Na und?

von Richard Schütze14.01.2013Innenpolitik

Elbphilharmonie, S21, Flughafen BER: An den desaströsen Großbauprojekten leiden nicht nur die Steuerzahler, sondern der gesamte Technologiestandort Deutschland.

Die Welt reibt sich ungläubig die Augen: Deutschland und seine Hauptstadt Berlin sind mal wieder mega-prominent. Diesmal aber nicht durch Perfektion, Präzision und Party, sondern wegen Pleiten, Pech und Pannen.

Vom Renommierprojekt „Willy Brandt“-Hauptstadtflughafen über die traumatische Hamburger Elbphilharmonie bis zum württembergischen Aufreger „Stuttgart 21“ reicht die Spur des Misserfolgs. Na und? Was soll’s, was macht’s schon? Ist halt so gekommen und war irgendwie nicht vorhersehbar. Wirklich?

Eine „geheime Mängelliste“

Mit rotziger Nonchalance schüttelt der Berliner „Pannenmeister“ Klaus Wowereit alle Vorhaltungen ab. Im RBB-Fernsehstudio greift der Regierende gar den ihn interviewenden Reporter an. Der hatte ihn darauf angesprochen, dass die EU-Kommission möglicherweise ein Vertragsverletzungsverfahren wegen nicht durchgeführter Umweltverträglichkeitsprüfungen bei der Festlegung der Flugrouten rund um den im Bau befindlichen neuen BER-Airport gegen die Bundesrepublik Deutschland einleiten will; dann aber gebe es wegen der nachzuholenden Prozeduren eine weitere unabsehbare Verzögerung bei der geplanten Inbetriebnahme.

Dafür aber sei doch bitte schön nicht seine Verwaltung, sondern eine andere und zwar eine Bundesbehörde zuständig, raunzte die Berliner SPD-Galionsfigur. Im Übrigen habe Berlin auch keinen bedeutenden Imageschaden erlitten; der Reporter möge sich mal die ständig wachsende Zahl der Berlin-Besucher anschauen. Tourismus-Boom als Beweis für ein gutes Image und eine Top-Reputation? So kann man auch versuchen, die Capitale an der Spree attraktiv zu reden.

Warum aber laufen Großprojekte wie der BER, das Bahnprojekt „S 21“ und die Elbphilharmonie selbst im Heimatland der Ingenieurskunst so desaströs aus dem Ruder? In Anlehnung an Walter Ulbrichts böse Lüge vom Sommer 1961 zum Berliner Mauerbau listet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter dem Titel „Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen“ gleich auf einer halben Seite eine

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