Was die Asyldebatte in Misskredit bringt

von Rolf Bergmeier28.07.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Man wüßte gerne, wie “Aktion Deutschland Hilft” dazu steht, dass Millionen verarmter Deutscher auf die Hilfe von „Tafeln“ angewiesen sind, während gleichzeitig Bund, Länder und Kommunen rund 40-50 Milliarden Euro/ Jahr für Immigranten ausgeben, meint Rolf Bergeier.

_Manuela Roßbach, Soziologin, seit dem Studium in Funktionärsverwendungen tätig, ohne praktische politische oder berufliche Erfahrung, geschäftsführender Vorstand von “Aktion Deutschland Hilft”, stellt in „The European“ vom 13. Juli 2018 unter Bezug auf den Artikel 1 des GG „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ fest, die Abschottung Europas sei keine Lösung. „Wir fordern faire Asylverfahren und sichere, legale Wege nach Europa“. Es sei Aufgabe der Politik, Lösungen zu liefern. Im Fokus dieser Lösungen müsse stehen, „das Leben von Menschen zu retten und das Sterben im Mittelmeer zu beenden“._

Unklar bleibt allerdings, warum diese ehrenwerte Forderung auf das Mittelmeer begrenzt wird und nicht auch den Pazifik, Kambodscha oder Südamerika umfasst. Denn Manuela Roßbach fordert im gleichen Artikel „globale“ Lösungen ein. Nun kann man unter Hinweis auf den inflationär missbrauchten Begriff der „Menschenwürde“ beliebig viel einfordern. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrmals zur „Menschenwürde“ Stellung bezogen, aber niemand vermag genau zu sagen, was unter dem „unverlierbaren, geistig-sittlichen Wert eines jeden Menschen“ zu verstehen ist. Die Kirchen und gut unterrichtete Kreise der CSU meinen sogar zu wissen, dass Gott die Menschenwürde verliehen habe, was zu der pikanten Frage führt, ob bereits der homo erectus über eine Menschenwürde verfügt hat. Auf jeden Fall verstoße das Sterben gegen die Menschenwürde, meint Frau Roßbach.

Faire und legale Verfahren

Auch kann man Manuela Roßbachs Forderung nach „fairen Asylverfahren“ und „legalen Wege nach Europa“ ohne Zögern zustimmen. Die halbe EU sucht nach solchen Lösungen, bisher allerdings ohne Erfolg. Deutschland hat sich deshalb für die Akzeptanz illegaler Einwanderungs-Verfahren entschieden. Aus humanitären Gründen, wie Frau Merkel meint, die damit ihren Eid, das Grundgesetz zu wahren und dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen, eine christliche Arabeske anfügt. Zusammen mit der Aufforderung, häufiger in die Kirche zu gehen und Weihnachten die Blockflöte zu spielen, erfüllt Frau Merkel damit alle Bedingungen, nach ihrer Tätigkeit als Bundeskanzlerin in der Caritas tätig zu werden.

Was die Asyldebatte in Misskredit bringt

Aber was die ganze Asyldebatte zunehmend in Misskredit bringt, ist ausgerechnet dieser Mangel an Fairness und Legalität, diese Lethargie im Umgang mit dem Grundgesetz, dieser Mangel an Empathie mit den Ärmsten der eigenen Bevölkerung. Es fehlt eben der Beleg, dass sich die “Aktion Deutschland Hilft” gegen die Illegalität des hunderttausendfachen Missbrauch der Asylverfahren wehrt und die Rechtsbeugung als Gefahr für das Rechtsbewusstsein der Bevölkerung erkennt. Es scheint im Gegenteil ein breiter links-grün-religiöser Konsens zu herrschen, dass Gesetze ihre Allgemeingültigkeit verlieren, wenn eigene Moralansprüche nicht mit der Gesetzeslage und den gesellschaftlichen Möglichkeiten konform gehen. Legalität und Fairness müssen in diesem Fall zugunsten der nebulösen „Menschenwürde“ zurücktreten. Das damit einhergehende Problem der mentalen und finanziellen Überforderung der Gesellschaft ist, der geneigte Leser wird es wohl schon erahnt haben, Sache der Politiker und nicht das der linken und grünen Moral-Apparatschiks und der kirchlichen, wie Generale besoldeten Kirchenbosse.

h6 Moral nach Gutdünken

Auch wüsste man gerne, wie “Aktion Deutschland Hilft” dazu steht, dass Millionen verarmter Deutscher auf die Hilfe von „Tafeln“ angewiesen sind, während gleichzeitig Bund, Länder und Kommunen rund 40-50 Milliarden Euro/ Jahr für Immigranten ausgeben. Überhaupt wäre es schön zu erfahren, ob “Aktion Deutschland Hilft” bereit ist, die sozialen Folgelasten der von ihr Geretteten zu übernehmen, wie sie die durch Inklusion und Integration überlasteten Lehrer entlasten will, wie sie sie helfen will, die Verwaltungsgerichte von rund 400.000 Asylverfahren zu befreien, so dass die, „die schon länger hier wohnen“ wieder eine Chance haben, vor eben diesen Gerichten Gerechtigkeit einzufordern, ohne Jahre auf die Einleitung des Verfahrens warten zu müssen. Gerne wüsste man auch, wie die “Aktion Deutschland Hilft” zum importieren Antisemitismus und zur Kriminalität tausender Immigranten steht und ob sie es als „fair“ empfindet, dass Gestrandete und „Gerettete“ auf Jahrzehnte von anderen ernährt und unterstützt werden müssen, die zu all dem nicht befragt wurden. Darüber würde man gerne einmal etwas mehr erfahren.

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