft

Das Symbol des Lichts verspricht Resilienz in Zeiten globaler Krisen und Fake News. Die Moderne erzieht seit jeher die Massen zur erleuchtenden Nutzung ihres Verstandes. Aber die Schattenseite des Überwachungszeitalters tritt immer deutlicher zutage. Es ist Zeit für mehr kreative Anarchie.

Sonniger Wald früh am Morgen, Shutterstock

Nur wer in die grässlichen Untiefen der eigenen Kreatürlichkeit hinabgestiegen ist, kann wahre Schönheit erkennen. Albert Camus sagt „Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt“. Dieser Ausspruch stammt aus dem Essay „Heimkehr nach Tipasa“, geschrieben von einem französisch-algerischen Schriftsteller inmitten kriegerischer Welten, der sich zeitlebens für die Rechte der Unterdrückten einsetzte. Der Satz ist im Internet ein populäres Social Media-Mem, das mit seiner schlichten Bilderwelt und kraftvollen Klarheit jeden sofort anspricht. Denn in der Imagination gelingt, was das Leben nicht kann: natürliche Gegensätze fließen ineinander und schaffen einen ewigen Frieden, der das Individuum mit der verwelkten Zeit aussöhnt.

Man muss diese Allegorie über die Jahreszeiten des Menschen nur in der allwissenden Internet-Suchmaschine suchen, um Links auf hunderte Blogs zu finden, die sie zitieren, vervielfältigen, verfremden und erweitern: ein ganzes Netzwerk an fragmentierten Collagen tut sich auf, das unterschiedlichste Individuen in ihrer Improvisationskraft vereint. Menschen verwenden diesen geflügelten Satz allerorts, um sich Kraft zuzusprechen und in schweren Zeiten neuen Lebenswillen zu schöpfen, indem sie sich an ihre ureigenen Instinkte der Resilienz erinnern. Diese Instinkte wissen die Schönheit des Lebens als Anfang aller Genesung. Widerstand ist Optimismus. Mitten in dieser Proustschen mémoire involontaire, die nur durch eine unvorhersehbare momentane Kongruenz des Innen und Außen ausgelöst werden kann, sind wir wieder wie der erste Mensch.

Oh Licht! Der Volksmund schreibt dem Lieblingsdichter der Deutschen, Goethe, zu, am Totenbett als letzte Worte „mehr Licht“ gefordert zu haben. Auch wenn diese Anekdote wohl eher Fake News ist, transportiert sie eine tiefere Wahrheit. Das Projekt der Aufklärung, das die erhellende Potenz des Geistes für sich entdeckte, hat sich erfolgreich in die Genetik eines ganzen Volkes eingeschrieben. Es führt kein Weg zurück in die groteske Dunkelheit der Knechtschaft, die den Menschen zum Objekt systemischer Interessen macht. Das Absurde der Welt ist dank der kollektiven Transparenzmaschine zu Recht zu einer Banalität verkommen, weil wir wissen, dass es nur eine bequeme Ausrede ist, nicht zu handeln.

Maikäfer flieg, Deutschland ist abgebrannt

„Ach, wie soll ich mein Licht hinüberretten! Dass es mir nicht ersticke in dieser Traurigkeit! Ferneren Welten soll es ja Licht sein, und noch fernsten Nächten!“ sagt Zarathustra. Am Anfang steht die Katastrophe. Sie ist markiert und kartographiert durch gemeinsame geistige Überzeugung, grenzüberschreitende wissenschaftliche Forschung und institutionelle Maßnahmen- und Bildungspakte. Aber die Trägheit der Herrschenden ist unermesslich. Die Technokratie hat sich eingerichtet in der sozialen Vermarktung des Elends, das Missstände mit bürokratischer Routine bekämpft. Wo Solidarität gepredigt wird, überwiegt l’art pour l’art-Intellektualismus, Standesdünkel und Mitläufertum. Populisten tauschen Nichtidentisches gegen Identitäres aus und die Medienindustrie – angefixt vom Stellungskampf – unterwirft sich dem Quotendruck der Empörungsdemokratie und baut ein gleichgeschaltetes Reich aus sentimentalischen Sekundärtugenden, das den Virus der Haltung verbreitet.

