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Ist die feindliche Übernahme noch abwendbar?

Wird in spätestens drei Generationen die Mehrheit der Menschen im westlichen Mitteleuropa muslimischen Glaubens sein? Wird es dann noch erlaubt sein, Kirchenglocken zu läuten? Mit sehr unaufgeregten, ja, nüchternen Worten beschreibt Thilo Sarrazin, was uns hierzulande erwartet.

Am 30. August 2018 erschien „Feindliche Übernahme“, das Buch über den Islam aus der Feder von Thilo Sarrazin. Es fasziniert – das vorweg – durch seine unaufgeregte, nüchterne und sachliche Sprache, ja, fast wirkt die Diktion dieses Werkes ein wenig lapidar, so unaufgeregt kommt es daher. Dabei ist das, was der Leser erfährt, alles andere als lapidar.

Die Einleitung des Buches sollten auch geübte Leser keinesfalls überblättern. Hier schildert der Autor, wie er, erleichtert vom Fall des Eisernen Vorhanges, optimistisch durch die 1990er Jahre schritt, wie ihm die Nachrichten eines sich radikalisierenden politischen Islams fern und unwirklich erschienen und wie kurz vor der Jahrtausendwende und dann mit dem 11. September 2001 deutlich schneller die Sorgen zunahmen. So, wie Sarrazin es schildert, dürfte es die breite Mehrheit in Deutschland und Europa empfunden haben. Danach rekapituliert Sarrazin die Entwicklung der letzten Jahre rund um das Thema „Islam“, und zwar aus einem ganz auf den Alltag bezogenen Blickwinkel, den jederman ganz oder größtenteils nachvollziehen kann. Der Leser ist jetzt im wörtlichen Sinne „im Bilde“.

Sofort beginnt die inhaltliche Arbeit. Schon das erste Kapitel ist eine Klarlegung, die lange schon dringend erforderlich war. Sarrazin ordnet den – an sich ja nicht thematisch strukturierten – Koran nach Schlüsselbegriffen und sammelt unter diesen Begriffen jeweils die einschlägigen Stellen, nach den Fundstellen in den einzelnen Suren geordnet. Thematisch geschlossene Gedanken werden dabei nicht auseinandergerissen. In dieser Anordnung gewinnt die muslimische Lehre, der jeder Moslem unterworfen ist, deutlich an Klarheit. Diese Klarheit könnte alle Menschen, die keine orthodoxen oder gar radikalen Moslems sind, sehr erschrecken. Ihre Wirkung entfalten die Worte dabei aus sich heraus, Sarrazin interpretiert nicht und fügt nichts hinzu.

Das Ergebnis der Koran-Exegese

Sarrazin analysiert also den Koran, und das Ergebnis ist von bestürzender Klarheit. Ein weiterer Bereich, zu dem er Quellen bereitstellt, ist die bindende Tradition der „Hadithe“. Es handelt sich hier um ein Bündel religiöser Gesetze, das quasi das Bindeglied zwischen den Koranversen und dem Alltag darstellt – und zwar dergestalt, dass es die völlige Durchdringung aller Lebenssituationen mit den Vorschriften des Korans bewirkt. Diese totale Herrschaft der Religion ist für all diejenigen, die christlich leben, schwer vorstellbar. Wer areligiös eingestellt ist oder sich gar bewusst für den Atheismus entschieden hat, wird sich das schlichtweg kaum vorstellen können. Und völlig logisch arbeitet Sarrazin dann weiter heraus, dass nach muslimischer Lesart eine weltliche Herrschaft nur legitim sein kann, wenn sie durch Allah unmittelbar legitimiert ist. Dass sich Moslems moralisch an kein Gesetz gebunden fühlen, das ein Staat erlassen hat, in dem nicht der Koran und nicht die Scharia ihre totale Herrschaft ausüben, ist dann nur noch ein letzter logischer Schritt.

Der Islam behindert in seiner – bei der Mehrheit der Muslime praktizierten – totalitären Ausrichtung das freiheitliche Denken, das legt Sarrazin völlig logisch dar. Und weil er seine Analyse völlig nüchtern und sachlich begonnen hat, ist auch dieser Schluss glaubwürdig. Auf der Strecke bleiben, so arbeitet er heraus, die Gleichberechtigung der Frau, jede Form der Geburtenkontrolle, mancherlei Menschenrechte und letztlich der wirtschaftliche Erfolg islamischer Gesellschaften. Sarrazin setzt seinen Punkt dann stilistisch provokant, aber sachlich völlig korrekt: „Stark sind die islamischen Länder nur beim Bevölkerungswachstum. Schwach sind sie bei der Schaffung von Wohlstand, schwach sind sie bei der Bildung ihrer Menschen, und schwach sind sie in Wissenschaft und Technik.“

