Für die umfassende Geschlechtergerechtigkeit | The European

Schluss mit der Diskriminierung!

Sebastian Moll29.11.2015Gesellschaft & Kultur

Als Mann fühle ich mich von der deutschen Sprache diskriminiert. Ich weiß, dass ich damit ein heikles Thema anspreche, doch angesichts der auffallend männerfeindlichen Tendenzen der deutschen Grammatik verbietet mir mein Gewissen, noch länger zu schweigen.

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Wir alle benutzen sie Tag für Tag: Personalpronomen. Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. In der dritten Person Singular wird korrekt zwischen der maskulinen, femininen und neutralen Form unterschieden. Doch was finden wir im Plural vor? Plötzlich gibt es nur noch ein einheitliches Pronomen, das mit dem Femininum des Singulars identisch ist! Das bedeutet also, mehrere Männer können in der deutschen Sprache durch ein feminines Pronomen ersetzt werden, wodurch unserer Unterdrückung Tür und Tor geöffnet werden.

Ewiggestrige Antimaskulinistinnen wollen uns glauben machen, es handele sich hierbei lediglich um eine grammatikalische Konvention, die keinerlei Benachteiligung der Männer zum Zweck habe. Doch die Mender-Studies haben durch Sezieren der Gehirne lebender Probanden eindeutig belegen können, dass die Erwähnung des Pronomens ‚sie‘, auch wenn es als Plural und somit mit völlig anderer Verbform gebraucht wird, im Kopf für den Bruchteil einer Nanosekunde das Bild einer Frau entstehen lässt. Dieser Diskriminierung ist augenblicklich ein Ende zu setzen!

Außerdem geht die Verschwörung noch weiter und wird vollends offensichtlich, wenn man sich bewusst macht, dass wir denselben matriarchalischen Mechanismus im Bereich des bestimmten Artikels vorfinden. Der, die, das – soweit der Singular. Doch sollen wir ernsthaft annehmen, es sei ein Zufall, dass wir im Plural wieder einheitlich das feminine ‚die‘ vorfinden? Für wie dumm halten uns diese Leute eigentlich? Aus dem Mann wird im Plural eine die, und wir sollen glauben, dahinter stecke kein System?

Die total geschlechtergerechte Gesellschaft

Den Höhepunkt bildet aber die im Deutschen gebrauchte höfliche Anrede, bei der, wie könnte es auch anders sein, ausschließlich das weibliche Pronomen ‚Sie‘ verwendet wird, für gewöhnlich sogar großgeschrieben, als sei die grammatikalische Herrschaft der Frau über den Mann in unserer Sprache nicht bereits hinreichend zementiert. Eine Gesellschaft, die bei jedem Akt der Höflichkeit alle Männer per grammatikalisches Dekret ausschließt, kann vom zivilisatorischen Standpunkt her nur noch als rückständig bezeichnet werden. Seien wir uns darüber im Klaren: Wer jetzt noch verharmlost, wer jetzt noch nach plumpen Entschuldigungen sucht, entfernt sich von der Gemeinschaft derer, die eine geschlechtergerechte Gesellschaft anstreben.

Wie kann eine Lösung aussehen? Das Einfachste scheint mir, ein großes Binnen-E einzuführen, mit dem sowohl bei den Personalpronomina und der Anrede, als auch bei den Artikeln maskuline und feminine Formen miteinander verbunden werden können. Das Personalpronomen der 3. Person Plural sowie die höflich Anrede lauten also in Zukunft „siEr“, der bestimmte Artikel im Plural „diEr“. Insbesondere angesichts der derzeitigen Welle von Flüchtlingen halte ich es für dringend erforderlich, diese Änderungen unverzüglich vorzunehmen, so dass diejenigen, die sich nun erstmalig mit der deutschen Sprache vertraut machen, nicht automatisch unsere matriarchalischen Strukturen in ihre Köpfe aufnehmen und stattdessen zu freien, selbstdenkenden Bürger erzogen werden können.

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