Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

von Ruth Moschner19.03.2010Gesellschaft & Kultur, Medien

Im Grunde ist es egal, ob Männlein oder Weiblein einen Witz reißt. Hauptsache, er ist lustig.

Es gibt also keine lustigen Frauen … Dass ich nicht lache! Aber auch nur, weil diese These schlicht und ergreifend nicht witzig ist. Durch einen Ärztepfusch wäre ich bei meiner Geburt fast gestorben. Als das Gröbste dann doch überstanden war, habe ich – anstatt den Onkel Doktor anzubrüllen, wie es jedes normale Kind gemacht hätte – gelacht. Bis heute bleibt unklar, ob das Lachen dem Arzt oder dem Tod gelten sollte. Bewiesen ist für mich dadurch jedoch, dass eine derartige Muskelkontraktion lebensnotwendig und Humor eben genau dann ist, wenn man trotzdem lacht! Galgenhumor und Mutterwitz sind mir also nicht in die Wiege gelegt worden, nein, ich habe sie selbst mitgebracht.

Frauen sind und bleiben unberechenbar, und das nicht nur einmal im Monat

Gerade wir Frauen können beim Thema Humor unsere extrem ausgeprägte soziale Ader ausleben. Lachen ist die beste Therapie. Das wissen wir nicht erst seit Dr. med. Eckart von Hirschhausen. – Denn es ist egal, ob die Quelle nun rosa oder hellblaue Söckchen trägt. Obwohl, eines darf man natürlich nicht übersehen. Es heißt immerhin DIE Rampensau! Frauen sind und bleiben unberechenbar, und das nicht nur einmal im Monat. Die Männer hingegen sind schnell eingeteilt. Der Nerd, das ewige Opfer, der Vollidiot, der Proll … Für einen Lacher verkaufen manche sogar die eigene Oma, und die findet das wahrscheinlich noch witzig. Schließlich lachen Doppel-X-Chromosomenträgerinnen lieber über sich selbst als über andere. Richtig guter Humor erfordert mehr als bloßes Schubladendenken. Rhythmusgefühl, Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Killerinstinkt, das Gesehene für das Publikum schockierend nachvollziehbar umzusetzen. Für einen guten Gag muss man sich eben auch mal die Finger schmutzig machen. So etwas lernen wir Frauen bereits bei unserem ersten Schlussverkauf. Und während mancher Kerl noch beim Frosch die Locken sucht, haben die Frauen schon den G-Punkt beim Amphibium gefunden.   Es lässt sich nicht abstreiten – auch wenn die Fernsehlandschaft immer noch gerne sogenannte Beistellweibchen verwendet, deren Kleidung und Text zu gleichen Anteilen gegen null gehen –, wir Frauen holen langsam auf. Kein Wunder, dass die Kerle da nicht selten zu panischen Kurzschlussreaktionen neigen. Schlagfertige Mädels gelten auch 600 Jahre nach dem Mittelalter als vulgär und: Sie jagen den meisten Männern Angst ein. Dabei muss das doch alles nicht sein. Schließlich ist genug Publikum für alle da. Egal wie schlecht die Zeiten gerade sind, gelacht werden darf immer.

Übereinander lachen ist daneben, miteinander zu lachen dagegen unbezahlbar

Der weibliche Humor ist innovativ, direkt und eigenironisch. Wir schmieren uns vor lauter Eitelkeit die skurrilsten Dinge ins Gesicht, diskutieren bei einem Stück Kuchen über Bauch, Beine und Po, die beste Freundin ist manchmal die beste Feindin, und der Freund versteht uns nicht, obwohl wir ihm täglich mit mindestens tausend Worten erklären, wieso wir gerade beleidigt sind und gar nicht mit ihm sprechen wollen. Natürlich wünschen wir Frauen uns Respekt, aber bitte nicht immer bierernst genommen zu werden, und vor allem wollen wir die Kerle damit nicht vertreiben. Das Leben mit ihnen ist zwar manchmal eine Katastrophe, aber ohne sie wäre es eben auch undenkbar! Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Und so manches Problem ist bei humoristischer Betrachtung eigentlich gar nicht mehr so kompliziert! Man sollte nur eines nicht vergessen: Übereinander lachen ist daneben, miteinander zu lachen dagegen unbezahlbar. Ganz egal, wer den ersten Gag gezündet hat.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Dann mach doch die Bluse zu!

Frauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei.

Diktatur des Feminismus

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Rette sich, wer kann

Peter Singer glaubt, im Namen der Ethik die Grenzen des Menschseins neu definieren zu können. Er irrt gewaltig. Wer Grundrechte für Affen fordert und gleichzeitig die Tötung von Neugeborenen verteidigt, ist vor allem eins: verwirrt.

Männer, die auf Busen starren

Wer Sexismus noch nie erlebt hat, kann ihn auch nicht verstehen. Weiße Hetero-Kerle haben leicht reden.

Der Jude war’s

In Berlin wird ein Rabbiner brutal verprügelt, weil er Jude ist. Indes werfen Experten schon die Frage nach dem Warum? auf, die zielsicher zum Juden anstatt zum Antisemiten führt.

Amerika und die deutsche Seelenhygiene

Deutschland kämpft gerne für Toleranz und gegen Hass. Es sei denn, es geht um Amerika. Da macht jeder zweite Deutsche eine Ausnahme und suhlt sich in Amiphobie.

Mobile Sliding Menu