Christliche Nächstenliebe lässt uns die Muslime willkommen heißen

Sebastian Sigler3.04.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

„Der Islam gehört, egal in welcher Form, nicht zu Deutschland.“ So hat es Alexander Dobrindt formuliert. Und er hat Recht. Der sicherlich sehr um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung bemühte, muslimische Arzt Mimoun Azizi kritisiert den CSU-Politiker dafür. Er hat damit Unrecht. Warum Azizi besser einmal mehr nachgedacht hätte, bevor er seine Kritik schrieb. Eine Erwiderung.

In Deutschland leben mehr als fünf Millionen Menschen muslimischen Glaubens. Und diejenigen von Ihnen, die guten Willens sind, werden hierzulande mit offenen Armen aufgenommen und um der Liebe willen, die Jesus Christus gelehrt hat, in unserer Mitte aufgenommen. Wenn auf dieser Grundlage Alexander Dobrindt feststellt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, dann stimmt das insoweit, als die muslimischen Mitbürger aufgrund der christlichen Nächstenliebe hier aufgenommen sind. Nicht aufgrund eines muslimischen Gebotes.

Der akademisch mehrfach dekorierte Mimoun Azizi stellt nun die Behauptung auf, der Unionspolitiker “Dobrindt missachte mit seiner Aussage”:http://www.theeuropean.de/mimoun-azizi/13766-der-islam-gehoert-zu-deutschland nicht nur den gesellschaftlichen Beitrag der hierzulande lebenden Menschen muslimischen Glauben, sondern auch noch die Worte der Bibel. Er zitiert dazu Johannes 13,34 f. mit Verweis auf Joh 15,9-17, wo Jesus sagt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Damit ist die Liebe gemeint, um deretwillen muslimische Menschen hierzulande aufgenommen sind. Allah, die von den Moslems verehrte Gottgestalt, erbarmt sich der Menschen. Aber er liebt nicht. Das ist der fundamentale Unterschied. Christen, die in muslimisch dominierten Ländern leben, merken das deutlich: es wird sich ihrer angenommen, sie werden geduldet und es entwickeln sich Freundschaften von Mensch zu Mensch. Aber sie sind – die wenigen Ausnahmen mögen dafür Bestätigung sein – nicht in der Mitte der Gesellschaft aufgenommen, so wie Moslems hierzulande.

Was ist die Frucht Ihres Geistes, Herr Azizi?

Azizi fragt: „Was ist die Frucht Ihres Geistes, Herr Dobrindt?“ Er antwortet sich selbst, aber kurzsichtigerweise mit einer Anklage gegen Dobrindt: „Sie schüren nur Ausgrenzung und Hass.“ Falsch, Herr Azizi, grundfalsch! Dobrindt stellt lediglich heraus, dass er sich auf dem Boden der Liebe Christi bewegt. Sollten sie, verehrter Herr Azizi, dies als Ausgrenzung und Hass empfinden, so fällt es auf Sie selbst zurück. Sie spüren Hass, wo keiner ist. Vermissen Sie vielleicht die Liebe der Menschen untereinander, so wie Jesus sie gelehrt hat? Es böte sich an, dass Sie darüber nachdenken, ob Sie zu dieser Liebe kommen möchten. Der Weg ist einfach. Es ist die Taufe in die Kirche Jesu Christi. Sie würden mit offenen Armen empfangen!

Warum Sie diesen Schritt wirklich erwägen sollten, illustriert ihre eigene Frage, mit der Sie ihre Zeilen an den CSU-Politiker fortführen: „Sind Menschen, egal welcher Religion sie angehören, nicht Brüder und Schwestern, wenn man Jesus im Herzen trägt, Herr Dobrindt?“ Genau so ist es! In diesem Geiste wurden Sie und alle anderen muslimischen Menschen guten Willens in diesem Land aufgenommen! Sie zitieren weiter 1. Joh 2,9 & 11: „Hass ist so abscheulich für Gott, dass er sagt, dass ein Mann, der hasst, in Dunkelheit geht, im Gegensatz zum Licht.“ Das münzen Sie auf den Mann, den Sie kritisieren. Der aber lebt und handelt aus der Liebe Christi, wie wir gesehen haben. Empfinden Sie vielleicht selbst eine Dunkelheit, in der Sie noch wandeln?

Sie kritisieren Alexander Dobrindt weiter. Sie werfen ihm Hass vor, vielleicht, weil Sie seine Motivation nicht ermessen können. Die Liebe, in der er lebt, kennt der Koran nicht. Sehr richtig zitieren Sie aber: „Hass zerstört auch das persönliche Zeugnis eines Christen, weil es ihn aus der Gemeinschaft mit Gott und anderen Gläubigen fernhält.“ (1. Joh 1,9; 2,1). Doch der Vorwurf, Herr Dobrindt habe gegen biblische Gesetze, darunter das zitierte, verstoßen, steht Ihnen nicht zu. Sie haben die christliche Liebe nicht ermessen. Ihre Worte sind daher eine Anmaßung, und Herr Dobrindt kann daher auch kein Heuchler sein. Ihre Äußerungen seien hiermit zurückgewiesen.

Herr Azizi wird noch lernen, gewiss

Und sodann, Her Azizi, äußern Sie folgenden Wunsch: „Herr Dobrindt, eine werteorientierte und tolerante Kultur wie die deutsche kann sich doch hoffentlich gegen den Versuch behaupten, Kultur und Religion als Mittel der Ausgrenzung zu missbrauchen.“ Ja, seien Sie ganz beruhigt, das kann sie. Mit und in der Liebe des Dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Johann Wolfgang v. Goethe zitieren Sie als Abschluss Ihrer Ausführungen, werter Herr Azizi. Völlig korrekt: Der große Dichter schrieb, basierend auf Vers (2:115) im Koran, in seinem West-Östlichen Divan: „Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident. Nord und südliches Gelände ruht im Frieden seiner Hände. Er, der einzige Gerechte, will für Jedermann das Rechte.“ Jawohl, so ist es! In der chaldäischen Kirche, bei den Aramäern, den Armeniern, den Kopten und nicht zuletzt bei den mit Rom unierten Kirchen des Irak und der Philippinen ist das zu sehen und zu erleben. Kommen Sie auf die Seite der Liebe, kommen Si auf die Seite der Freiheit, kommen Sie auf die Seite Jesu Christi! Dann erleben Sie, was Goethe meinte.

Herr Azizi, lassen Sie mich für heute schließen mit einem Zitat ihres Textes, das ich nur an einer einzigen Stelle geändert habe – und das ich in dieser Form nur dick unterstreichen kann: „Für den Dialog der Religionen und das friedliche Zusammenleben in Deutschland ist der Beitrag der hier lebenden Muslime unverzichtbar. Und deshalb gehören diese Muslime zu Deutschland.“ Auch den letzten Satz Ihrer Ausführungen nehme ich gerne volley: „Frei nach Wilhelm Busch lautet also der Beschluss, dass der Herr Azizi noch was lernen muss.“ Ich bin aber guter Hoffnung, dass Ihnen das gelingt.

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