Praxis praktisch

von Sandra Scheeres12.04.2012Gesellschaft & Kultur, Wissenschaft

Schulkinder müssen sich am Leben messen. Dort warten Herausforderungen auf sie, die nicht in jedem Lehrplan stehen. Deswegen müssen sich Schulinhalte mehr an der sich ändernden Lebenswirklichkeit orientieren.

In Zeiten des globalen Wettbewerbs um Arbeitsplätze, sich rapide wandelnder Berufsbilder und stetig wachsender Anforderungen an die individuelle Lebensplanung benötigen alle Schülerinnen und Schüler, ganz gleich welche Schulform sie besuchen und welche Begabungen sie mitbringen, eine Vorbereitung auf die erfolgreiche Bewältigung ihres privaten und beruflichen Alltags. Es liegt nahe, von der Schule zu erwarten, dass sie alles lehrt, was über Erfolg und Misserfolg entscheidet: Lernstrategien und Wissen, Teamgeist und kreative Initiative, – und nicht zuletzt das Wissen um die eigenen Stärken und um die Möglichkeiten, mit diesen Fähigkeiten als demokratisch gebildeter Staatsbürger in Ausbildung und Beruf zu punkten. Auch Themen wie „Grundlagen des Wirtschaftens“, „Verbraucherbildung“, „Arbeit und Beruf“, „Unternehmerisches Handeln“, „Konfliktbewältigung“, „Interkulturelle Herausforderungen meistern“ etc. sind in der Schule ein Muss.

Verbraucherbildung in der Schule ist ein Muss

Schule, die ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag in diesem Sinne erfüllt, muss es im gesamten schulischen Leben tun: in den Unterrichtsfächern, in Konzeption und Umsetzung von Schulprogrammen und Curricula. Die Orientierung an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, die Relevanz für die Befähigung zu einem Lebensweg, der individuelles Glück und gesellschaftlichen Nutzen verbindet, bilden den Maßstab für eine gute Schule. Alle Komponenten des schulischen Lebens, nicht einzelne Unterrichtsfächer, müssen zu dieser Schule ihren Beitrag erbringen: Beispielsweise liegt es an den Naturwissenschaften, die Einsicht in die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Umsetzung einer gesunden, nachhaltigen Lebensweise zu entwickeln, während die Sprachen vorbereiten und trainieren, wie die unterschiedlichsten Situationen in Wort und Schrift zu bewältigen sind, und die Mathematik etwa die Erfordernisse finanzieller Transaktionen und statistischer Darstellungen zu meistern lehrt. Neben diesen willkürlich herausgegriffenen Beispielen aus den klassischen Unterrichtsfächern gibt es zahllose Beispiele, die verdeutlichen, dass sich der Alltag seinen Platz im Lehrplan nicht erobern muss, sondern dass er dort bereits den ihm gebührenden hervorgehobenen Platz einnimmt.

Rahmenpläne, die sich an der Lebenswirklichkeit orientieren

Das Ziel einer erfolgreichen Alltagsbewältigung erfordert es, dass in Schulen über die Fächergrenzen hinaus zusammengearbeitet wird, damit das Lernen ganzheitlich stattfinden kann. Schulen, die dieses Ziel konsequent verfolgen, machen nicht an den innerschulischen Grenzen Halt. Sie suchen sich außerschulische Partner, mit denen sie gemeinsam Schülerinnen und Schüler auf die Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Nur so können die jungen Menschen vielfältige Perspektiven gewinnen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man sich den Herausforderungen der „Erwachsenenwelt“ stellt. Dabei müssen sie Fehler machen und viele Fragen stellen können. Sie müssen Grenzen kennenlernen und Problemlösungen suchen, verlieren und gewinnen können, sich über Erfolge freuen und aus Misserfolgen lernen können. Alle Länder der Bundesrepublik haben in ihren Rahmenlehrplänen, die die Grundlagen für den schulischen Unterricht bilden, Themen des Alltagslebens aufgegriffen. Diese müssen immer wieder an neue Herausforderungen – an den Alltag der jungen Menschen – angepasst werden. Erfolg im Leben, glücklich leben zum Vorteil des Gemeinwesens – das wünsche ich unseren Jugendlichen. “Dafür müssen wir an Schulen arbeiten, die ihnen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen(Link)”:http://theeuropean.de/josef-kraus/10123-irrtum-alltagsunterricht.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Frau Weidel: Was hat es zu bedeuten, dass ich per Google nur Schweigen der AfD zu dieser Frage vorfinde?

Nach dem Attentat in Halle hat Boris Palmer (Die Grünen) an Alice Weidel (AfD) einen Offenen Brief geschrieben und fragt: "Wäre es nicht notwendig, dass Sie zu dieser Tatsache eine politische Bewertung abgeben? Wie stehen Sie dazu, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wieder zu Morden

Der Islam und das linke Weltbild sollen mit allen Mitteln geschützt werden

Montag am frühen Abend im hessischen Limburg: Ein großer LKW steht vor der roten Ampel. Plötzlich reißt ein Mann (ca. 30 Jahre, Vollbart) die Fahrertür auf, starrt den LKW-Führer mit weit geöffneten Augen an. Dann zerrt er ihn mit Gewalt aus seinem Fahrzeug, setzt sich selbst rein und fährt

Fünf Gründe warum die Linkspartei an Geltungskraft verliert

Einst regierte die LINKE den Osten unisono und war als Kümmererpartei allgegenwärtig. Der deutsche Osten der Puls und die Partei seine Herzkammer. Doch die Windrichtung hat sich geändert, die Herzen auch: Die LINKE ist im Abschwung und verliert an Atem, ihr droht der Infarkt, wenn nicht gleich de

Erdogan will die Tore bis Wien öffnen

Trumps wilder Rückzug aus Syrien macht Erdogan den Weg frei für seinen historischen Masterplan: Ein Eroberungsfeldzug zur Wiederherstellung des Osmanischen Reiches. Nicht nur die Kurden sind in Gefahr. Auch Europa droht gewaltiges Ungemach.

„Das Volk gegen seine Vertreter“ lautet Johnsons Devise

Der Mann hat keine Skrupel. Er agiert in einem bemerkenswert polemischen Wahlkampfmodus. Da wird das Florett der Rhetorik beiseitegelegt und zum rostigen Beil gegriffen. Boris Ziel sind Neuwahlen, weil er hofft, dass ihm die Wähler Recht geben und sich gegen ihre Vertreter im Unterhaus wenden werde

"Sag' mir, wo du stehst!"

Kann man den Klimawandel als ernstes Problem betrachten und trotzdem genervt sein von der allgegenwärtigen Klimapropaganda?

Mobile Sliding Menu