Die gesamte Moderne durchzieht der Glauben an Utilitarismus und Funktionalität. Typisierung, Skalierung und verallgemeinernde Risikobewertungen zur staatlichen Steuerung der Population werden erfunden. Aber die Umbrüche durch Säkularisierung und die Entdeckung der Evolutionstheorie, die im Fin de Sieche besonders deutlich werden, wiegen schwer. Der Verlust religiöser und traditioneller Werte wird kompensiert mit einem asketischen Verlangen nach Reinheit. Tatsächlich führen bahnbrechende Erfindungen (und Wiederentdeckungen) wie unterirdische Kanalisationen, Kläranlagen, Quarantäneregelungen, Desinfektionsmittel und öffentliche Gesundheitsfürsorge zu einem Rückgang von Infektionskrankheiten in großem Maße. Der Hygienestandard in westlichen Ländern ist heute so hoch wie nie zuvor.

Doch Vereinzelung der Individuen bei gleichzeitiger Anonymisierung der Masse gepaart mit einem Kollektiv-Gestaltungswillen radikaler sozialdarwinistischer Gruppen haben ihren Preis: Groß angelegte Umsiedlungen und massenhafte Tötungen durch ethnische Säuberungen als „Rassenhygiene“ werden im 20. Jahrhundert in Teilen Europas common sense, um die genetische Verbesserung eines als ursprünglich ideal angenommenen Volkskörpers zu erzwingen. Auch wenn die verbrecherische systematische Ausrottung ganzer Bevölkerungsschichten zum größten Teil historisch aufgearbeitet ist, bestimmen die zugrunde liegenden Narrative bis heute die gesellschaftliche Willensbildung. Rassismus ist wieder en vogue und verspricht heilsame vaterländische Abschottung gegenüber dem monadischen Weltbürger, der mithilfe der Globalisierung fremde Kulturen durchkreuzt. Auch andere sakrale Phantasien der Wiederherstellung eines jungfräulichen Paradieses setzen bis in die Gegenwart fort. Scientology’s „Clear the Planet“ möchte die Menschheit durch Brainwashing vom Wahnsinn befreien, der Antinatalismus möchte mit dem Verzicht aufs Kinderkriegen gar das ganze Unglück des Lebens buchstäblich aus der Welt schaffen.

Der Ruf nach Umkehr der angeblichen Degeneration der Zivilisation ist so alt wie die Moderne selbst. Es ist der Versuch, sich von den Folgen der seit dem späten 18. Jahrhundert menschengemachten Industrialisierung zu befreien. Unterdrückerische Ausbeutung von Arbeitern und prekäre Verhältnisse, verarmte Großstadtslums voller illegaler Migranten ohne Zukunftsperspektive, mafiöse Strukturen und Profitgier in Politik und Wirtschaft, allgegenwärtige Umweltverschmutzung durch Kraftwerke und Verkehr, Lärm und psychische Leiden der zivilisierten Welt – all dem wird eine ursprünglich-vollkommene Natur ohne menschlichen Einfluss gegenübergestellt. Diese bukolische Idylle ist deshalb so erstrebenswert, weil sie der Verwissenschaftlichung der Welt und der menschlichen Korruption einen harmonisch-beseelten Pantheismus entgegenstellt, der zerstörerische Leidenschaft und Gewalt kategorisch ausschließt. Kommt die fruchtbare Mutter Natur wirklich ohne Dominanz und Siechtum aus?

