Die FDP existiert nur noch als aufblasbare Attrappe. Heribert Prantl

Praxis praktisch

Schulkinder müssen sich am Leben messen. Dort warten Herausforderungen auf sie, die nicht in jedem Lehrplan stehen. Deswegen müssen sich Schulinhalte mehr an der sich ändernden Lebenswirklichkeit orientieren.

In Zeiten des globalen Wettbewerbs um Arbeitsplätze, sich rapide wandelnder Berufsbilder und stetig wachsender Anforderungen an die individuelle Lebensplanung benötigen alle Schülerinnen und Schüler, ganz gleich welche Schulform sie besuchen und welche Begabungen sie mitbringen, eine Vorbereitung auf die erfolgreiche Bewältigung ihres privaten und beruflichen Alltags.

Es liegt nahe, von der Schule zu erwarten, dass sie alles lehrt, was über Erfolg und Misserfolg entscheidet: Lernstrategien und Wissen, Teamgeist und kreative Initiative, – und nicht zuletzt das Wissen um die eigenen Stärken und um die Möglichkeiten, mit diesen Fähigkeiten als demokratisch gebildeter Staatsbürger in Ausbildung und Beruf zu punkten. Auch Themen wie „Grundlagen des Wirtschaftens“, „Verbraucherbildung“, „Arbeit und Beruf“, „Unternehmerisches Handeln“, „Konfliktbewältigung“, „Interkulturelle Herausforderungen meistern“ etc. sind in der Schule ein Muss.

Verbraucherbildung in der Schule ist ein Muss

Schule, die ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag in diesem Sinne erfüllt, muss es im gesamten schulischen Leben tun: in den Unterrichtsfächern, in Konzeption und Umsetzung von Schulprogrammen und Curricula. Die Orientierung an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, die Relevanz für die Befähigung zu einem Lebensweg, der individuelles Glück und gesellschaftlichen Nutzen verbindet, bilden den Maßstab für eine gute Schule. Alle Komponenten des schulischen Lebens, nicht einzelne Unterrichtsfächer, müssen zu dieser Schule ihren Beitrag erbringen:

Beispielsweise liegt es an den Naturwissenschaften, die Einsicht in die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Umsetzung einer gesunden, nachhaltigen Lebensweise zu entwickeln, während die Sprachen vorbereiten und trainieren, wie die unterschiedlichsten Situationen in Wort und Schrift zu bewältigen sind, und die Mathematik etwa die Erfordernisse finanzieller Transaktionen und statistischer Darstellungen zu meistern lehrt. Neben diesen willkürlich herausgegriffenen Beispielen aus den klassischen Unterrichtsfächern gibt es zahllose Beispiele, die verdeutlichen, dass sich der Alltag seinen Platz im Lehrplan nicht erobern muss, sondern dass er dort bereits den ihm gebührenden hervorgehobenen Platz einnimmt.

Rahmenpläne, die sich an der Lebenswirklichkeit orientieren

Das Ziel einer erfolgreichen Alltagsbewältigung erfordert es, dass in Schulen über die Fächergrenzen hinaus zusammengearbeitet wird, damit das Lernen ganzheitlich stattfinden kann. Schulen, die dieses Ziel konsequent verfolgen, machen nicht an den innerschulischen Grenzen Halt. Sie suchen sich außerschulische Partner, mit denen sie gemeinsam Schülerinnen und Schüler auf die Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Nur so können die jungen Menschen vielfältige Perspektiven gewinnen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man sich den Herausforderungen der „Erwachsenenwelt“ stellt. Dabei müssen sie Fehler machen und viele Fragen stellen können. Sie müssen Grenzen kennenlernen und Problemlösungen suchen, verlieren und gewinnen können, sich über Erfolge freuen und aus Misserfolgen lernen können.

Alle Länder der Bundesrepublik haben in ihren Rahmenlehrplänen, die die Grundlagen für den schulischen Unterricht bilden, Themen des Alltagslebens aufgegriffen. Diese müssen immer wieder an neue Herausforderungen – an den Alltag der jungen Menschen – angepasst werden. Erfolg im Leben, glücklich leben zum Vorteil des Gemeinwesens – das wünsche ich unseren Jugendlichen. Dafür müssen wir an Schulen arbeiten, die ihnen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Patrick Meinhardt, Kaija Landsberg, Kai Gehring.

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