Leuchtturm der Industrie

Ruben Alexander Schuster24.04.2012Außenpolitik

Seit gestern läuft die Hannover Messe, dieses Jahr unter dem Motto greentelligence. Willkommen auf der größten Werbeveranstaltung für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Gestern war es wieder so weit, die weltgrößte Industriemesse öffnete ihre Pforten in Hannover und gab den Fachbesuchern einen ersten Einblick in die neuesten Innovationen und Technologien des Jahres 2012. 6500 Aussteller aus über 65 Ländern präsentieren ihre Unternehmen, deren Produkte sowie Dienstleistungen. Nirgendwo sonst kommen sich die internationale Wirtschaft, Politik und Wissenschaft so nahe. 1000 Foren, Podiumsdiskussionen und Kongresse sorgen für eine engstmögliche Verzahnung dieser drei Akteure und unterstreichen, wie wichtig ein perfektes Zusammenspiel für einen erfolgreichen Wirtschaftsraum ist.

Das Geheimnis des Wirtschaftswunderlandes

Offizieller Mittelpunkt der Hannover Messe sind ohne Zweifel die Unternehmen und ihre Schlüsseltechnologien, aber hinter dieser Industrieschau steht vor allem eins: Das omnipräsente Gütesiegel „Made in Germany“. Es ist kein Zufall, dass dieses weltweit wichtigste Technologieereignis jedes Jahr in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfindet und somit Deutschland eine Plattform bildet, um der Welt das Geheimnis des Wirtschaftswunderlandes zu verraten. Es sind die unzähligen mittelständischen Unternehmen, meistens sogar inhabergeführt, vom Kabel- bis zum Steckerhersteller, die unangefochtene Weltmarktführer in ihren Nischenbranchen sind und somit das Fundament einer ganzen Volkswirtschaft bilden. Hier haben sie Jahr um Jahr die Chance, aus der Namenlosigkeit herauszutreten und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es eben die Firma „Nullachtfünfzehn“ ist, die in der dritten Generation geführt wird und aus irgendeinem nordrhein-westfälischem Kaff kommt, dessen Namen noch nie jemand gehört hat, die z.B. nun weltweit standardisierte Steckersysteme für Elektroautos anbieten und damit einer Technologie zum Durchbruch verhelfen, die in absehbarer Zeit die Welt verändern wird. Die Messe ist dieses Jahr dem Thema „greentelligence“ gewidmet und soll zeigen, wie „die intelligente Verbindung von effizienten Verfahren, umweltverträglichen Materialien und nachhaltigen Erzeugnissen die internationalen Märkte vorantreiben kann“, so die Presseerklärung. Dies ist ein Bereich, in dem besonders deutsche Untenehmen international führend sind, da hier ein hohes Maß von wissenschaftlichem Know-how und industrieller Expertise gefragt ist. Durch diese Art von strategischer Themenbesetzung ist die Hannover Messe nicht nur zur größten Werbeveranstaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschlands geworden, sondern vor allem zum Technologie-Taktgeber der internationalen Industrie. Dass sich dieser Allmacht niemand mehr entziehen kann, unterstreichen die prominenten ausländischen Staatsgäste, die jedes Jahr zusammen mit der Bundeskanzlerin die Schau eröffnen und die wirtschaftliche Vorbildrolle Deutschlands damit bestätigen.

Maßgeblich für das positive Bild der deutschen Wirtschaft

Was 1947 als „Exportmesse Hannover“ begann, ist heute zu einer weltweit etablierten Institution geworden, die maßgebliche Mitverantwortung für die international positive Wahrnehmung der deutschen Wirtschaft trägt und einen nicht zu verachtenden Motor für den deutschen Außenhandel darstellt. Es ist aber nicht nur die Präsentation über die Bundesgrenze hinweg, die von essenzieller Bedeutung ist, sondern eben auch die Aufmerksamkeit nach innen und die Mahnung an die Politik, wie wichtig es für das Wohlergehen unserer gesamten Volkswirtschaft ist, dass eben diese kleinen und mittelständischen Unternehmen ihre Arbeit unter bestmöglichen Rahmenbedingungen ausführen können. Das fängt bei der Steuerpolitik an und hört beim Mindestlohn auf!

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