Was ist eigentlich natürlich in einer Zeit, in der der Mensch sich der unsichtbaren Hand des Marktes unterordnen muss, die den ganzen Planeten und seine Ressourcen ausbeutet, beherrscht und verändert? Das 20. Jahrhundert war eine gesamtwirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Führte der Vertrag der Moderne, wenn man dem Historiker Yuval Harari glaubt, doch letztlich dazu, dass der Wille des Stärkeren zum natürlichen Prinzip per se erhoben und die Geschichte zur Expansion von intelligent design erklärt wurde – eine Win-Win-Sitution, von der Herrschende und Beherrschte gleichermaßen profitieren. Social Engineering erweist sich im bio-politischen Kapitalismus als außerordentlich effizient und kostengünstig. Statt Vergeudung von wertvollem Humankapital herrscht nun eine Kultur der agilen Selbstorganisation zur kollaborativen Umsetzung vorgegebener Meilensteine, die die Individuen zur Nutzenmaximierung der eigenen Potentiale erzieht. Und es funktioniert – die Masse der Übermenschen tritt das Perpetuum Mobile der Renditerzeugung fleißig weiter an, während sich im Hintergrund die uralte Spirale aus Macht und Gewalt weiterdreht.

The Battle for the Sun has begun

Das güldene Haar der Jungfrau wird auf ewig nach schwarzer Milch stinken. Die fugitive beauté des melancholischen Augenblicks, die Baudelaire noch der unendlichen Zeit gegenüberstellte, hat ihre Rettungskraft verloren. Wir kennen nicht mehr den langsamen Wert der Dinge, weil das tägliche Internet-Spektakel die innere Notwendigkeit des Werdens mit einer Illusion der Unvermeidlichkeit von Entwicklungen übertönt. Die Zerstückelung der Zeit verstellt den Blick auf die Ewigkeit des Gedenkens. Stattdessen sind wir Junkies des Zeitgeists, gefangen in der Gegenwart. Wie können wir handeln gegen einen Krieg, der uns bereits durchdringt, wenn wir das Grauen nicht mehr fürchten? Wenn der Horror nicht mehr in uns kriecht und unsere Eingeweide zerfrisst, wenn wir die Abfälle der Zivilisation stattdessen outsourcen an die billigsten Abnehmer? Wer nicht leiden kann, kennt nicht das Streben nach absolutem Glück. Wir stumpfen ab gegenüber der Vitalität des Kreatürlichen, der Veränderung des Lebendigen. Wir werden selbst zu dem Abfall, den wir unendlich produzieren und recyclen.

Wir leben in einer idealisierten Matrix der besten aller Welten. Wir kennen uns nicht mehr aus mit der dunklen Seite. Das Ungeformte, das Brutale und das Frivole haben keinen Platz in unserer Pädagogik des ethisch aufgeklärten Bürgers. Stattdessen mühen wir uns ab, mithilfe von Datenkraken noch tiefer in unsere Fehler zu zoomen, um sie in der pornographischen Offenbarung sichtbar zu machen und zu behandeln. Das Verbrechen ist längst pathologisiert, die Anomalie ist verdächtig. Das technische Zeitalter, das nur die quantifizierbare Formalisierung gelten lässt, macht die „Liquidation des Besonderen“ (Adorno) zum Fluchtpunkt der Öffentlichkeit. Die Milde des Soft-Faschismus waltet, indem sie innere Feinde nicht mehr ausmerzt, sondern subtil mit psychographischem Targeting und Geofencing de-motiviert und im Sinne des Bruttosozial-Gemeinwohls zu leistungsorientierten Ich-AGs erzieht. Das Fortbestehen der bestehenden Besitzverhältnisse wird nun statt durch Auslese mit Re-Programmierung gesichert.

