Herr Maas - lassen Sie sich nicht von Erdoğan erpressen

Sevim Dagdelen14.01.2020Europa, Gesellschaft & Kultur, Medien

Was für eine verkehrte Welt: der türkische Präsident Erdogan treibt die kritische Intelligenz seines Landes ins Gefängnis oder Exil und die Bundesregierung, besonders Bundesaußenminister Heiko Maas, verhandelt mit der Türkei ein Abkommen, dass die Gründung türkischer Schulen hierzulande ermöglichen soll.

Von der türkischen Seite sei Interesse geäußert worden, drei Schulen aufzubauen – in Frankfurt am Main, Köln und Berlin. Politiker der Regierungsfraktionen erklären jetzt, man würde genau darauf achten, dass die Werte unseres Grundgesetzes gelten und die deutsche Schulaufsicht die Kontrolle haben würde. Das ist mehr als zweifelhaft. Denn seit langem ist es amtlich, dass der Autokrat Erdogan polarisiert und mit seinem Netzwerk aus Agenten, Kriegspredigern der DITIB, Lobbygruppen wie UID und kriminellen Rockerbanden unsere Gesellschaft spaltet. Und bereits jetzt hat man keinerlei Kontrolle oder gar Überblick über den schon laufenden türkischen Konsulatsunterricht an öffentlichen Schulen. Den Unterricht organisieren die diplomatischen Vertretungen, die Lehrer werden vom türkischen Staat ausgewählt, fortgebildet und bezahlt. Was genau dort gelehrt wird, wissen die Schulleitungen geschweige denn die Bildungsministerien in der Regel nicht. Wieso das bei den nun geplanten türkischen Privatschulen mit auch noch privaten Vereinen als Schulträgern besser kontrolliert werden soll, bleibt wohl das Geheimnis von Heiko Maas.

Grund für die Verhandlungen ist, dass Erdogan droht, die deutschen Schulen in der Türkei zu schließen. Ich finde, Erpressung darf grundsätzlich keine Grundlage für die Eröffnung von Privatschulen in Deutschland sein.

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