Auf Abenteuerreise mit Annalena | The European

Annalena Baerbock spielt außenpolitisch auf niedrigem Niveau

Sigmund Gottlieb20.01.2022Medien, Politik

Hans-Dietrich Genscher, Joschka Fischer, Frank-Walter Steinmeier haben als Außenminister in einer globalen Welt voller Kriege mit ihrem strategischem Gespür Deutschland zu einem unverzichtbaren Partner in der Welt gemacht. Mit Heiko Maas begann der Niedergang deutscher Außenpolitik, ihre Banalisierung, ihre Austauschbarkeit, ihre Mutlosigkeit, ihre Verzichtbarkeit. Und Baerbock wird schon dafür gelobt, „keine Fehler“ gemacht zu haben. Der Zwischenruf von Sigmund Gottlieb.

Außenministerin Annalena Baerbock trifft den russischen Außenminister Sergey Lavrov, Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited

Großartig! Baerbock hat ihre Feuertaufe bestanden! Es hätte gerade noch gefehlt, dass der deutschen Außenministerin von begeisterten Journalisten in Berlin Blumengebinde im Anschluss an ihre Reise in die Ukraine und nach Russland überbracht worden wären. Wie weit sind wir eigentlich gekommen? Wie tief sind die Ansprüche der Medien an die Politik gesunken, wenn die Ministerin schon dafür Lob erntet, dass sie „keine Fehler“ gemacht habe? Ganz offensichtlich reicht das heute in der medialen Betrachtung. Baerbocks Reisen, auch die künftigen, bieten Stoff für journalistische Voyeure, die nur eine Perspektive kennen: Schafft sie‘s oder nicht? Übernimmt sie sich oder nicht? Sieht sie müde aus oder nicht?

Annalenas Abenteuerreise nach Kiew und Moskau hat den Frieden nicht sicherer gemacht und die Kriegsgefahr nicht kleiner werden lassen. Außenpolitisch betrachtet war es eine Reise, die sich die Ampel und ihre Außenministerin hätten sparen können. Da es Annalena aber mit der Außenpolitik immer auch ums ganz große Ganze geht, nämlich um so etwas wie Außen-Klimapolitik, ist es keineswegs bösartig zu fragen, wieviel Kerosin während ihrer Reise durch die Triebwerke ihres Flugzeugs gejagt wurde. Aber da es sich wohl noch um eine Reise zum Zwecke der Ausbildung handelte, kann man ja nochmal ein Auge zudrücken.

Hans-Dietrich Genscher, Joschka Fischer, Frank-Walter Steinmeier haben als Außenminister in einer globalen Welt voller Kriege mit ihrem strategischem Gespür Deutschland zu einem unverzichtbaren Partner in der Welt gemacht. Mit Heiko Maas begann der Niedergang deutscher Außenpolitik, ihre Banalisierung, ihre Austauschbarkeit, ihre Mutlosigkeit, ihre Verzichtbarkeit.

Seine Nachfolgerin beginnt also auf niedrigem Niveau. Sich jedoch damit zufriedenzugeben, im Angesicht des russischen Außenministers, des Bären Sergej Lavrov keine Fehler gemacht zu haben, das reicht nicht. Hat unsere Außenministerin schon einmal daran gedacht, dass der Mann in Moskau ihr vielleicht sogar geholfen hat, das Gesicht zu wahren?

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