Wir oszillieren in einer dauerhaft erzwungenen Offenheit bis zur Erschöpfung an den Grenzen. Disconnection is death. Das Leben selbst ist ein Placebo geworden, „a cheap and nasty fake“. Es ist austauschbar, wie ein Medikament, das unseren Geist schneller und besser performen lässt. Blind torkeln wir auf den Abgrund zu, diesen „black and heavy weight“. Die ambivalente Gleichzeitigkeit von selbstlosem Zweifel und totalem Bei-Sich-Sein, die dem Ursprünglichen innewohnt, wird im Internet in ihre Bestandteile zerstückelt und in den formal-logischen Datenminen auf Ertrag durchleuchtet. Wie Kafkas lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege werden wir, die Prosumer, vom industriellen Publikum getrieben, das eigentlich wir sind, und niemand der Zuschauer schreit „Halt!“, um den ewigen Kreislauf des dumpfen Orchesters zu durchbrechen, das die Suche nach ein bisschen Glück mit passgenauem Entertainment untermalt.

Wir sind zu künstlichen Intelligenzen im Dienst von Wachstum und Fortschritt geworden. Wenn Algorithmen entscheiden, was wir bedeuten, verliert unser Dasein die spannungsgeladenen Möglichkeiten seiner einzigartigen Geworfenheit, die Heidegger zum Grund des Seienden erklärte. Gleichzeitig wird die Suche nach der verlorenen Unschuld übermächtig, weil das Individuum immer mehr bedrängt wird vom gestochen scharfen Abbild seiner vermeintlich klar umrissenen und abgrenzbaren Menschlichkeit. Hochauflösungsfernseher bringen uns jede Pore näher als uns lieb ist, hypersensible Smart Devices und Gadgets tracken unseren Biorhythmus und belauschen unsere subtilen Verflechtungen mit der Welt auf Schritt und Tritt. Sie dokumentieren in maximaler visueller und auditiver Schärfe jede Sekunde unseres Alltags und sammeln Metadaten über uns, die ein statistisches Raumzeit-Bild von uns generieren, dass Evolution berechenbar macht.

Die Technologie materialisiert unseren Schatten. Gnadenlos wird das spirituelle Geheimnis ins Spotlight der technisierten Naturbeherrschung gezerrt und dem Urteil der Masse unterstellt. Aber statt Inspiration und Erleuchtung erscheint nur die banale Enthüllung eines Spiegelkabinetts. Dynamische und interaktive Online-Plattformen ziehen alle Register, um uns mit bunt-grell geschmückten Fenstern, aufspringenden Türchen und glitzernden Zahlen zu verführen. Klick mich! Nimm mich! Spare! Nur für kurze Zeit! Ein Geschenk! Das Additive Design der Marketing-Propaganda vernebelt geschickt unsere Sinne und trickst unseren Verstand aus, um uns darauf zu konditionieren den einfachen Glücksversprechen zu folgen. Wir huldigen Konsumismus, Lifestyle-Performance, Wellness-Oasen und gecasteten Euphoriemomenten. Aber wenn die hedonistische Ekstase vorbei ist, hat sie außer Umsatz nichts von Wert geschaffen.

Schizophrene Zahlen lügen nicht

Move fast, break and disrupt. Die neuzeitliche Spaltung zwischen Geist und Körper, bekannt als das Leib-Seele-Problem, wird durch die digitalen Medien aufs Höchste verstärkt und verzerrt. Während das Geistige eine unendliche physikalische Ausdehnung erfährt, indem es sich im virtuellen Raum materialisiert, bleibt der Körper als leere, bedeutungslose Hülle in der abgeschnittenen Realität der vermessenen Dauer zurück. Die Ent-Synchronisierung der individuellen Zeit und die Transparentwerdung der Spaltung führt zu einer dauerhaften Schizophrenie als ontologischem Grundzustand. Die Spaltung fließt durch die Individuen selbst. Der digitale Doppelgänger wird zum Ideal-Gegenüber, gleichzeitig unterminiert er als Gegenpart des Selbst das eigene Identitätsnarrativ.

