Nieder mit Chomeini ... Mir Hossein Mussawi

Bessere Integration für Politiker!

Seien wir ehrlich, unsere Integrationsmaßnahmen haben versagt. Ja, es gibt Einzelfälle geglückter Integration, aber die meisten unserer Politiker leben nach wie vor in einer abgekapselten Parallelgesellschaft. Selbst jenen, die bereits in der dritten Generation in der Politik leben, fällt die Teilhabe am Alltagsleben ihrer Mitbürger nicht immer leicht.

Es ist einfach unübersehbar. Politiker haben riesige Probleme bei der Integration. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Ursachen.

Sprachprobleme

Viele Politiker haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Wie bei Sprachanfängern üblich, verwenden sie oft auswendig gelernte Satzbausteine, die sie dann aber in nicht immer sinnvolle Satzgefüge einbauen. Insbesondere mit klaren und einfachen Worten tun sich Politiker enorm schwer und gebrauchen stattdessen unverständliche Worthülsen und verschachtelte Satzkonstruktionen.

Eine besondere Hürde in der Kommunikation mit Politikern ist ihre mangelnde Fähigkeit, auf Fragen zu antworten. Die genauen Ursachen für diese Kommunikationsschwäche sind bislang noch unerforscht. Wissenschaftler haben hierzu eine Reihe von Tests durchgeführt, kamen jedoch zu keinem schlüssigen Ergebnis. Auf einfache Ja-nein-Fragen wie etwa „Regnet es?“ antworteten die Probanden mit Sätzen wie: „Ich möchte zunächst einmal festhalten, dass es nicht meine Aufgabe ist, die meteorologischen Entwicklungen in diesem Land zu kommentieren oder zu beurteilen. Grund zur Sorge besteht nach unserer Einschätzung derzeit allerdings nicht. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Es gibt keinen Grund, an der Glaubwürdigkeit der Wetterprognosen zu zweifeln, aber wir wollen Wahlen gewinnen und keine Umfragen.“ Die Forscher stehen vor einem Rätsel.

Kognitive Schwächen

Politiker kommen im Alltag auch deshalb schwer zurecht, weil ihnen die Fähigkeit fehlt, einfache Sinnzusammenhänge zu erkennen. Dies betrifft zum einen ihr eigenes Verhalten. Scheitert ein von ihnen verantwortetes Projekt, so gelingt es ihnen nicht, einen Zusammenhang zwischen diesem Scheitern und ihrem eigenen Handeln zu erkennen. Je nach Situation neigen sie in diesen Fällen zu einer von zwei Alternativen. Entweder sie leugnen das Scheitern des Projekts und machen einfach so weiter, als wäre nichts passiert, oder sie finden eine Erklärung für dieses Scheitern, bei der die Schuld für selbiges bei so ziemlich jedem anderen zu suchen ist außer bei sich selbst.

Diese Schwäche zeigt sich auch bei der Beurteilung des Verhaltens anderer. Beruft sich beispielsweise ein Mensch bei einer Tat auf seine Religion, so fällt es Politikern schwer, einen Zusammenhang zwischen dieser Religion und der Tat zu erkennen. Eine besonders schwerwiegende Form dieser kognitiven Störung besteht in der obsessiven Denunziation derer, die auf eben solche Zusammenhänge hinweisen. Zwar neigen Politiker nicht immer selbst zu diesem Vorgehen, doch wird es von ihnen massiv gefordert und gefördert. Offenbar stammen viele Politiker aus archaischen Kulturen, in denen es üblich ist, den Überbringer einer schlechten Nachricht für diese Nachricht verantwortlich zu machen und zu bestrafen. Eine entsprechende Differenzierung scheint die meisten Politiker kognitiv zu überfordern.

Gesellschaftsverständnis

In jenen archaischen Kulturen, aus denen sich viele Politiker geistig noch nicht gelöst haben, sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft unterentwickelt bzw. nicht vorhanden. In den althergebrachten Stammesstrukturen, die sich Parteien nennen, werden oft ominöse Kulte um den Vorsitzenden zelebriert. Kompetenz und Sachverstand sind hier mitunter die größten Hindernisse für einen Aufstieg innerhalb der Hierarchie.

Die Vorstellung, dass Volksvertreter die Interessen des eigenen Volkes zu vertreten haben, erscheint den meisten Politikern aufgrund ihrer autokratischen Prägung völlig absurd. Ebenso ist ihnen nur schwer einsichtig zu machen, dass Politiker nicht über dem Gesetz stehen und sich an bestehendes Recht und geschlossene Verträge zu halten haben. An diesem Punkt lauert unzweifelhaft die größte Integrationsaufgabe für unsere Gesellschaft!

Sehen wir den Tatsachen ins Auge!

Wir werden auch in Zukunft mit Politikern zusammenleben müssen. Die meisten von ihnen halten sich legal in diesem Land auf. Integration ist keine Frage des ob, sondern des wie. Also, gehen Sie auf Politiker zu, sprechen Sie mit Ihnen, laden Sie sie zu sich nach Hause ein. Nur auf diese Weise kann Integration gelingen. Eines sollten Sie aber auf keinen Fall tun. Nichtintegrierte Politiker sollten auf keinen Fall in ihrer Position bestätigt werden. Eine Wiederwahl bestärkt Politiker in ihrer Lebensweise und verhindert somit eine Eingliederung in die Gesellschaft.

Lesen Sie auch die letzte Kolumne von Sebastian Moll: Gegen die Inflationierung eines Kampfbegriffs

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