Gipfelkönigin

von Richard Schütze28.01.2013Außenpolitik, Innenpolitik

Von Davos nach Chile: Vergangene Woche reiste die Kanzlerin um die halbe Welt. Zeit zum Düpieren der Opposition blieb ihr trotzdem.

„Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch“ dichtete im September 1780 Johann Wolfgang Goethe in „Wandrers Nachtlied“. 233 Jahre später stürmen Politik- und Wirtschaftseliten aus vieler Herren Länder von einem Gipfel zum nächsten. Ganze Heerscharen debattieren lauthals in einem aufgeregten Gebirgsmarathon die Verflechtung der globalisierten Welt und suchen verzweifelt den archimedischen Punkt, der alles im Innersten zusammenhält und von dem aus sich mit einem Schlag die gordischen Knoten der verflochtenen Krisen lösen lassen.

Doch des Dichters Verheißung, die er in Vorstudien zu dem Poem mit Sehnsucht nach einem „süßen Frieden“ – weil des aufreibenden „Treibens müde“ – als ersehntes Resultat von aller „Qual, Schmerz und Lust“ herbeiwünschte, stellt sich nicht ein. „Die Vögelein“ schweigen nicht. Nicht mal „im Walde“ kehrt „Ruh“ ein.

Gerechtigkeit und Wettbewerbsfähigkeit

Denn vor lauter Bäumen sieht man den Wald nicht mehr. Den Eliten selbst fehlt immer mehr der Durch- und Überblick. So wird in der europäischen Krise weiter und auf allen Ebenen durch Dunst und Nebel auf Sicht gefahren. In diesem Stil

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Dann mach doch die Bluse zu!

Frauen bestehen auf ihrem Recht, sexy zu sein – ganz für sich selbst, natürlich. Darauf reagieren darf Mann nämlich nicht, sonst folgt gleich der nächste #Aufschrei.

Diktatur des Feminismus

Die Frage nach einer Frauenquote ist eine Phantom-Debatte. Junge Frauen wollen ihre Karriere planen und nicht mit den alten Feministinnen mühsam über etwas diskutieren, das für sie keine Relevanz hat.

Rette sich, wer kann

Peter Singer glaubt, im Namen der Ethik die Grenzen des Menschseins neu definieren zu können. Er irrt gewaltig. Wer Grundrechte für Affen fordert und gleichzeitig die Tötung von Neugeborenen verteidigt, ist vor allem eins: verwirrt.

Männer, die auf Busen starren

Wer Sexismus noch nie erlebt hat, kann ihn auch nicht verstehen. Weiße Hetero-Kerle haben leicht reden.

Der Jude war’s

In Berlin wird ein Rabbiner brutal verprügelt, weil er Jude ist. Indes werfen Experten schon die Frage nach dem Warum? auf, die zielsicher zum Juden anstatt zum Antisemiten führt.

Amerika und die deutsche Seelenhygiene

Deutschland kämpft gerne für Toleranz und gegen Hass. Es sei denn, es geht um Amerika. Da macht jeder zweite Deutsche eine Ausnahme und suhlt sich in Amiphobie.

Mobile Sliding Menu