Sklaven als Stütze islamischen Wohlstands

Sarrazin stützt das auf eine historische Betrachtung des Islam, in der er geradezu demonstrativ lakonisch mitteilt, dass wirtschaftliche Prosperität in islamischen Ländern zu allen Zeiten auf der Eroberung immer neuer Kulturen und Ausbeutung der dortigen Bewohner als Sklaven – im erweiterten Sinne als „Dhimmi“ bezeichnet – beruhte. Die Christen des Orients wissen genau, wovon hier die Rede ist. Nur selten, so erlaubt sich der Rezensent anzumerken, änderte sich das. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Beispiel, und wir sind Zeugen dieser Entwicklung: Größere Teile des muslimische Kulturraums sind nicht mehr auf Sklaven angewiesen, obwohl von dort keinerlei technische und kaum wissenschaftliche Impulse kamen und kommen. Es war der Rohstoff Öl, der bewirkte, dass im arabischen Raum sagenhaft viel Geld angehäuft werden konnte. Diesen Reichtum erarbeiteten – und erarbeiten – vorwiegend westliche Firmen, und selbst der saudi-arabische Ölkonzern Saudi-Aramco stützt sich im wesentlichen auf Ingenieurskunst aus dem Okzident.

So, wie Sarrazin im ersten Kapitel den Islam nach Schlagworten aus dem Koran sortiert und damit Fakten klärt, widmet er sich im zweiten Kapitel den einzelnen Ländern, die heute unter der Herrschaft des Islam sind. Das dritte Kapitel listet die Problemfelder auf, die die muslimischen Gesellschaften im Innenverhältnis haben. Das vierte Kapitel schließlich beleuchtet die Rolle der Moslems in den westlichen Gesellschaften. Und wer von der Koran-Exegese des ersten Kapitels noch nicht berührt war, der erfährt spätestens jetzt, was ihn das alles angeht.

Muslime werden in der Mehrheit sein

Was die Menschen in Deutschland zu gewärtigen haben, fasst Sarrazin in seiner Schlussbemerkung zusammen. Dies Zitat mag andeuten, welche prophetische Kraft dem Buch insgesamt innewohnt: „Bei unveränderter demografischer Dynamik und unveränderter Einwanderung ist der Islam in Deutschland und Europa langfristig auf dem weg zur Mehrheitsreligion. Muslime werden in zwei bis drei Generationen die Bevölkerungsmehrheit stellen, wenn es keinen Kurswechsel in der Einwanderungs- und Integrationspolitik gibt.“ Und was passiert, wenn erst die Mehrheit muslimisch kontrolliert ist, kann in Ländern wie Malaysia besichtigt werden. Dort läuten keine Kirchenglocken mehr. Wie lange noch in Ländern wie Nigeria das Wort Gottes frei verkündet werden kann, ist inzwischen zu einer bangen Frage geworden, die muslimischen Terror-Speerspitze Boko Haram lehrt jedenfalls die gesamte Region um den Tschad-See und vor allem das hier südlich angrenzende Nigeria mit immer neuen, grauenerregenden Taten im Namen Allahs das Fürchten.

Eine Woche nach Erscheinen führt „Feindliche Übernahme“ die Bestsellerlisten in Deutschland an. Die Rangfolge von Amazon und die „Spiegel“-Bestsellerliste sprechen dabei dieselbe Sprache. 220.000 Exemplare seien ausgeliefert worden, bereits nach sieben Tagen waren rund 100.000 davon verkauft, so der Finanzbuch-Verlag, bei dem das Buch erschienen ist. Vielleicht entfaltet das Buch genügend Wirkung, vielleicht wachen genügend Menschen hierzulande und in ganz Europa rechtzeitig aus ihren Träumen von unerfüllbarer Multikulturalität auf. Und vielleicht werden unsere Urenkel, falls das passiert, dieses Land noch wiedererkennen als das abendländisch geprägte Europa, das allen vertraut ist, die dort schon länger leben. Und das manche der Menschen, die dort beheimatet sind, von Herzen lieben. Vor diesem Hintergrund, der existentiell ist, sind dem neuen Buch von Thilo Sarrazin mindestens 100 Millionen Leser auf dem ganzen okzidentalen Kontinent zu wünschen. Dem Münchner Finanzbuchverlag aber, der dieses Werk hierzulande verlegt hat, ist zu großem Mut und zu wahrhaftiger Courage zu gratulieren.

Persönliche Schlussbemerkung

Sarrazin stellt eine provokante These auf, gewiss. Aber er nähert sich seinem Thema mit derartiger Ruhe und Abgeklärtheit, dass seine „Feindliche Übernahme“ nicht ungelesen weggelegt werden sollte. Das neue Werk wird all denjenigen missfallen, die nicht vorhergesehen haben, was nun unweigerlich in Europa passieren wird. Einige der schwersten Fehler und Versäumnisse, die manch Sarrazin-Kritiker aus dem politischen Raum selbst mit zu verantworteen hat, sind nun auf 480 Seiten mit chirurgischer Präzision offengelegt. Ja, es sind genau derjenigen, die Thilo Sarrazin jetzt so verbissen bekämpfen, die vor wenigen Jahren erst maßgeblich dazu beitrugen, dass der Islam seinen Siegeszug durch Europa nun angetreten hat. Und wohl auch vollenden wird. Gnade uns Gott!

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Sebastian Sigler: Auch in Deutschland lauert der Hass

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