Bono: Milliardär dank Zuckerberg

Sebastian Sigler27.09.2017Gesellschaft & Kultur, Wirtschaft

„You’re the best thing about me“, das ist der neueste Hit der legendären Rockgruppe U2 um ihren Frontmann Bono. Eigentlich hätte Bono das Singen überhaupt nicht mehr nötig, ist er doch längst zum Milliardär aufgestiegen – nur zu einem kleinen Teil wegen seines Gesanges, und auch nicht wegen möglicherweise illegaler Steuertricks. Das meiste Geld machte Bono mit einem Investment in Facebook-Aktien.

U2-Sänger Bono ist ins Zwielicht geraten. Zwar ist seit langem bekannt, dass er große Summen in karitative Projekte steckt, doch nun hat ein Reporternetzwerk eine riesige Blase von Steuervermeidung aufgedeckt, die sogenannten Paradise Papers. Und Bonos Name taucht darin auf. Zwar ist alles legal, doch es werden Steuern umgangen. Und seit der Vorgänger-Recherche, den Panama-Papers, ist alles anrüchig. Wie sowieso alles latent anrüchig ist, was Geld bedeutet. Und doppelt vedächtig, was Geld bringt. Zumindest für gewisse Rechercheure. Ein wenig mehr Objektivität und etwas Abstand, das täte auch hier gut. Sein Vermögens machte Bono offenbar völlig legal, und neben den Einnahmen aus der Musik sind es Investitionen, die er tätigt. Die sind abenfalls legal und nur teilweise anrüchig.

Natürlich investierte Bono in ein Einkaufszentrum in Litauen und über Firmen in den Steuerparadiesen Malta und Guernsey. Das haben Recherchen zweier regionaler Radionsender und einer großen Tageszeitung ergeben. Die Paradise Papers sind hier der neueste Aufreger. Der Sänger verdankt indes den größten Teil seines Milliardenvermögens seiner Beteiligungsgesellschaft Elevation Partners, einen auf Medien, Unterhaltung und Technologie spezialisierten Investmentfonds, der eigenen Angaben zufolge derzeit knapp Milliarden Dollar schwer sein soll.

Gute Kontakte zum Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der damals eher ein weltferner Nerd war, konnte der weltläufige und etwas raue Bono wohl leicht aufnehmen. Ihn überzeugte diese Art der sozialen Vernetzung, und damit war Zuckerberg Bonos Fan. Er glaubte an diese Idee. So kam Elevation Partners bereits 2009 zum Zug – Bono engagierte sich mit 90 Millionen bei Facebook, drei Jahre vor dem Börsengang des Netzwerkes. Das sollte sich für den Musiker als eine Art weltweite Nummer 1 mit Platinstatus erweisen, und zwar ohne Zeitlimit.

Die Facebook-Anteile gewannen in den Folgemonaten an Wert, Elevation Partners kaufte nach. 2,3 Prozent an Facebook gehörten de facto Bono, als der Konzern den Börsengang im Jahre 2012 wagte. Bono wurde allein damit auf einen Schlag zum Milliardär: Facebook war zu 38 Dollar je Anteilsschein auf dem Parkett plaziert, seine 2,3 Prozent waren gute eine Milliarde US-Dollar wert. In der Folge veräußerte Elevation Partners gut ein Drittel des Aktienpakets: 1,5 Prozent blieben übrig. Inzwischen ist auch diese Beteiligung rund 2,1 Milliarden Dollar wert – angesichts einer Börsenkapitalisierung von Facebook von zuletzt 428 Milliarden US-Dollar.

Bono hat mit seiner Beteiligung an Facebook mehr Geld verdient als mit seiner kompletten Laufbahn als Sänger. Und unendlich viel mehr als mit seinen nun so sehr in die Kritik geratenen Investments. „You’re the best thing about me“, ist eine Hymne an seine Ehefrau, die es musikalisch in sich hat – aber Bonos Sinn für Investments, der ist auch nicht zu verachten. Mag sein, dass der Rockstar nun daran erinnert werden muss, dass man dem Kaiser geben soll, was des Kaisers ist – einerseits. Der Besitz von Eigentum ist bis dato indes erlaubt. So sei denn andererseits auch draran erinnert, dass, wer Eigentum besitzt, damit im Rahmen der Gesetze nach Belieben verfahren darf. Und erst, wenn sich die Gesetze ändern, was ja durchaus sinnvoll sein kann, werden auch Rockstars neue Wege des Investments suchen müssen. Erst dann.

_Dieses Thema finden sie auch in den soeben erschienenen_ *Anlagetrends 2018*.

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