„Ich habe immer nur in der Hoffnung gelebt, ein Gegenüber zu bekommen“, schreibt Unica Zürn, die schizophrene Dichterin. In der Schizophrenie bedeuten die Zahlen nicht länger nur Dinge, sie erschaffen Realitäten. Sie schleichen sich in die Mitte der Welt und zerteilen die Seele in mathematisch-logische Zwänge. Aber gerade diese erzwungene Begrenztheit ist es, die die Kreativität für eine kurze Zeit in ungeahntem Ausmaß anregt und Zürn literarische Werke von seltener Schönheit erschaffen lässt. Der Ich-Verlust lässt die Dimensionen von Künstler, Schöpfer und Gott im surrealistischen Rausch verschwimmen. In der stimmungsbezogenen Jetztzeit des Wahns triumphiert Kairos über Chronos und öffnet einen extra-temporealen Eindruck, der den moralisch-humanistischen Freiheitsbegriff durch anarchische Vitalität ersetzt. Klare Gegensätze fallen ineinander, verkehren den Raum in sein Gegenteil und lassen ihn zu einer energetischen Potentialität werden: die black hole sun der vernetzten Realität pulsiert als entäußertes Weltego in anorganischen Neuronen-Anagrammen. Individualität wird zu einer Frage der momentanen Positionierung im virtuellen Flackern des kybernetischen Sonnengeflechts.

Dieses Sonnengeflecht, es ist die innere Wahrheit und gleichzeitig die Ahnung des Todes, denn es ist „die goldene Mitte des Leibes, wo alles ruht, außer im Zustand der Liebe und des Bösen. (…) Die einzige Stelle in meinem Körper, die nicht betrügen kann“. Hier wohnt das edle geschlechtslose Urwesen, losgelöst von Konventionen und Zwängen, das Leben selbst in seiner passiven distance, bevor es kraft seiner Eigenschaft als Grenzwert in die Höhe wächst. In dieser Radikalität, die das eigene Leben dem kreativen Schaffen gleichsetzt, ist Zürns Schreiben Walter Benjamins Engel der Geschichte verwandt, der das lineare Kontinuum der Universalgeschichte aufsprengen möchte, um die verborgenen Mythen der Vergangenheit zu ergründen und in die Gegenwart hinüberzuretten, aber vom Sturm des Fortschritts unaufhaltsam vom Paradies weggetragen wird. Dieses messianische Streben ist kreatürlich, denn es wohnt als Glücksversprechen den lebendigen Dingen inne. „Wie Blumen ihr Haupt nach der Sonne wenden, so strebt kraft eines Heliotropismus geheimer Art, das Gewesene der Sonne sich zuzuwenden, die am Himmel der Geschichte im Aufgehen ist.“ heißt es in „Über den Begriff der Geschichte“.

Sich so sehr dem Wesen der Erinnerung auszuliefern, die überall in die Materie übergegangen ist, heißt das Profane in seiner einzigartigen Schönheit erkennen. Es ist die Entdeckung einer längst vergessenen Aura, die Walter Benjamin in „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ „ein sonderbares Gespinst aus Raum und Zeit: eine einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag“ nennt. Wo längst nur Massenreproduktion Echtheit bedeutet und die Selbstentfremdung der Menschheit ihren Höhepunkt in der ästhetisch-genüßlichen Betrachtung der eigenen Vernichtung erreicht hat, kann nur die Hingabe an die magische Traumebene noch Erlösung bieten. Der Preis, den die vielseitig begabte Künstlerin Unica Zürn dafür zahlt, ist ihre Gesundheit – zahlreiche Klinikaufenthalte durchziehen ihre poetischen und zeichnerischen Werke genauso wie ihr Leben, das sie mit dem Freitod beendet. Aber was ist eigentlich Gesundheit in einer Welt, die sich mit totaler Selbstoptimierung in die Depression katapultiert?

 

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