Kandidatenkarussell

von Matthias Sailer22.02.2012Außenpolitik

Die ägyptischen Muslimbrüder suchen händeringend nach einem zu unterstützenden Präsidentschaftskandidaten. Sollten sie nicht bald einen aus dem Hut zaubern, könnte es auf Mubaraks ehemaligen Außenminister Amr Moussa hinauslaufen.

Am Sonntag gab die Kommission zur Wahl des neuen ägyptischen Präsidenten erste Informationen zum Wahlablauf bekannt. Das Wahlergebnis wird demnach spätestens im Juni verkündet werden. Noch nicht festgesetzt wurde hingegen das exakte Datum der Wahlen. Die Sondierungsgespräche der Muslimbrüder über die Unterstützung eines geeigneten Kandidaten laufen unterdessen auf Hochtouren. Entgegen vorheriger Ankündigung, den Kandidaten am Montag bekannt zu geben, wird die Muslimbruderschaft ihren Favoriten jetzt doch erst nach Ablauf der Nominierungsfrist am 8. April benennen. Dahinter steht das Problem der Muslimbrüder, nach wie vor keinen Kandidaten mit den gewünschten Kriterien gefunden zu haben.

Die Suche gestaltet sich schwierig

Seit Tagen führen die das Parlament dominierenden Muslimbrüder Gespräche mit anderen politischen Parteien und auch dem Militärrat, um einen Kandidaten zu finden, der einerseits möglichst breite Unterstützung in den größten politischen Lagern findet und andererseits auch nicht in offener Konfrontation zum Militärrat steht. Wie angekündigt suchen sie dafür eine Persönlichkeit ohne Militärhintergrund, die nicht einer der islamischen Parteien angehört. Der reformorientierte Abdel Moneim Aboul Fotouh, der bereits seit Monaten die Bruderschaft verlassen hat, da seine früh angekündigte Präsidentschaftskandidatur nicht mit der Position der Brüder vereinbar ist, wird jedoch keine Unterstützung erhalten. Der Mediziner Aboul Fotouh,

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