Neuer Judenhass – mitten in Deutschland

von Sebastian Sigler21.07.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Wissenschaft

Ein Professor jüdischen Glaubens wird von einem Deutschen wüst geschlagen und beleidigt. Die Polizei, herbeigerufen, überwältigt und fesselt das jüdische Opfer. Das hätte 1938 geschehen können, horribile dictu. Aber es ist 2018 geschehen. Mitten in Bonn, kaum einen Steinwurf von der Universität entfernt. Und die zuständige Polizeipräsidentin, Ursula Brohl-Sowa, ist noch im Amt. Unvorstellbar!

Yitzhak Yohanan Melamed ist Professor für Philosophie an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, USA. Im Sommersemester 2018 war er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, als Gastprofessor. Ein Palästinenser, 20 Jahre alt, griff den Israeli an, schlug ihm die Kippa mehrfach vom Kopf und beleidigte ihn schwer: „I fuck Jews!“ rief er, und: „Keine Juden in Deutschland!“ Der Täter war einige Male durch Drogendelikte aufgefallen, aber natürlich mit deutschem Pass versehen – es spricht ja auch nichts dagegen!

Ist dieser Palästinenser – offenkundig ein gewaltbereiter Araber – das neue Gesicht einer gewalttätigen muslimischen Migration nach Deutschland hinein? Dazu gibt es möglicherweise unterschiedliche Ansichten. Politische Parteien, deren Spitzenvertreter durch Drogendelikte auffallen, werden sich zum Beispiel schwertun, hier einen Skandal zu erblicken. Aber dieser arabische Kriminelle mit deutschem Pass ist auch nicht das größte Problem.

Äußerst brutales Vorgehen

Die Polizisten, die alarmiert wurden, hatten wohl so etwas wie eine Ausbildung, aber offensichtlich keinen Überblick. Der Täter war clever. Er hatte sich das T-Shirt vom Leibe gerissen und war getürmt, als er merkte, dass im Jahre 2018 nicht alle Deutschen Antisemiten sind und dass er nun Ärger mit der Polizei bekommen würde. Doch er konnte unbehindert weglaufen, denn die Polizisten stürzten sich zielstrebig auf Professor Melamed, der nach eigenen Angaben seine Kippa wieder trug. Sie warfen den Wissenschaftler auf den Boden, fixierten ihn und bedrohten ihn. Ein Bild des Professors, das unwidersprochen durch die Medien ging, zeigt einen mit voller Härte verprügelten und äußerst brutal verletzten Mann. Ein Zeuge, so berichtet der Bonner Generalanzeiger, habe den Zugriff der Polizei auf den israelischen US-Gastprofessor am Bonner Hofgarten beobachtet. Es sei ein pensionierter höherer Beamte aus Bad Breisig, dessen Namen der Redaktion bekannt sei. Dieser Zeuge sprach von einem „äußerst brutalen Vorgehen“.

Was in Bonn geschah, ist eine Schande. Doch auch die mutmaßliche, skandalöse Körperverletzung durch die Bonner Polizisten ist nicht Kern des Problems. Wäre es falsch, diesen Kern im Bonner Polizeipräsidium zu verorten, genauer: an dessen Spitze? Wieviel Verantwortung trägt Ursula Brohl-Sowa? Gewiß, die Bonner Polizeipräsidentin hat nicht selbst auf der Hofgartenwiese einen Professor jüdischen Glaubens niedergerungen, verprügelt, bedroht und gefesselt – nein, das waren ihre Beamten, aber es war eine Szene, wie sie zwischen 1933 und 1945 hätte stattfinden können. Und stattgefunden hat. Aber sie, vom SPD-Innenminister Ralf Jäger ins Amt gehievte Polizeipräsidentin, sie ist es, die den Geist ihrer Truppe bestimmt.

Die alten SPD-Karrieristen

Im November 2011 wurde Brohl-Sowa von NRW-Innenminister Jäger zur Polizeipräsidentin in Bonn ernannt. Sie hat einen Karrierehintergrund als Beamtin im Düsseldorfer Innenministerium, das damals fest in der Hand einer sich selbst für unbesiegbar haltenden SPD war. Brohl-Sowa wurde in Bonn Nachfolgerin von Wolfgang Albers, der bereits im Oktober 2011 auf den Posten des Kölner Polizeipräsidenten gewechselt hatte. Albers? Ja, das ist genau der, der das katastrophale Versagen der Polizei anlässlich der

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