Die Coronakrise hat die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer gemacht | The European

Sahra Wagenknecht fordert: Wir brauchen eine Vermögensabgabe für Superreiche

Sahra Wagenknecht20.01.2022Medien, Wirtschaft

Die massive Steigerung des Vermögens während der Coronakrise zeigt: Wir brauchen dringend eine Vermögensabgabe für Superreiche und eine gerechte Besteuerung großer Vermögen! Von Sahra Wagenknecht.

Corona hat die Reichen noch reicher gemacht, Quelle: Shutterstock

Für einige Wenige war die Corona-Krise ein einziger Goldrausch: Die zehn reichsten Menschen der Welt haben ihr Vermögen seit Beginn der Pandemie verdoppelt, während weltweit 160 Mio. Menschen mehr in Armut leben.

In Deutschland entspricht allein der Vermögenszuwachs (+78 Prozent) der zehn reichsten Personen dem gesamten Vermögen der unteren 40 Prozent der Bevölkerung (https://bit.ly/3nxSApl). Für die extrem gestiegene Ungleichheit trägt die Politik unmittelbare Verantwortung: Während sich laut ifo 25 Prozent der Kleinstunternehmen und Soloselbständigen durch die Pandemie in ihrer Existenz bedroht sehen, verwenden offenbar viele Großkonzerne die staatlichen Hilfen, um ihren Aktienkurs und damit den Reichtum ihrer Eigentümer zu steigern.

Allianz, SAP, Hellofresh, Adidas – Über 17 Mrd. Euro wollen die größten börsennotierten Konzerne in diesem Jahr allein für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben – so viel wie nie zuvor!

Darüber hinaus liegen die angekündigten Dividenden auf Rekordniveau. Ich finde das unfassbar: Konzernen, die während der Pandemie Kurzarbeitergeld oder Staatshilfen abgegriffen haben, muss endlich verboten werden, unser Steuergeld auf diese Weise an ihre Aktionäre weiterzureichen. Stattdessen sollte die Ampel sie verpflichten, das Geld komplett an den Staat zurückzuzahlen – wie es von vielen Kleinunternehmen und Selbständigen ja auch verlangt wird.

Die massive Steigerung des Vermögens während der Coronakrise zeigt: Wir brauchen dringend eine Vermögensabgabe für Superreiche und eine gerechte Besteuerung großer Vermögen!

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