Überall in Afrika

von Rolande Hodel27.11.2010Gesellschaft & Kultur

Noch heute ist die Infektion mit dem HI-Virus für viele Menschen in Afrika gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Selbst gut gemeinte Initiativen scheitern, wenn das nächste Krankenhaus zu weit weg ist. Brasilien dagegen macht vor, welche Rezepte doch helfen können.

HIV/Aids breitet sich weiterhin aus, vor allem in armen Gegenden Afrikas. Was kann dagegen unternommen werden? Es ist erforderlich, dass nur die Methoden angewendet werden, deren Effizienz und Wirksamkeit erwiesen ist. Die Beschneidung zum Beispiel reduziert die Übertragung von HIV bei Männern um bis zu 60 Prozent. Zudem müssen Afrikas Importkapazitäten erweitert werden, damit weitaus mehr Kondome verteilt werden können als bisher. Vier Kondome pro Mann und Jahr sind zu wenig, um effektive HIV-Prävention zu leisten. Um die Übertragung des Virus von Müttern auf ihre Kindern zu verhindern, müssen Programme zur Aufklärung und Prävention weiter ausgebaut werden. Die vorhandenen Programme helfen zwar, doch nur 28 Prozent der Schwangeren können sie nutzen. Die Konsequenz dieses Mangels ist, dass sich täglich etwa 1200 Babys mit dem Virus neu infizieren. Die Verteilung von sauberem Spritzbesteck für Drogenabhängige ist ebenfalls eine effektive Methode, genauso wie die Entkriminalisierung der Prostitution. All diese Methoden retten Leben.

Jeder infizierte Afrikaner stirbt innerhalb weniger Jahre

Die Sterblichkeitsrate drückt dabei nur teilweise aus, wie kritisch die Lage eigentlich ist. Was wirklich kritisch ist, sind die stetig steigenden Infektionsraten. Je mehr mit HIV infizierte Menschen wir am Leben erhalten, desto mehr Menschen gibt es auch, die wiederum andere infizieren können. Wenn die Infektionsrate steigt, die Sterblichkeitsrate jedoch sinkt, explodieren die Kosten für das Gesundheitssystem. Viele Aktivisten sehen antiretrovirale Medikamentenbehandlung als wichtigste Kampagne gegen Aids. Die Entwicklungshilfe hat sich darauf spezialisiert, die Infizierten möglichst flächendeckend mit Medikamenten zu versorgen. Doch im Durchschnitt stirbt jeder Infizierte in Afrika innerhalb weniger Jahre. Gelder, die momentan für Medikamente ausgegeben werden, fehlen bei der Bekämpfung von Infektionen. Viele Afrikaner können ihre Aids-Medikamente gar nicht abholen, da die Klinik zu weit weg ist und es entweder keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt oder diese zu teuer sind. Aus Mangel an Medikamenten, Kliniken und Ärzten sind viele HIV-Infizierte oft zu sehr von anderen, unbehandelten Krankheiten geschwächt und können daher gar keine antiretroviralen Medikamente einnehmen. Wenn Hilfsprogramme diese Realitäten nicht in Betracht ziehen, können viele Initiativen zwecklos sein und versanden. Der Fokus muss also nicht auf der medikamentösen Lebensverlängerung liegen, sondern auf der Prävention von Neuinfektionen.

Aufbau eigener Pharmaindustrie

Als Ergänzung zur Ausweitung von bewährten Verfahren müssen wir der Abhängigkeit von Importen ein Ende bereiten. Wir müssen uns auf wirtschaftliche Entwicklungen konzentrieren, um Herstellungskapazitäten (zum Beispiel für Kondome) zu schaffen, lokale Nahrungsmittelkonservierung voranzutreiben und Medikamentenproduktion zu ermöglichen. Brasilien macht vor, wie es funktionieren kann. Es ist heute das einzige Entwicklungsland, das die Verbreitung des Virus einigermaßen im Griff hat. Der wichtigste Faktor war, dass das Land antiretrovirale Medikamente selbst produziert hat. Das erlaubt es, Hilfsgelder in Präventionsprojekte zu stecken, und festigt Infrastrukturen für die langfristige Bekämpfung der HIV-Ausbreitung. Dies ist die Mission von AIDSfreeAFRICA. Unser Ziel ist es, Afrika dabei zu unterstützen, eine eigene Pharmaindustrie aufzubauen. Solange Afrika weiterhin abhängig von Importen ist und keine eigenen, lokal produzierenden Gewerbe hat, wird sich die HIV/Aids-Epidemie auch weiter ausbreiten.

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